Ich bleibe gern tagelang im Bett, schaue aus dem Fenster auf die verregnete Straße, lausche den
herabfallenden Regentropfen und genieße die monotone Geräuschkulisse vorbeifahrender Autos
und Straßenbahnen. Dieser Dienstagmorgen dockt nahtlos an die vorangegangenen Tage in seiner
natürlichen Kontinuität watteweich an. Es ist ein trister Dienstagmorgen und die Vorstellung jetzt da
draußen zu sein verleiht dieser Stunde umso mehr ein Gefühl von Geborgenheit und eine
Atmosphäre der Gemütlichkeit. Ich schätze diese Auszeit, den Regen, es ist wunderschön. Die
Stimmung erfüllt mich mit einer kristallklaren, reinen und heiligen Melancholie. Eine Melancholie,
die mich wärmt wie ein Lagerfeuer in einer kalten Winternacht, und mich wie ein Dach über dem
Kopf schützt.



Smash, 2017. Tagebuch eines Streuners. Dresden