1. #1
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    Goldmarie und Schokobon

    Zum 08.02.2018

    Beim „Holländer“, der kleinen, feinen Bar in Goch,
    Bist du, die Goldmarie, mit einer Schokobon
    Herein geschwebt, besaßt sofort bereits den Raum,
    Um welchen deine Freundin tapfer kämpfen musst.

    Sie war nur klein, nicht rund, doch schnell in jedem Mund.
    Sie tanzte sehr lasziv, fast störend schon,
    Doch deine Sache, meine Schönheit, war das nicht.
    Die leisen Blicke ruhten dennoch meist auf dir.

    Die eine war so schmutzig wie der Donnerstag,
    Die andre rein wie eine weiße Winternacht.
    Und eure Gegensätze haben sich genährt.
    Sie wurde gierig nur begafft, doch du begehrt.

    Viel Worte wechselten wir beide leider nicht.
    Mit schöner Stimme sagtest du, dass du studierst.
    Du magst den Karneval, ich unsern Fasching nicht.
    Ich hätte gerne mit dir länger noch erzählt...
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Hallo Nachteule,

    da scheint es das LY-I an Karneval ganz schön erwischt zu haben.

    Goldmarie und Schokobon, da hat mich schon der Titel angesprochen.

    Aber auch der Text ist recht ansprechend. Ganz besonders gefallen hat mir:

    Die leisen Blicke ruhten dennoch meist auf dir.

    Die eine war so schmutzig wie der Donnerstag,
    Die andre rein wie eine weiße Winternacht.
    Und eure Gegensätze haben sich genährt.
    Sie wurde gierig nur begafft, doch du begehrt.
    Beschreibt sehr schön...wie sich die "wahre Schönheit" entwickelt und zum Vorschein kommt. Aber eben nur für den, der sie auch zu erkennen vermag...

    Gruß, A.D.
    Geändert von AndereDimension (06.05.2018 um 07:03 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    @Nachteule

    Moin.


    Das habe ich auch nicht ausprobiert, jedenfalls bewusst. Ein 6-hebiger Jambus, oder, Alexandriner genannt. Deiner ist ausschließlich mit einer harten, männlichen Ende. (Es gibt auch weibl.Endungen)

    Weiter:

    Metapher gut: herein geschwebt, tapfer kämpfen musst, sie tanze sehr lasziv, Die leisen Blicke, schmutzig wie der Donnerstag (wobei ich hier leise protestieren muss)und: rein wie eine weiße Winternacht, länger noch erzählt...


    Return:

    Danke AD, du warst schneller.


    Insgesamt ein technisch gutes Stück, Phantasie und Bilder sind auch nicht ohne.
    Gefällt.

  4. #4
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    Hallo zusammen,

    danke für das ausgraben des Gedichts und das Lob dafür.

    @AndereDimension
    da scheint es das LY-I an Karneval ganz schön erwischt zu haben.

    Goldmarie und Schokobon, da hat mich schon der Titel angesprochen.
    Also die beiden Damen und ihr Verhalten in der Kneipe gab es wirklich. (Auch wenn die Goldmarie vermutlich eher eine Römerin war.) Die Liebesgeschichte darum habe ich erfunden, weil sich dadurch deren Gegensätze am Besten abbilden lassen. Umso schöner, dass du das lI als "ganz schön erwischt" erkennst.
    Klanglich hätte mir der Titel andersrum besser gefallen. Aber das hätte den Fokus verdreht und Schokobon wäre wichtiger geworden als die Goldmarie, die aber die Hauptperson sein soll.

    Aber auch der Text ist recht ansprechend. Ganz besonders gefallen hat mir:

    Beschreibt sehr schön...wie sich die "wahre Schönheit" entwickelt und zum Vorschein kommt. Aber eben nur für den, der sie auch zu erkennen vermag...
    Ja, das Zurückhaltende finde ich auch schöner als das Aufdringliche. (Überraschung. ) Wobei wahre Schönheit ja für jeden etwas anderes sein darf. Wie beim guten Humor...

    @horstrosse2

    Danke AD, du warst schneller.
    Vor allem warst du aber schneller als ich AndereDimension antworten konnte.

    Das habe ich auch nicht ausprobiert, jedenfalls bewusst. Ein 6-hebiger Jambus, oder, Alexandriner genannt. Deiner ist ausschließlich mit einer harten, männlichen Ende. (Es gibt auch weibl.Endungen)
    Ich schreibe meist in längeren Versen, weswegen es wahrscheinlich ist, dass ich schon mal 6-hebige Jamben geschrieben habe. Aber bewusst, um Alexandriner zu schreiben habe ich das auch noch nicht getan. Wenn ich mich recht erinnere, benötigt man dazu auch eine Zäsur in der Mitte.

    Metapher gut: herein geschwebt, tapfer kämpfen musst, sie tanze sehr lasziv, Die leisen Blicke, schmutzig wie der Donnerstag (wobei ich hier leise protestieren muss)und: rein wie eine weiße Winternacht, länger noch erzählt...
    Ein grundsätzliches "Danke" für das Lob der Metaphern. Den Donnerstag muss ich etwas verteidigen. Ich habe hierzu extra das Datum des Geschehens hinzugeschrieben, das ich ausschmückte, da ich nicht dazu kam, das fast schon spontan geschriebene Gedicht zu posten. Und zwar war der 08.02. in diesem Jahr der "Schmotzige Dunschtich". Wobei ich mich nicht gut genug im Karneval und Fasching auskenne, um zu wissen ob es den nur in der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht gibt. Das wäre eine Entschuldigung. (Wobei die nicht notwendig wäre, da das Datum da oben recht unscheinbar ist und nicht mehr im Kopf sein muss.)

    Vielen Dank euch beiden für die durchweg positiven Kommentare (die leise Donnerstagsdemo von horst ignoriere ich mal wegen der Regionalität. ) und speziell AndereDimension fürs Ausgraben!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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