Thema: Livestream

  1. #1
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    89

    Livestream

    Kleine Welt, kleine Probleme, kleines Leben. Ich behalte den Überblick über alles, was geschieht..
    Scheinbare Kontrolle. Das Leben geht voran, während ich in meinem Raum bin. Nur eingesperrt
    fühle ich mich frei.
    Die fabelhafte TV – Welt zerreißt mich. Ich beneide die makellosen Lebenskonzepte der erfundenen
    Figuren. Ich wäre gern ein Teil dieser Filme, Werbungen und Soaps. Neidisch betrachte ich die
    fremden Leben in sehnsüchtiger Erwartung des unausweichlichen Happy Ends.
    Allmächtiger TV – Gott erlöse mich von meinen Qualen und nimm mich mit in den
    Livestreamhimmel!
    Unerledigte Pflichten verkürzen meine Zeit, während ich faul auf dem Bett liege. Ich habe einfach
    Angst davor mein Leben glücklich zu gestalten. Es wäre so einfach und gut, aber doch so
    ungewohnt und fremdartig. Oh meine Misere und oh mein Schicksal eines Verdammten! Es fällt
    mir so schwer euch gehen zu lassen.


    Smash,2016.Tagebuch eines Streuners. Dresden
    Geändert von smash (11.03.2018 um 02:41 Uhr)

  2. #2
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    Nov 2008
    Beiträge
    9.880
    Lieber smash,

    Im TV wird uns überwiegend ein Leben im Wohlstand gezeigt, das für die Mehrheit nicht zutrifft. Jeder möchte dazugehören oder sieht sich sogar dazugehörig, wenn auch nur zeitweilig (Urlaub). Klagen nützt keinem. Es gilt, das Beste aus dem zu machen mit dem was möglich ist.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Mar 2018
    Beiträge
    89
    Hallo Hans,
    danke für die bereichernde Kritik. Ich entnehme deinem Kommentar, dass du ein positiv gestimmter Mensch sein musst und klare Vorstellungen haben musst, was ein gut geführtes Leben ist: " Es gilt, das Beste aus dem zu machen mit dem was möglich ist." Das finde ich sehr aufbauend.
    Interessant in diesem Fall wäre wer letztendlch bestimmt wie es zu leben gilt? Ist es deine Meinung, oder meinst du damit ein allgemeingültiges Gesetz, Dogma? Diese Fragen fände ich spannend.
    Ein kleines "aber" hätte ich im Bezug auf klagen nutze keinem. Ich finde es sinnvoll sich auszudrücken, artikulieren, künstlerisch mitzuteilen und so eine Klage sichtbar oder begreifbar zu machen, um damit umgehen zu können. Ich finde klagen als Lebensstil kann von Nachteil sein, sein negatives Empfinden zu verdrängen oder zu ignorieren ist sehr schädlich.
    Ich benutze hier den weiten Raum der Lyrik, um meinen authentischen aktuellen Zustand zu dokumentieren, die Emotionen, die wirklich manchmal unbrauchbear scheinen, durch einen kunstlerischen Arbeitsprozess zu sublimieren und ihnen eine ästhetische Form zu verleihen. Somit komme ich näher zu mir selbst und meinen Mitmenschen.

    Nochmals danke für die Resonanz
    smash

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