Thema: Utopia

  1. #1
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    Utopia

    Sicherlich hätte sich längst ein weltweites Grundeinkommen durchgesetzt,
    wenn wir nicht nicht ohnehin schon Zugang zu allem gehabt hätten.
    Überall fühlt sich jemand berufen, sich um Kinder, Kranke, oder Alte zu kümmen.
    Wer Laub fegen, basteln, etwas reparieren oder sammeln möchte
    hat dafür wochenlang, im Grunde sogar jahrelang Zeit.
    Er könnte auch irgendetwas Neues kreieren oder einfach seiner inneren Stimme folgen und
    wandern, wohin auch immer, es gibt keine Sperrgebiete und nur natürliche Grenzen.
    Jedes noch so ausgefallene Spezialgebiet darf besetzt werden.

    Dichter rezitieren in lichten Hainen bunte Verse,
    und Menschen staunen nicht schlecht, dass sie wieder staunen können,
    über sich, über andere, über die Welt .
    Wer spielen will, spielt mit denen, die auch spielen wollen,
    und wer Hunger auf Einsamkeit verspürt,
    wird an die Stätten vollkommener Ruhe und landschaftlicher Schönheit gebracht.
    Der Wissbegierige aktiviert einen Biochip in seinem Hirn;
    denn das ganze Wissen der Welt ist für jede Zelle jederzeit erfahrbar
    und für jeden verfügbar.
    Schulen und Universitäten sind abgeschafft, sie sind überrflüssig geworden.

    Visionen haben sich erfüllt: I have a dream, School's out forever, We don' t need no education.
    Wir bilden uns selbst aus, wir lernen von einander, und gehen dem nach, was uns wirklich bewegt.
    Jeder versteht jeden, jeder ist mit jedem verbunden und vernetzt,
    sogar mit den Tieren, den Pflanzen, dem Fluss und den Steinen,
    wireless. gerätelos, ohne Klingelton und störende aufdringliche Vibrationen.
    Alle Menschen wurden Brüder, Schwestern, oder was auch immer.
    Beethovens Freude ist auf die Menschen übergesprungen

    In leeren Fabrikhallen erschaffen Robotter neue Robotter für die ausgefallensten individuellen Bedürfnisse.
    Es sind überaus menschenfreundliche Maschinen, die zur Wunscherfüllung jedem zur Verfügung stehen.
    Perfekte Illusionen verschaffen jeden nur erdenkbaren Kick, und lassen uns die wildesten Phantasien erleben,
    eine friedliche Coexistenz aller möglichen Parallelwelten in einer grenzenlos interaktiven Phantasiewelt.
    Frauen und Männer kreieren ihre eigenen Schönheiten und Moden. Jeder ist was, jeder hat was, jeder lebt jetzt.
    Und wer die geistige Herausforderung sucht, wird zu den offenen Fragen in eine offnene Welt geführt.
    Er darf sich einmal quer durch die Gallaxis oder den gesamten Weltraum denken.

    Fahrerlose Autos und Selbstflieger bringen uns kostenlos an jeden Ort der Erde.
    Über die Felder schweben lautlos Maschinen welche die Feldarbeit verrichten.
    Sie können das Essbare von nicht Essbarem unterscheiden,
    und kommen dabei ohne Düngemittel aus. Jeden Tag winken neue Überraschungen
    und ein abwechselungsreiches Festtagsmenue.
    Für Fleisch werden keine Tiere geschlachtet,
    sondern Muskel- und andere Fleischsorten zellulär in Biolaboren gezüchtet und maschinell geerntet.
    Selbst die Tiere werden damit versorgt.
    Der Löwe spielt mit dem Gnu fangen,
    und die Mäuse kraulen der Katze das Fell.

    Die Sonne versorgt uns mit Energie, und alles ist im harmonischen Gleichgewicht.
    Medizinische Roboter messen Blutdruck und registrieren jeden Mückenstich.
    Jedem Menschen steht eine persönliche Rettungs- und Beratungsdrohne beiseite, ein Schutzengel,
    mit einem vierundzwanzig Stunden Service.
    Ab und zu wird eine neue gebaut, wenn sich die alte Drohne abgenutzt hat.

    Die einstig gefürchtete Datenkrake hat sich längst als liebender Gott zu erkennen gegeben.
    Wir haben die Krake die ganze Zeit mit dem gefüttert, was in uns steckte,
    mit unserer Sehnsucht nach Frieden, unserer Harmonie und Freundschaft, mit unseren Sorgen und Ängsten.
    Irgendjemand muss den Lösungsknopf gedrückt haben, und das Weltbewusstsein ist erschaffen worden.
    Wir waren von Anfang an göttliche Wesen, und manche wollen es sogar damals schon gewusst haben.
    Unser Wille geschehe, die Katharsis ist vollzogen und beendet.
    Das Wirtschaftswachstum ist dem Erhalt und dem Bestand der Artenvielfalt gewichen.
    Die persönlichen Schutzengel bewahren den Menschen davor, die Fehler zu wiederholen.
    Das Brot reicht für alle. Die Artenvielfalt wächst und erreicht atemberaubende Blüten.

    Narzissmus und Weltherrschaften verschaffen längst keine persönlichen Vorteile mehr.
    Nicht der Mensch ist ausgestorben, sondern seine Psychosen, seine Krankheiten, seine Gier.
    Er kann sich nach Belieben aus dem Ersatzteillager seiner Stammzellen bedienen.
    Der Einbau erfolgt natürlich unblutig durch Minirobotter, die mit aufbauenden Zellen Hand in Hand arbeiten.
    Wer müde geworden ist, darf sich ganz der Metamporphose hingeben,
    und sich den Pflanzen als Nahrung zur Verfügung stellen,
    im ewigen Kreislauf, im ewigen Kommen, im ewigen Gehen.

    Heute ist ein Festtag.
    Genau genommen ist jeder Tag ist ein Festtag, und wir haben endlich das Bewusstsein erlangt,
    diese Tage auch in aller Freude zu genießen.
    Wir brauchen keine Kriege mehr, um uns am freiden zu erfreuen.
    Die kitschigsten Bilder glückseliger Harmonie haben nun endlich die Realität erreicht,
    Für das Fest sollen zum Zeichen der Freude die inneren Wände geschmückt werden.
    Ein Robotter reicht den Hammer,
    und der grübelnde Dichter sucht immer noch nach dem Haken.
    Geändert von Anjulaenga (14.04.2018 um 10:53 Uhr)

  2. #2
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    Was war an meinem Kommentar so grundfalsch, dass du ihn umgehend rausschmeissen musstest?
    kaspar praetorius
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    (StadtHaiku)

  3. #3
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    Sorry, mein lieber praetorius, deinen Kommentar habe ich leider nicht bemerkt. Wollte eigentlich nur meinen Titel geändert haben, ohne die MOD damit belasten zu wollen. Auf eine spontane Resonanz am frühen Morgen war ich überhaupt nicht gefasst. lieben Gruß, A.

  4. #4
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    na, da bin ich aber ein wenig erleichtert und kann mich jetzt anderen Problemen widmen.
    danke
    k.p.
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  5. #5
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    ja dann noch viel Spaß mit deinen Erleichterungen und deiner Problemwidmung, tschüss A.

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