1. #1
    Registriert seit
    Aug 2017
    Beiträge
    151

    Dem anderen Jubilar

    Dem anderen Jubilar

    Wir hatten uns doch kaum geniert
    als wir den Grauskopf adoptiert.
    Als Bub war Doktor-med. sein Ziel,
    doch blieb es nur beim „Doktorspiel“!

    Im Dorf machte er Lärm um sich,
    schickt unsre Tochter auf den Strich!
    Der Stiefschwester schiens Spaß zu machen,
    doch uns verging sehr bald das Lachen!

    Er dealte Koks und Heroin
    und war in allen Cliquen „In“.
    Und unser armes Töchterlein
    zog sich den gold’nen Schuss hinein.

    So bracht’ uns dieses schwarze Aas
    nur Schmerzen ohne Unterlass!
    Er wurde fünfundvierzig schnell
    und feiert das heut‘ im Bordell.

    Als Vater bin auch ich geladen,
    von Adoptivsohns hohen Gnaden.
    Ich habe ja nicht mehr allzu viel,
    drum schenk ich ihm ein Glockenspiel:

    Ich mach mich auf den Weg nun schnell
    bin fünf vor zwölf dort im Bordell.
    Auf seinem Schoß links rechts ein Mädel,
    ich halt die Glock an seinen Schädel!

    Und drücke ab - zweimal zu viel:
    Dem Jubilar mein Glock-End-Spiel!
    Geändert von Droz Zefalu (27.02.2018 um 01:08 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Aug 2016
    Beiträge
    60
    Hab mich gut amüsiert.

    Danke fürs Posten.

  3. #3
    Dr. Üppig Guest
    Sehr amüsant, wenn man den (chronologischen) Vorgänger kennt.
    Für Strophe 4 Vers 4 schlage ich eine metrische Änderung vor: "und feierts heute im Bordell."

    mfG

  4. #4
    Registriert seit
    Nov 2008
    Beiträge
    9.880
    Lieber Dr. Üppig,

    Du berichtest uns von einer schlimmen Erfahrung die auch als Warnung verstanden werden kann. Ich sehe es als schwarzen Humor, der sicher nicht zu verallgemeinern ist. Unsicherheit gibt es immer und man muss mit vielem rechnen, doch so extrem kann es nur humorvoll gemeint sein.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
    Dr. Üppig Guest
    Lieber Hans Plonka,

    ich berichte höchstens von meinem Leseeindruck. Das Gedicht ist von Droz Zefalu.

    mfG

  6. #6
    Registriert seit
    Aug 2017
    Beiträge
    151
    danke für eure kommentare –

    die meinung die du dr.Ü. vertrittst würde naheliegend zur allgemeinen zustimmung (S.H.) sein. geht man aber davon aus dass ein mensch ungewöhnlich viel unglück über eine familie gebracht, dann könnte es schon sein, dass der alte vater – er könnte wie dr. karg 70 jahre alt und krebskrank sein – einen verzweifelten letzten schritt vor seinem eigenen tode macht. es ist durchaus vorstellbar. daher ware meine absicht sowohl den S.H., als auch eine eventuelle reale geschichte zu verfassen.

    lieben gruß
    Droz

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Dem Jubilar
    Von Dr. Karg im Forum Diverse
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 02.03.2018, 10:39
  2. Dem 40-jährigen Jubilar
    Von Dr. Karg im Forum Hoffnung und Fröhliches
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 25.02.2013, 10:39
  3. Die Anderen
    Von TheOneWhoLives im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 18.12.2011, 18:27
  4. Die Anderen
    Von Hans Plonka im Forum Natur und Jahreszeiten
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 25.08.2011, 20:42
  5. Die anderen
    Von §chris§ im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 28.05.2006, 21:39

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden