1. #1
    Registriert seit
    Aug 2010
    Beiträge
    4.970

    Vorgartenleben


    Vorgartenleben

    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Wenn sich die Schneeblüher nun drängen,
    Liegen verstreut noch Reste Schnee,
    Wo Triebe sich durch Weißes zwängen,
    Durch Eiskrusten, durch die Schneeweh'.

    Der Frühling kehrt dort später ein,
    Wo Hauswerke den Norden schützen
    Und Schneeblüher so ganz allein
    Die Eigenmacht zum Treiben nützen.

    Was noch so klein auf Böden liegt,
    Bleibt ganz versteckt unter der Decke.
    Das Krusteneis, das nicht besiegt,
    Schützt Pflanzen an der kalten Ecke.

    Es ist alljährlich jener Kampf,
    Bei dem Pflanze und Winter streiten:
    Wer siegt, wenn schon in Dunst und Dampf
    Südlich die Strahlen Leben weiten?

    *

  2. #2
    Sneaker Guest
    Geschätzter HHK,

    Auch hier ist wieder ein Lob fällig für die Verwendung deutscher Worte in diesen 4 kreuzgereimten Stanzen. Jedoch ist leider wenig Fortschritt auf dem weiten Feld der Grammatik erkennbar. Ein Satz der mit „wenn“ eingeleitet wird z.B. dem fehlt etwas, wenn ebenjenem „wenn“ nicht ein sinnvolles „dann“ folgt.

    Auch eine gewisse innere Logik in einem Text ist nicht schädlich. Da hapert es leider auch.

    In ihrem S1 drängen sich die Schneeblüher. Böse Menschen könnten denken, dass das „sich drängen“ von Ihnen reflexiv eingesetzt wird.

    Aber nehmen wir an, dass Sie mit dem ersten Teilsatz eine Zeit- und Ortsbeschreibung einleiten wollten. und „liegen verstreut noch Reste Schnee“ ein Einschub sein möchte.

    Also die Schneeblüher drängen sich durch Eiskrusten, durch die Schneeweh‘ (eine sehr gelungene Misshandlung der Sprache übrigens, diese reimgequälte Verkürzung) wo Triebe sich durch Weißes zwängen. Aha.

    Aber wie kann bitte eine Schneewehe gleichzeitig „Reste Schnee“ sein? Es könnte natürlich sein, dass hier die Taiga beschrieben wird. Dort könnten Schneewehen Reste von Schnee sein. Aber dort gibt es sicher mehr als eine Schneewehe. Sie haben jedoch spezifisch eine „-weh‘“erwähnt.

    In S 2 haben wir den schönen Begriff „Hauswerke“. Nun ja, früher mal war das ein Begriff fürs „Heimwerken“ sozusagen die Eigenproduktion von Waren zu Hause. Aber hier?

    Immerhin ist es in Zeiten der Klimaerwärmung schön, dass es Dinge gibt, die den Norden schützen. Ob hier wohl die Eskimos ihre Kühlschränke haben offen stehen lassen. damits kälter wird? Aber dann würden die Lampen brennen in den Schränken. Das wäre auch kein Schutz für den Norden.

    Und dass sich die Schneeblüher eigenmächtig aufs „Treiben“ stürzen wirft dem Fass echt die Kronenzacke in die Zehe. Die könnten doch was Sinnvolles tun und auch den Norden schützen?

    In S 3 fragt man sich unwillkürlich, ob das LI einen Röntgenblick besitzt. Es kann anscheinend durch eine Decke auf den Boden blicken wo ganz Kleines sich versteckt?

    Und das Krusteneis, das nicht besiegt? Wen soll es denn besiegen und warum weigert es sich? Aber immerhin, es schützt dafür Pflanzen an der kalten Ecke.

    Und die Pflanze streitet mit dem Winter und Strahlen lassen Leben in Dampf und Dunst im Süden weiten? Seltsame physikalische Phänomene in eine leider sehr schlechte sprachliche Form gekleidet.

    Sneaker

  3. #3
    Registriert seit
    Aug 2010
    Beiträge
    4.970
    Lieber Sneaker,
    es geht hier um Bilder und um Empfindungen, nicht um physikalische Gesetze.
    LG H. H. Karg

  4. #4
    Registriert seit
    Jun 2008
    Ort
    Im wilden Süden
    Beiträge
    4.132
    Zitat Zitat von Dr. Karg Beitrag anzeigen
    Lieber Sneaker,
    es geht hier um Bilder und um Empfindungen, nicht um physikalische Gesetze.
    LG H. H. Karg
    werter dokter,
    aber sicher geht es um physik: im schatten ist weniger wärme, daher die eisreste. was der kollege meint, ist etwas anderes: es ist die abstrusi- und absurdität der an den haaren herbeigezogenen quasimetaphern, deren sinnhaftigkeit sich sprachlich und logisch schlecht gemachten reim- und metrumsversuchen unterordnet. auch das ist eine art von physik: die trennt das, was nicht zusammengehört.
    es wäre schön und klug gewesen, diese trennung im obigen versuch anzuwenden.
    lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  5. #5
    Registriert seit
    Aug 2010
    Beiträge
    4.970
    Lieber Walther,
    Empfindungen sind das eine, Beobachtungen das andere. Mitunter hebeln Empfindungen die Physik dort aus, wo sie einen anderen Zugang zu Phänomenen gefunden haben oder finden, als dies die Heuristik vermag. Deshalb gibt es doch noch - GOTTSEIDANK! - die Hermeneutik.
    LG HHK

  6. #6
    Registriert seit
    Jun 2008
    Ort
    Im wilden Süden
    Beiträge
    4.132
    Zitat Zitat von Dr. Karg Beitrag anzeigen
    Lieber Walther,
    Empfindungen sind das eine, Beobachtungen das andere. Mitunter hebeln Empfindungen die Physik dort aus, wo sie einen anderen Zugang zu Phänomenen gefunden haben oder finden, als dies die Heuristik vermag. Deshalb gibt es doch noch - GOTTSEIDANK! - die Hermeneutik.
    LG HHK
    werter dokter,
    hat der mensch kein argument, kommt ein fremdwort angerennt. will sagen: mit nicht verstandnen begrifflichkeiten sollte man nicht um sich werfen. das gilt auch und besonders für all jene disputanten, die vorgeben, die welt belehren zu können (und im wollen stecken bleiben).
    zurück zum text:
    de facto drängt sich kein frühblüher (schneeblüher jibbet nich) durch eis. allenfalls gerät er unter solches kraft physikalischer prozesse (ausgelöst durch meterologische und biologische phänomene, hier: tauen, wachsen, blühen, schneien, tauen, frieren - in der reihenfolge). kurz: in ihrem kruden versuch steht bockmist. der aber ist von ihnen empfunden. auch eine heuristisch-deduktive erkenntnis ihrer hermeneutik - womit ihre sprachlichen schlagetotkartätschen komplett versammeln und durch schlußfolgerungen nachhaltig veredelt wären.
    lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  7. #7
    Registriert seit
    Jan 2011
    Ort
    schweiz/bw
    Beiträge
    9.133
    wer den Schnee nicht blühen sieht, hat eine einschränkende brille auf.
    ich fände es schade, wenn dieses forum anstelle innovativer gedichte (wie jene von Walther z.b.) nur noch physikalische Erklärungen beinhalten würde.
    naja, schliesslich kann selbst die Physik nicht alles erklären, was wir uns so vorstellen.
    Schneeglöckchen haben ihren namen doch daher, dass sie als frühstblüher schon unter dem letzten Schnee (oder eis) zu spriessen anfangen, oder nicht?
    ich sehe keinen grund, die sprache und das formale am obigen gedicht positiv zu würdigen. aber wie kommt es zu der grossen ehre, von dichtern, welche eine ganz andere Technik die ihre nennen, ausgerechnet auf sachlicher ebene angegangen zu werden?
    kaspar

  8. #8
    Registriert seit
    Aug 2010
    Beiträge
    4.970
    kaspar praetorius,
    stimmt! Und hier möchte ich nochmals ausdrücklich betonen: Sprache kennt auch eine hermeneutische Ebene - und verschiedene Wortzugänge, die nur dort möglich bleiben können, wo es keinen Run auf den ersten Rang eines selbst ernannten Hofberichterstatters und/oder Haushofkritikers gibt. Wir sollten Hofschranzentum und damit verbundene Kumpaneien in einer freien Gesellschaft und in freien Foren nicht mehr zulassen!
    Frohe Ostern!
    H. H. Karg
    Geändert von Dr. Karg (31.03.2018 um 09:37 Uhr) Grund: Textergänzung

  9. #9
    Registriert seit
    Nov 2010
    Ort
    Im nächtlichen Wald
    Beiträge
    9.227
    Hallo zusammen,

    ich habe soeben 32 Beiträge als Spam gelöscht. Ich rate dringend, das Gedicht ab jetzt nur noch begründet zu kommentieren oder für immer zu schweigen und seine Energie dann in andere Gedichtekommentare zu investieren. Danke!

    Gruß
    Nachteule

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden