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  1. #31
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    danke, liara
    (edit: aus deinem kommentar oben könnte man möglicherweise aussagen filtrieren, welche durchaus allgemein "poetologisch" verwendbar wären.)

    danke auch artname
    ich meine, dass über sämtliche positionen und verwandtschaften genügend klarheit herrscht und keine zusätzlich geschaffen werden muss.

    kaspar

  2. #32
    Liara ist offline free flying butterfly
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    nein, lieber artname,

    ich spreche weder von männlichen noch von weiblichen tätern. es gibt sie beide, wobei in dieser sparte die männliche überwiegt. aber in unserer sprache hat es sich eingebürgert, das neutrale in männlicher version auszudrücken. also der täter. es ist aber auch die täterin gemeint.

    liebe grüße
    liara
    Für verlorenes Vertrauen gibt es kein Fundbüro!
    - wenn das auge nicht sehen will, hilft auch kein licht -
    ist auch das herz blind, erkennt man die dinge nicht mehr, wie sie wirklich sind

  3. #33
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    Danke Liara, diese Sicht teile ich. Also den Vorhang zu und alle Fragen offen. Gute Nacht
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #34
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    Guten Morgen, bestimmt viele (alle) Opfer sind potenzielle Taeter/Kotzer; an sich selber (Selbstzerstoerung) und/oder anderen. Sich ueber Gedichte auskotzen duenkt mich dagegen wunderbar. MANUfaktur, du seist herzlich willkommen, LG, L.
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
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  5. #35
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    wer kotzen will, sollte vielleicht besser nicht anzug und krawatte anziehen oder zumindest auf der erde bleiben und nicht im flugzeug nach mallorca fliegen? und wenn schon, dann die kotze nicht mit mayo und ketchup anrichten oder dieses doch wenigstens so, dass es als willentlicher akt von bildsprache verstanden werden kann.

  6. #36
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    Zitat Zitat von Claudi. Beitrag anzeigen
    Hier habe ich noch ein weiteres Beispiel dafür, wie es gelingen kann, das Thema lyrisch aufzubereiten.
    Also das ist so ziemlich das schlechteste Beisiel, dass man anführen könnte - mit Verlaub, liebe Claudi - du weißt, ich schätze deine Meinung sonst sehr; meine Begründung dafür ist in dem Faden dort nachzulesen.

    Lieber MANUfaktur!

    Zitat Zitat von MANUfaktur
    Vielleicht kann der Leser nicht fühlen, mit wieviel Wut und Trauer dieses Gedicht geschrieben wurde.
    Es richtig sich ja an den (oder die) Täter (...und das ist vielleicht der Vater eines Kindes, der Onkel, der große Bruder, der "nette" Nachbar von nebenan; und weibliche Täter sind ja nicht ausgeschlossen...). Und es passiert jeden Tag, jede Stunde, überall in der Welt. Warum bedarf es darüber keines Gedichtes? Sie meinen die Gedichtform an sich ist für dieses Thema nicht passend? Zu beschönigend? Aber gerade Gedichte sind doch ausdruckstark, erreichen die Menschen. Und wie oft kann der Staat oder die Gesellschaft nicht eingreifen, weil niemand etwas weiß oder ahnt. Wenn ich nur einen dieser Täter erreichen würde, dazu beitragen könnte, dass er begreift, was er anrichtet, was er zerstört und das Kind "in Ruhe gelassen" wird, hätte dieses Gedicht seinen Sinn erfüllt.
    - Hervorhebungen sind von albaa

    Also im Gegensatz zu dem von Claudi angeführten (schlechten) Beispiel, das bloß auf Wirkung aus war, empfinde ich das hier viel ehrlicher; ja, ich kann es spüren, dass dieses Werk mit viel Wut und Trauer geschrieben wurde; wenn auch dieser lyrische Appell an die Täter und Mittäter (Wegschauer) und dein Sendungsbewusstsein ("Wenn ich nur einen dieser Täter erreichen würde, dazu beitragen könnte, dass er begreift, was er anrichtet, was er zerstört und das Kind "in Ruhe gelassen" wird, hätte dieses Gedicht seinen Sinn erfüllt.") naiv sind und das ganze Ding noch dazu schlecht geschrieben ist. Die (gute) Absicht zählt hier leider nicht fürs Werk. Das hier ist ein Lyrikforum und nicht in ein Froum, wo es um die Aufarbeitung solcher Themen geht. ME sollten sich an solche Themen sollten sich nur wirklich Profis wagen.

