Thema: bestialisch

  1. #1
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    bestialisch

    fliegt ein storch mit langen zweigen
    schwer beladen ziemlich tief
    richtung horst, wo grad noch schlief
    störchin, will ihr gern was zeigen

    klappern beide, sich zu grüßen,
    halten froh familienrat,
    machen schon das nest parat,
    doch dann tritt er sie mit füßen

    schau, es scheint sie nicht zu stören,
    nein, sie fühlt sich wohl dabei,
    legt dann eier, meistens zwei,
    und schon klappern ihre gören

    lässt den papa futter bringen,
    holt auch selber manche maus,
    später fliegt das jungvolk aus,
    auch der papa putzt die schwingen

    lässt sich tragen weit nach süden
    übers meer bis afrika,
    ist im frühjahr wieder da,
    sucht die nähe seiner lieben

    findet weder frau noch kinder
    wieder am vertrauten ort,
    war's ein unglück, war es mord?
    ach! wie hart sind manche winter!

    https://www.gedichte.com/showthread.php/198428-Bestie-von-Rupperswil?highlight=rupperswil
    Geändert von kaspar praetorius (16.03.2018 um 08:13 Uhr)

  2. #2
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    Morgen, Kaspar,

    reizend und tragisch zugleich. Vielleicht war es Mord. Vielleicht hat jemand "Da brat mir doch einer nen Storch" zu wörtlich genommen.
    Bleiben denn Frau und Kinder Storch im Winter immer zu Hause? Ich dachte, die fliegen schon mit nach Afrika.
    Gekonnt ABBA-gereimt, einzig Familienrat/parat sagt mir nicht so zu (weil rat/rat).

    LG
    Richmodis

  3. #3
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    hallo richmodis
    oh, da sind mir fehler unterlaufen, danke für die hinweise.
    vielleicht kann man's noch ausbessern, vielleicht dient es einfach als Beispiel für wie man es nicht machen sollte.
    na gut, leute aus storchendörfern wissen, dass papa und mama getrennt gen süden ziehen (und dass tatsächlich immer wie mehr störche auf den zug nach süden verzichten, aber trotzdem im winter den horst horst sein lassen). das hilft leider nur teilweise.
    kaspar

  4. #4
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    nein, die hast du schon, lieber lorenz.
    über die webcam von moehlin-natur.ch kannst du übrigens sehen, wie der storch in Wirklichkeit das Weibchen mit füssen tritt. mein enkel sagte: "dr schtorch isch umgheÿt" dazu.
    rupperswyl führt alle auf den grat, der nirgends hin führt.
    aber eins ist sicher: wer bestialische gedichte schreibt, hat nie den Impetus, schlimmeres zu planen. naja, manche gedichte sind schlimm genug. aber es hilft ungemein, wenn irgendwer irgendwo das liest und auf seine art oder meine oder beide arten versteht.
    viel schönes heute wünscht dir
    kaspar
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  5. #5
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    Hallo Kasper-

    die schicksale von mensch und tier sind auf dieser eisenkugel vorder- und hintergründig auf dramatische art und weise verknüpft. der mensch als eiskalter herzloser vernichter seiner nebenwesen, kann es nicht stoppen. in compensandis memorias eröffnet er aquakulturen und feinste massenquartiere für die notgedrungenen. einiges davon kommt in kaspes text durchscheinend an die oberfläche. abgesehen von den winzigen mucken ein bezeichnendes stück textarbeit.

    Viele liebe Grüße!
    Droz

  6. #6
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    hallo droz zefalu
    der storch begleitet mich seit meiner märchenzeit.
    dass nun richtige störche rings um mich und über mir klappern und schweben, ist ein netter zufall.
    dafür, dass man ihnen hier ein Refugium bietet,kann ich nichts.
    dass mein text als Bezeichnung von reellen Verwicklungen dienen kann, überrascht mich, aber o.k., darf sein.
    nur die "mucken" in meinem storchmärchen drücken mich im schuh.
    danke für dein feedback
    kaspar
    Geändert von kaspar praetorius (17.03.2018 um 07:53 Uhr)
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