1. #1
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    Heimatmysterium

    Auf dem moralischen Fundament
    der traditionellen Gesellschaftsordnung
    wird das neue Heimatmuseum errichtet,
    wo man sich "Geborgenheit"
    in einer Glasvitrine anschauen kann,
    um dabei in wohliger Erinnerung zu schwelgen.

    Demnächst soll in jedem Wohnzimmer
    die alte Couchgarnitur meiner Oma stehen!

    Jeden Mittwoch gibt es ab jetzt Eintopf
    und samstags werden Reste gegessen
    - so wie ich es von früher kenne.

    Der soziale Zusammenhalt wird gestärkt,
    indem wir doppelt und dreifach abschließen.

    Hinter geschlossenen Türen feiern wir dann
    die Wiederauferstehung von Opas schlaffem Pimmel
    und plärren unser Stammtischgeflüster
    per Megafon über deutsche Wiesen und Wälder.

  2. #2
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    Liebe(r) klaatu,

    Heimat kann vieles sein und das Heimatmuseum kann auch nur Erinnerungen speichern. Die Heimat verändert sich und vieles geht verloren. Einiges kann auch erneuert werden, sodass wir uns daran erfreuen können, doch es ist nicht mehr das Alte. Heimat ist auch ein Lebensgefühl, mit dem das Leben schöner ist.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    lier klaatu
    das ist in meinen augen ein durch absolut nichts als den titel herausstechender text. dass heimatministerium und heimatmysterium verlinkt werden, liegt nahe, musste aber einer machen. aber wozu den rest lesen?
    kaspar

  4. #4
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    @ Hans

    Der Begriff "Heimat" ist so subjektiv, dass es geradezu lächerlich wirkt, ihn von einem Ministerium zu überwachen.

    @ Kaspar

    Ich habe mich quasi geopfert, damit keine andere arme Seele das machen muss. Du musstest den Text lesen, sonst wäre dir diese Erkenntnis ja nie gekommen.

    LG
    k

  5. #5
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    Ich denke, hier einen extra-3-Mitschauer entdeckt zu haben. Oder zumindest jemanden, der sich Nachrichten reinzieht.

    Anders als meine Vorredner finde ich die Darstellung - bezogen auf den Hypotext unseres Ministers - sehr gelungen. Der verkalkte Konservatismus, der bereits über das selbst ausgestreckte Hölzchen springt, bekommt in diesem Text einen Spiegel vorgehalten. Die letzte Strophe ist ein guter Abschluss, wo die Perversion solcher Modelle und derer, die sie durchsetzen wollen, ins Gespräch gebracht wird.

    gerne gelesen
    mfG

  6. #6
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    Na klar ziehe ich mir Nachrichten rein - worüber sollte ich mich denn sonst aufregen? Extra 3 kenne ich zwar, komme aber fast nie dazu es zu gucken. Sollte ich vielleicht öfter mal.

    Ich bin mal gespannt, wo das mit dem Heimatministerium noch hinführen wird... Für Satiriker jedenfalls ein gefundenes Fressen!

    LG
    k

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