1. #1
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    Jungfrau Lilith

    Am Anfang der Straße wohnt Lilith, die Jungfrau,
    seit Karneval wartend auf Geld und ihr Glück.
    Der Stern stand halt schlecht, meint die Frankfurter Umschau,
    ihr Pluto nagt friedlich am Knochen und Strick.

    Im Haus gleich daneben weilt sonnig ein Sänger,
    den Lilith verehrt, er singt wie Bruno Mars,
    ein Schütze, ein Jäger, ein Fraueneinfänger,
    der streift in der Nacht um die Häuser und Bars.

    Sein Zwilling lebt ruhiger nur ein Häuschen weiter,
    mit Frau, Kind und Kegel und Fischchen im Teich.
    Sein Schicksal ist hart, darum wirkt er nicht heiter,
    drei Stiere, ein Widder, da hat man's nicht leicht.

    Im siebten Haus kämpft Herbert Stein wie ein Löwe
    um Lilith, doch die hat Null Bock auf Herrn Stein.
    Sein Werben gleicht jenem Gekrächse der Möwe.
    Der Mond hat schon Knoten, für ihn ist das Pein.

    Der Löwe in Stein will sie liebend begleiten.
    Erfolg stellt sich ein erst im Mai, sonnenklar.
    Millionen mit Krebs winken fröhliche Zeiten.
    Gesundheitlich wird das ein glückliches Jahr.

    Milliarden von Stieren sind plötzlich ganz schnelle
    Stampeden verfolgen ihr Glück nun per Los.
    Sie rasen zur Lottoscheinanahmestelle,
    die Chance auf den Hauptgewinn ist heute groß.

    Im Mai kriegt Stein Lilith, das war zu erwarten,
    denn Pluto jagt Saturn durchs siebente Haus.
    Die Züngleins an Waagen sind Würfel und Karten,
    sonst fiel unser Leben so langweilig aus.
    Geändert von Anjulaenga (06.03.2018 um 10:08 Uhr)

  2. #2
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    Lieber Anjulaenga,

    eine originelle Idee, deine astrologische Klatschgeschichte. Mit der chinesischen Variante hättest du dich bestimmt schwerer getan.
    Schade, dass Lilith nicht den Prinzen aus dem Karneval bekommen hat.

    Lieben Gruß
    Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  3. #3
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    Liebe Anjulaenga,

    es ist erstaunlich wie unterschiedlich die Menschen mit ihrem Schicksal von den Sternen geleitet werden. Bei Lilith dachte ich Du meinst die erste Frau von Adam. Musste das Gedicht mehrfach lesen, um den Rhythmus (Daktylus) durchgehend betonen zu können. Ein Hauptgewinn würde allerdings auch dabei belebend wirken, gleich ob Jungfrau oder Frau.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  4. #4
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    Lieber Sidgrani,

    ob chinesisch oder nicht, ich hatte mich auch so schwer getan. Erscheint mir beim nochmaligen Durchlesen alles noch viel zu lang, und das Reimschema tut sein übriges. Aus Strophe 3, 6 und teilweise 5 ließe sich locker ein eignes Gedicht basteln. So, wie es dasteht überzeugt es mich noch nicht, es sollte knackiger werden. Aber Danke erstmal für den Kommentar, L.G.A.

    Lieber Hans,

    An Adams Lilith hatte ich nicht gedacht, sondern an die dunkle Mondgöttin, bzw. den Schwarzen Mond welcher die weibliche Urenergie symbolisiert, in Verbindung mit Zeugung und Geburt. Vermutlich aber ist die Lilith, die du im Auge hast, mit ihr identisch. Danke für dein Feedback, L.G.A.

  5. #5
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    Lieber Hans,
    "Am Anfang der Straße wohnt Lilith, die Jungfrau," lese ich "Am Anfang der Straße wohnt Lilith, die frau,"
    = xXx xXx xXx xXx
    Wo hast Du da Daktylen entdeckt? Wenn ich die Ixe ohne Zwischenraum schreibe, bleibt: xXxxXxxXxxXx. Was macht die Hebung vor den nachfolgenden Daktylen?
    Ich tippe auf Amphiebrachys, die Anjuleanga bis auf geringfügige Abweichungen sauber eingehalten hat.
    Gruß,
    Festival

  6. #6
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    Lieber Festival,

    Du hast sicher Recht. Wie ich schon schrieb konnte ich den Rhythmus als Daktylen nur schwer lesen. Auf Amphiebrachys wäre ich nie gekommen, dazu bin ich fachlich nicht ausreichend versiert.

    LG Hans
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  7. #7
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    Lieber Hans, lieber Festival,

    Ob nun brachiale Amphibien oder taktile Daktüllen, die Form gefällt mir eh noch nicht, und ich werde es mir zu gegebener Zeit nochmals vornehmen.
    Danke für eure Einlassungen auf das Gedicht. L.G.A.

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