Wie hab ich mich bemüht so wie ein Mann auszusehen, lässige Klamotten, die ersten scharfen Kanten des jungen Teenager Gesichts. Der Blick in den Spiegel, der Keim des aufblühenden maskulinen Körpers. Der Umgang mit den Älteren, eine Ehre, Respekt der anderen Schuljungen und Mädchen. Wenn ich damals nur wüsste wie nah das Alter ist und wie viel zu schnell die schöne Zeit vergeht.
Die ersten Stoppel auf um die Lippen und die erste Brustbehaarung überrannten mich und plötzlich war es da – das Ende meiner Kindheit, der Anfang eines dunklen langen Pfades. Wenn ich damals gewusst hätte, dass diese Dunkelheit mich ein Jahrzehnt begleiten würde, und heute immer noch kein Licht in Sicht. So unerwartet wie die Haare kamen, so plötzlich fangen sie jetzt an zu schwinden. Ich fühle mich als hätte ich kaum Zeit gehabt die Blüte meiner Jugend zu begreifen. Erst jetzt, da mein rotes Haupt immer grauer und lichter wird, erhellt sich auch der Blick auf das bereits gelebte junge Leben. Wenn ich damals nur wüsste was es heißt in dieser Zeit zu sein. Voll jugendlichen Wahnsinns jagte ich die Pferde durch die Nächte und lebte meine Tage Jahr um Jahr, als wäre jeder einzelne der letzte. Die Zeit verflog und heute scheint sie mir wie ein einziger Rausch.
Ich blicke in den Spiegel und versuche mich an der schwindenden Jugend und die Frische festzuklammern, ich habe es nicht mehr eilig, so, wie ein Mann, was immer das bedeuten mag, auszusehen. Jetzt, da ich nun selber als ein Geist für andere junge Menschen fungiere, wie ein Spiegel ihrer Phantasien, was es heißen möge, ein Erwachsener zu sein, in dem sie ihre einzige unfehlbare Wahrheit zu erkennen meinen, in jeder kleinen Falte um meine Augen und auf meiner Stirn und in jedem grauen Härchen meiner einst so prachtvollen kupferroten Mähne. Ich bin an einem neuen Anfang, das ist die zweite Jugend, meine Kindheit ist nun endgültig verflogen.
Damals wusste ich alles ganz genau, sowie die jungen Leute, die in mir heute den Alten sehen. Die Jugend, die hat immer Recht. Sie trägt die Wahrheit wie einen hellen Stern über dem Haupt und jeder, noch so weise Mann, bestätigt diese unfehlbare Weisheit. Er sieht den Stern und folgt ihm auf dem süßen Pfad der Erinnerung an seine eigene Geschichte.