Die einen und die anderen

Da starren sie auf ihre Facebookzeilen
Und glauben Deutschland sei vollends entflammt.
„Goldstücke“, „Umvolkung“, „Chaos“, sie teilen
Das Unheil hinaus mit wütender Hand.

Sturm der Entrüstung nebst „Deutschland erwache“
Schallt es gleich einer mattbleiernen Wand.
„Gutmenschen“ droht eine blutige Rache,
Vaterlandshasser vom linksgrünen Rand.

Dort liest man mit frostigem Unbehagen
Die gleichen Zeilen – nur anders im Klang.
Statt Angst vor dem Fremden mag man verzagen
Vorm nationalvölkisch dröhnenden Hang

Der seinerseits schockgleich geteilt und kopiert
Als Filter der Gegenrede fungiert.
So sind sie, die einen, die Furcht lässt sie hassen.
So sind sie, die andren, die können’s nicht fassen.