    LG
    albaa
    Geändert von albaa (12.02.2018 um 13:40 Uhr)

  7. #37
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    Hallo zusammen,

    das ist jetzt sehr viel an unterschiedlichen Auffassungen und Anregungen, was hier zusammenkommt. Manufaktur, fühl Dich jetzt nicht zu sehr bedrängt! Wenn Du Lust hast, können wir die angesprochenen Punkte in aller Ruhe nach und nach durchgehen. Aufmerksamkeit zu wecken, ist Deinem Gedicht auf jeden Fall schon mal gelungen. Was nach meinem Empfinden noch fehlt, ist eine deutlichere gedankliche Struktur und handwerkliche Übung. Das lässt sich lernen!

    Auf diese beiden Bereiche waren fürs Erste die Beispieltexte von Gugol, Lilisarah und mir ausgerichtet. Kaspars Anregung, hier bildhafter zu werden, ist natürlich auch eine mögliche Herangehensweise. Auch dafür ließen sich b.B. Beispiele verlinken. Geeignete Bilder zu finden, ist allerdings nicht ganz leicht und erfordert (mindestens) genauso viel Übung. Hier z.B.:

    Ihr nehmt einen Diamant
    und zerbrecht ihn in Splitter.
    Baut auf ihre Schwäche,
    macht ihr Leben bitter.


    möchtest Du auf die Zerbrechlichkeit der Kinder hinweisen. Dafür sind Diamanten (der härteste natürlich vorkommende Stoff) denkbar ungeeignet, auch wenn sie für Kostbarkeit stehen.

    Aber gut, am besten, wir lassen Dich jetzt mal wieder zu Wort kommen.

    LG Claudi
    Geändert von Claudi. (14.02.2018 um 15:47 Uhr)
    com zeit - com .com

  8. #38
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    Ihr lieben!
    Wow, was für eine Diskussion.
    ...muss ich erstmal durchatmen...

    Also ich danke euch erst mal für die zahlreichen Rückmeldungen.

    Ich fand mein Thema weder "hohl" noch verharmlosend und eigentlich mag ich es immer noch, auch nachdem ich es jetzt unter euren Gesichtspunkten viele weitere Male gelesen habe. Vielleicht liegt es daran, dass es doch irgendwo aus meiner Seele spricht, auch wenn das bei einigen nicht so ankommen mag.

    Trotzdem habe ich natürlich die "Büschel in meiner Suppe" erkannt. Ihr habt euch viel Mühe gegeben, aufzuzeigen, wie es auf andere wirkt und was nicht passt und ich staune über die vielen Verbesserungsvorschläge.

    Liebe Margot, deine Worte sind sehr aufbauend, danke.

    Dein Gedicht Gugol finde ich sehr klar und auf den Punkt gebracht. Denke aber auch, dass es so ganz anderst ist (irgendwie fehlen mir da noch ein paar mehr ausgesprochene Worte) und finde es daher schwierig zu vergleichen. Die Punkte, die du erläutert hast, auf was du bei deinem Beispielgedicht geachtet hast, fand ich sehr interessant.

    Lieber Kaspar, klar bin ich Anfänger und nehme gerne Kritik entgegen, finde aber auch, dass man sich deutlich und trotzdem nicht so zerschlagend ausdrücken kann. Danke aber für so viel Statement.

    Liebe Lilisarah, danke für das angeführte Gedicht von Stefan Krüger, finde auch, das ist eine wirklich gute Herangehensweise an dieses Thema, man fühlt auf eine Art und Weise dieses "Hadern des Täters mit sich selbst" und diese "Scheinheiligkeit " um das eigene Gewissen zu beruhigen. Dein Tipp, nicht das große und ganze in Worte fassen zu wollen, sondern sich auf ein Detail zu konzentrieren, worauf man das Gedicht aufbaut, finde ich gut zusammengefasst und sehr lehrreich.

    Dein Vorschlag, liebe Claudi, wie man das Thema lyrisch aufbereiten kann, hat mich auch sehr angesprochen. Mir kamen fast die Tränen bei den Bildern, die sich dabei in meinem Kopf abspielten und ich fühlte wahrlich die gefrorene Luft, den Schatten und das pulsierende Herz. Was ich noch zu dem Vergleich "Kinder mit Diamanten" sagen möchte, ist, das das eigentlich bewusst war, da Kinder einerseits zerbrechlich sind (daher der Vogel mit gebrochenem Genick), aber anderseits auch sehr widerstandsfähig und ich sag mal "elastisch" (ja, sind Diamanten durchaus...) sein können.
    Wenn er jedoch in einem "bestimten Winkel" getroffen wird, kann er in tausende von Teilen zerbrechen. Er muss gut gepflegt werden, und ist anfällig gegenüber "giftigen Substanzen". Und weil er so wertvoll ist, soll er durch eine "Fassung" "geschützt" werden. Vielleicht kannst du meinen Vergleich jetzt besser nachvollziehen, aber vielleicht bist du auch anderer Meinung.

    Liebe/r Richmodis, danke auch für dein willkommen heißen, finde es gut, dass dich mein "Auskotzgedicht" zumindest nicht abgestoßen oder verärgert hat. Denke auch, dass es doch auch was mit Subjektivität zu tun hat und von unterschiedlichen Wahrnehmungen und Befindlichkeiten abhängt.

    Liebe Liara, du hast wirklich viel Licht in den Faden gebracht, deine Erklärungen sind für mich sehr hilfreich, deine Bilder haben mich inspiriert und mir die Diskussion über dieses Thema nochmal sehr verdeutlicht.

    Liebe/r LAF Strassler, ja, mit "nicht wegsehen" können wirklich ALLE angesprochen werden. Danke auch für das willkommen heißen.

    Lieber albaa, deine ehrlichen Worte kamen bei mir an und ich gebe zu, wie auch Kaspar schon ähnlich erwähnte, dass es naiv ist, zu denken, mit dieser (guten) Absicht etwas ändern zu können. Es sollte aber nicht nur eigene "Aufarbeitung" von Wut und Trauer sein, sondern auch andere ansprechen, die dieselbe Wut und Trauer fühlen (oder sie sich vorstellen können) und an diesen Menschen richten, der dafür verantwortlich ist. Vielleicht ein zuvor stiller Vorwurf, der laut wird, ein Brief an den Verantwortlichen geschrieben, der aber nie abgeschickt wurde.

    Klar rüber kommt von euch allen, dass noch viel gefeilt werden sollte, bzw andere Herangehensweisen sinnvoller wären.
    Werde ich mir auf jedenfall zu Herzen nehmen.

    Danke an euch und liebe Grüße
    MANUfaktur
    Geändert von MANUfaktur (15.02.2018 um 03:35 Uhr)

  9. #39
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    Hi MANUfaktur, ich las dein Gedicht eben nochmals. Es ist sehr aufwuehlend, was ich toll finde, starke, wahre Aussagen, z.B. S7, es braucht keine Ueberarbeitung, ev. etwas kuerzer, um den Effekt auf den Leser zu verstaerken resp. zu erreichen. LG, Lorenz
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  10. #40
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    zu S7
    Narben sind Heilung.
    Gerade hier zeigt sich, dass die Reimlust ins Leere geht.
    Auch hier ist der eigentliche Inhalt weggewischt.
    Gerade hier fehlt der Form ein Zugang für Emotion.
    Kaspar

  11. #41
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    Ein freundliches Hallo, MANUfaktur und willkommen im Forum,

    wenn die Gefühle urplötzlich hervorbrechen, kommt ein Gedicht wie das deine heraus. Du hast es wahrscheinlich, so wie die Gedanken kamen, niedergeschrieben und spontan veröffentlicht. Das rächt sich in der Regel, weil keine vernünftige Überarbeitung stattfinden konnte. Trotzdem finde ich einiges, das lesenswert ist. Dein Gedicht ist lang, aber bei weitem nicht so lang, wie das Martyrium der Kinder.

    Liebe Grüße
    Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  12. #42
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    in einer tv-sendung über flüsterwitze sprach einer der experten ein wort, das mmn auch für gedichte gelten darf (welche wie der witz eine verdichtung, eine kompression beabsichtigen).
    einen guten witz zeichnet die tatsache aus, dass er das denken und fühlen erleichtert, nicht vorschreibt.
    so ungefähr. ich denke, dass das perfekt in diesen faden passt.
    kaspar

    edit: es wäre vielleicht mal an der zeit, in zeile 3 den akkusativ "den Schmerz" in einen nominativ "der Schmerz" zu verwandeln. obwohl ich, artnamen, kein dichter aus zürich bin, hänge ich kleinlich an solchen kleinigkeiten.
    Geändert von kaspar praetorius (22.02.2018 um 10:03 Uhr)

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