Thema: Helium

  1. #1
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    Helium

    Hoffnung statt blaue Gedanken
    Immer vorwärts statt zweifelnd zurück
    Dein Auftrieb, dein Lachen, deine Leichtigkeit selbst im Dunkeln
    Dein Glaube statt Resignation

    Du ziehst mich mit deinen Farben nach oben
    Löst meine Ketten mit Leichtigkeit vom Boden

    Dein Lachen gegen all die fiesen Grimasse
    Wie Helium für meine Welt
    Nächtelang reden, gemeinsam im Regen stehen, wir tauchen unter
    Nächtelang reden

    Du ziehst mich mit deinen Farben nach oben
    Löst meine Ketten mit Leichtigkeit vom Boden
    Was soll ich sagen, mir fehlen die Worte
    Was kann ich noch sagen, dafür gibt's keine Worte

  2. #2
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    Hallo Boerdi und willkommen! Mir gefällt, dass du deine Gedichte ins Arbeitszimmer stellst, erstmal vorsichtig ankommst und guckst, wie das hier so läuft. Mir gefällt auch ganz viel an deinem Gedicht über die Leichtigkeit, die das lyrische Ich durch die Freundschaft/Liebe von einem Du erfährt, und Helium passt als Titel wunderbar. Mehrere Zeilen passen in dieses Luft/Leicht/Schwebe-Thema:
    Dein Auftrieb, dein Lachen, deine Leichtigkeit
    Löst meine Ketten mit Leichtigkeit vom Boden
    Wie Helium für meine Welt
    Dann kommt aber noch anderes mit rein, was eher mit optischer Wahrnehmung zu tun hat:
    blaue Gedanken
    mit deinen Farben
    selbst im Dunkeln
    Grimassen
    Und dann gibt es noch den Regen und die fehlenden Worte, die weder zum einen noch zum anderen passen.
    Ich persönlich würde versuchen, die Bilder/Metaphern für ein Gedicht aus einem Thema heraus zu suchen. Statt blaue schwere Gedanken, statt Regen Wind, statt Farben Ballons (naja, weiss nicht ob das ginge, aber so was in der Art halt).
    Auf jeden Fall aber wünsche ich dir viel Freude im Forum, denn wer will, kann von und mit den anderen ganz viel lernen - mir zumindest ging und geht das so. LG gugol
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  3. #3
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    Hi gugol,

    lieben Dank für dein ausführliches Feedback und deine ehrlichen Worte!
    Ich kann deine Anmerkungen absolut nachvollziehen!

    Vor allem der nachträglich ausgewählte Arbeitstitel "Helium" lenkt den Leser nun von Anfang an in diese eine klare Richtung ("Leichtigkeit, Schweben etc"), verstehe dass es dann verwirrt, wenn zwischendurch immer wieder negativ behaftete bzw. melancholische Worte aufkommen.
    Tatsächlich wollte ich ursprünglich aber nicht nur von Leichtigkeit schreiben, sondern bewusst die Gegensätzlichkeit des lyrischen Ichs ("blaue Gedanken, Dunkelheit, Schwere, Ketten") und des/der Angesprochenen ("Leichtigkeit, Farben, Hell") aufzeigen.
    Den Arbeitstitel habe ich erst gestern gewählt, vielleicht sollte ich diesen dann nochmals überdenken.
    Vermutlich ist es auch wichtig eine klarere Struktur für die Gegenüberstellung der beiden Welten einzuführen?

    Auch deine Anmerkung zum dritten, scheinbar gar nicht passenden Aspekt (fehlende Worte) verstehe ich gut.
    Mir persönlich gefällt nur oftmals der Sprung von der sehr bildlastigen Sprache zurück in die Realität,
    zurück zu den einfachen, ungekünstelten Worten des Autors "Was soll ich sagen, mir fehlen die Worte".

    Vielen Dank auf jeden Fall für deine Analyse und neuen Denkanstöße, hat mir wirklich weitergeholfen!
    Liebe Grüße aus Stuttgart
    Boerdi

  4. #4
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    Oh, Gegensätze sind wichtig und ohne Melancholie wäre dein Gedicht Friede-Freude-Eierkuchen, das willst du natürlich nicht. Leicht/schwer, losgelöst/angekettet passt doch wunderbar.
    Wo du die Form ansprichst: Rein optisch fallen diese beiden überlangen Zeilen auf, für die es mMn keinen inhaltlichen Grund gibt. In beiden sehe ich Kürzungsmöglichkeiten: S1Z3 Leichtigkeit oder Auftrieb streichen, sagt in etwa dasselbe aus // S3Z3 nächtelang reden streichen, kommt ja unten nochmal und ist jetzt nicht so bedeutungsschwer, dass es der Wiederholung bedarf.

    Ich seh schon, du hast dir sehr viele Gedanken gemacht, das war nicht ein eben mal aus dem Bauch raus Runterschreiben. Und du kannst mit Kritik was anfangen, ohne deine eigenen Intentionen zu kippen. Ich bin überzeugt, von dir hier noch viel Feines zu lesen. LG gugol
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