Thema: Erkenntnis ?

  1. #1
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    Erkenntnis ?

    Wenn wir wären, wie wir wären,
    wären wir dann so, wie wir sind ?
    Hilft es uns in uns zu gären
    oder bleiben wir dann nur Kind ?

    Wenn wir wüssten, was wir wissen,
    was wüssten wir dann überhaupt ?
    Die von sich so hingerissen,
    die haben sich das selbst geglaubt.

    Dresden, D., 28.02.2018

  2. #2
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    Lieber copiesofreality,

    die Aussage ist gut und treffend, hätte jedoch noch besser unter Phylosophisches gepasst. Mit angepasster Metrik würde es sich flüssiger lesen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Lieber copiesofreality

    Auf der Humorseite kann ich deinem Text nahezu null abgewinnen. Deshalb versuche ich es mal unter Rätselhaftes.
    Kryptisch kommt deine im doppelten Konjunktiv gesetzte Verschachtelungsfrage bei mir an. Gäbe ich dir möglicherweise darauf eine Antwort, würden meine Worte dir das wiedergegeben haben, was sie vorgäben zu sein? Gut, wenn du es kryptisch halten würden wolltest, hätte der Konjunktiv nur die Aufgabe gehabt, irgenwie auf das Kind zu kommen, was noch nicht mit solch gewichtigen Fragen konfrontiert worden ist. Was dann weiter zu der Frage führt : was ist authentisch, was ist aufgesetzt und aufgepropft, wer glauben wir überhaupt zu sein. Auch das Wissen bleibt in deinem Gedicht in der Schwebe und lässt einen großen Zweifler am Ende der Fahnenstange vermuten.
    In der eigenen Auflösung und Beantwortung deiner Fragen zum Ende der Strophe 2 wird der Nicht- Zweifler als ein Verblendeter gesehen, der von sich hingerissen ist, und sich selbst den Umstand glaubt, zu wissen.
    Wir leben im Zeitalter von perfekten und perfiden Sinnestäuschungen und Illusionen, und da ist natürlich solch eine zweifelnde Grundhaltung zu verstehen, welche Wissen und Sein in den Bereich der Möglichkeiten verschiebt. Wollte man diesen Gedanken konsequent durchdeklinieren, müsste man den Indikativ komplett aus unserer Grammatik streichen. Die gesamte angebliche Wissenschaft bräche wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Jurisdiktion könnte einpacken, da sie auf dem unendlichen Feld aller Möglichkeiten und Annahmen für jeden absurd erscheinen muss. Unser gesamtes Dasein ist der kompletten Lächerlichkeit preisgegeben. Und selbst die Weiterverfolgung dieses Gedankens und der daraus sich möglicherweise anschließenden Erkenntnis wäre lächerlich. Archimedes hatte damals schon ,Heureka' ausgerufen, weil er mit den Gedanken eines ewigen Zweiflers nicht weiterkam und darin stagnierte. ,Gib mir einen Punkt, und ich kann die Welt aus den Angeln heben' rief er. D.h. zur Gestaltung unserer Welt sind wir auf solche Fixpunkte und Koordinaten nunmal angewiesen. Da spielt die Verifizierung eine zweitrangige Rolle. Alles kann aber nach Bedarf unseren Bedürfnissen und unserem ( vermeintlichen ) Wissensstand wieder angepasst werden, was ja auch laufend geschieht. In einer narzisstischen Welt mag z.B. die Hingerissenheit von sich selbst die Grundlage darstellen, aber es gibt ja noch etliche andere Grundlagen von Erkenntnissen. Wenn man Entwicklung wörtlich nimmt, so wird ein Kind immer das entwickeln, was es schon längst in sich trägt. Von daher kann es sich nur treu bleiben. Es lernt bestenfalls das zu glauben, was es in sich trägt.
    Was den Lesegenuss und -Fluss angeht, da muss ich mich Hans Plonka anschließen. Aber vielleicht sollte gerade das ja die humorige Seite des Gedichtes darstellen. L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (07.03.2018 um 08:57 Uhr)

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