1. #1
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    Alles hat seine Zeit


    Alles hat seine Zeit

    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Das Geborenwerden und das Sterben,
    Das Lieben und das Geliebtwerden,

    Das Geschaukeltsein – und das Erben,
    Magerzeiten und volle Tassen,

    Das Kindergartenalter, der Sandkasten,
    Der Christkindglaube und die Zweifel,

    Die Jugendhektik und das Rasten,
    Sommerhitze und Schneeschieben,

    Das Taufen und das Konfirmieren,
    Die große Heirat und die freie Liebe,

    Die Kommunion, das Gotterspüren,
    Die Zärtlicheit und die wilden Triebe,

    Die Arbeitswelt und die Urlaubszeit,
    Herbsternten und Frühlingserwachen,

    Die Familie, Sommer- und Winterzeit,
    Kahle Bäume und fröhliches Lachen,

    Mal Schmerzen und mal Einsamkeit,
    Üppige Feste und schmaldürre Zeiten.

    Und am Ende – welch eine Gnade! –
    Trotz Verlassensein das Vorbereiten

    Im Auferstehungsglauben, der nicht schadet,
    Lebensvollendung mit Nehmen und Geben,

    Wenn endlich der Himmel sich auftut,
    Nach einem erfüllten, freien und reichen Leben.

    *

  2. #2
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    Hallo Dr. Karg,

    vielem wird nachgetrauert und man möchte es gerne zurückholen, was in diesem Leben kaum möglich ist. Es bleibt die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt. Nicht jedes Leben ist erfüllt, frei und reich. Ein Leben im Jenseits oder nach einer Wiedergeburt könnte die Erfüllung bringen und vieles möglich machen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Dr. Karg,
    der spiritus rector gefällt mir besser - von Auferstehung ist da allerdings keine Rede. Der schreibt lapidar und wahrhaft biblisch: "Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt auch er, und sie haben alle einen Odem, und der Mensch hat nichts voraus vor dem Vieh; denn es ist alles eitel."
    Also - wenn schon mit leichten Veränderungen und ohne die jeweiligen Alternativen bei Salomon rein schielen, dann wenigstens im Titel (...in Anlehnung an Salomon).
    Festival

  4. #4
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    Lieber Festival, lieber Hans Plonka,
    natürlich "ist alles eitel". Auch die Eitekeit hat ihre Zeit...
    Die Frage ist nur, wie der Mensch im Bewusstsein der Sterblichkeit damit umgeht und ob ihm der Gottesglaube helfen kann, sein Leben auch dann als erfüllt zu sehen, wenn es vielleicht nicht ganz so erfüllt war. Mir ging es im Gedicht um das tröstliche Moment des Glaubens.
    LG H. H. Karg

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