Thema: MeTooNot

  1. #1
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    MeTooNot

    .







    MeTooNot

    Alleen
    Alleen und Schwerter
    Schwerter
    Schwerter und Recken
    Alleen
    Alleen und Recken
    Alleen und Schwerter und Recken und
    einer der sich wundert
    Geändert von Eremit (26.02.2018 um 01:59 Uhr)
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  2. #2
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    Lieber Eremit,

    habe die Aussage leider nicht verstanden.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Lieber Hans,

    das ist nur eine kleine persönliche Reaktion auf eine für meine Begriffe überzogene Übertreibung einer sonst durchaus nachvollziehbaren Bewegung.

    LG Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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  4. #4
    Sneaker Guest
    Hallo Eremit,

    im ersten Anlauf gings mir wie Hans. Außer einem "Hä"? war da nix in meiner langen Leitung. Bei deinem Post an Hans ist dann der Groschen gefallen.

    Eigentlich wärs gar nicht kryptisch, wenn ich die Überschrift genau gelesen hätte. Aber wie heißts: hindsight is twenty/twenty

    Sneaker

  5. #5
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    Hallo Sneaker,

    die Überschrift sollte auch die Verbindung herstellen. Ich erwäge auch immer noch, die Alleen durch Armeen zu ersetzen.

    LG Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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  6. #6
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    Hi Eremit,

    der Gomringer Bezug erschließt sich jedem, der das Gedicht und die Debatte darum kennt, sofort.
    Mir gefällt Dein in Worte gefasstes Stirnrunzeln sehr gut, besonders der Begriff Recken. Er beinhaltet gleichermaßen die durchsichtigen, schweren Kettenhemden als auch die gefühlte Ritterlichkeit, die da mitreitet.

    Bitte ersetze Alleen nicht! Das würde ein zu martialisches Bild erzeugen und passt weder zu den Recken noch zu dem der, sich wundert.

    LG Okotadia
    Früher waren die Stühle schöne, blütenfressende Tiere. Doch sie ließen sich zu leicht zähmen...
    Zbigniew Herbert

  7. #7
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    Lieber Eremit

    wenn ein Gomringer Gedicht hier im Forum gegen die Forumsregeln verstieße, würde ich mich umorientieren. Gerade die Interpretierbarkeit eines konkreten Poesiestils ist der willkürlichen Empfindung nahezu ausgeliefert. Hier hat sich mEa. die Geisteshaltung der Entscheider ins Knie geschossen.
    Dabei will sich mir dies als Ausdruck eines Zeitgeistes mitteilen, welcher längst oder im Grunde schon immer an den Wurzeln des künstlerischen Freiheit genagt hat.
    Gehört die Kunst bei einem Sexismusvorwurf von Gomringer automatisch überpinselt? Auch wenn ich eine lebhafte Sexismusdebatte im Grunde für sinnvoll halte. Ich teile deine Verwunderung, und habe darüberhinaus Bedenken.
    Die Grenze der Kunst darf nicht meine Grenze sein, oder die Grenze irgendeines Machtapparates, oder einer Gruppe von Asta Mitgliedern.
    Wenn sich jemand in seinen Persönlichkeitsrechten durch die Kunst verletzt fühlt und dies in einem juristischen Streit durchsetzt, wo er / sie ihren Schutz erfährt, ist die Zensur durch willkürliche oder juristische Fehlinterpretationen nicht mehr weit. Demnächst fühlt sich vielleicht jemand durch die Perfektion und Idealisierung von Michelangelos Venus verletzt, weil die Perfektion den ,,normalen" Frauenkörper gleichermaßen herabsetzt und entwürdigt. Dann muss sie vielleicht verhängt werden, weil es ein Urteil so verhängt.
    Die Positionierung ziehe ich aber der Haltung der Verwunderung vor. Warum bist du verwundert? Du befindest dich in der Humorabteilung und gerade der Umgang mit dem Gomringer Gedicht ließe auf dieser Bühne mehr als den Ausdruck von zurückhaltender Verwunderung erwarten. Der Aspekt ist klar, du willst die Absurdität durch die Einführung von Recken herbeiführen, welche sich in der umgekehrten Betrachtung ergibt.
    Allein unter humoristischen Aspekten ist für mich aber der Humor durch die bloße Anwesenheit von Recken schwer auszumachen, es verbliebt bei mir eher eine Nachdenklichkeit.
    gerne gelesen,
    L.G.A.

  8. #8
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    Hallo Okotadia,
    vielen Dank für Dein Feedback.
    Zitat Zitat von Okotadia
    Bitte ersetze Alleen nicht! Das würde ein zu martialisches Bild erzeugen und passt weder zu den Recken noch zu dem der, sich wundert.
    Genau dieser Gedanke hielt mich auch davon ab, zumal ich dann konsequenterweise auch beim Gomringerschen Bewunderer bleiben müßte. Aber gerade diese Abweichung vom Bewunderer zum Verwunderten war mir wichtig.

    Lieber Anjulaenga,
    Deine Einlassungen treffen im Wesentlichen die Beggründe für diese Gomringer-Adaption. Die MeToo-Bewegung entstand ja spontan und warf den überschweren Deckel des Schweigens auf einem offensichtlich überhand genommenen Machtmissbrauch gegenüber Frauen in scheinbar allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens hinweg. Was da jetzt zutage tritt, empört auch meine emotionale Seele und die rationale bestätigt, ja hier mußte notwendigerweise etwas geschehen, denn manches hat sich in den Jahrzehnten wie ein Krebsgeschwür breit gemacht und sich auch in vielen jovialen Floskeln verankert, die gedankenlos benutzt werden ohne über deren ehrverletzende Wirkung nachzudenken. Das ist schlicht und ergreifend respektlos und Respekt zollen, muß man(n) offensichtlich immer wieder neu lernen. Und lernen müssen wir wohl auch, dass es unter uns nicht wenige gibt, die sexistischen Unsinn nicht nur aufnehmen und weitertragen, sondern auch noch Ernst nehmen, als Legitimation für abnormale Veranlagungen. Soviel zum Thema MeTooYes.

    Nun zum Thema MeTooNot.
    Es macht keinen Sinn, aus dem Unsinn die Notwendigkeit abzuleiten, alles Sinnliche, alles Erotische aus unserem Leben zu verbannen, wie eine inquisitorische Kulturrevolution über alle und alles her zufallen, was das Bild der Weiblichkeit als Symbol für das Schöne im Leben benutzt.

    Im angefeindeten Gedicht vom Gomringer sehe ich übrigens die Frauen überhaupt nicht als synonymes Begierdeobjekt eines sexhungrigen Beobachters, sondern vielmehr als ein wesentliches Element der friedlichen Stimmung, die von dem Gedicht ausgeht. Daran sollte auch meine ins Absurde weisende Adaption mit schwerttragenden Recken anstelle der unter Bäumen spaziergehenden Frauen anknüpfen.

    Also bei allem berechtigten Zorn, bei aller berechtigter Forderung, Respekt nicht durch Oberflächlichkeit zu versagen - bitte, bitte die Kirche im Dorf lassen.

    LG Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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