1. #1
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    Ergebnisse Wettbewerb März/April 2018

    Hallo zusammen,

    der Wettbewerb März/April 2018 ist nun offiziell beendet und die Sieger stehen fest, denen wir hiermit herzlich gratulieren wollen! Gegen Ende hat die Abstimmbeteiligung ja dann doch noch angezogen.

    Ein Dank geht an alle, die am Wettbewerb teilgenommen haben. Egal ob als Dichter oder "Juror".

    Und nun wurde genügend Spannung aufgebaut und es folgen die Gedichte, die ihr zum Thema

    "Zähne"

    geschrieben habt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Eure Wettbewerbsleitung
    Die Ergebnisse des aktuellen Wettbewerbs findest du hier, findest du hier.

    Bitte beachtet die Richtlinien der Wettbewerbe.

    Ihr findet einen Kommentar gut? Dann schlagt ihn doch einfach zur Kritik des Monats vor!

  2. #2
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    Nach zwei Monaten Titelpause gewinnt erneut Gold mit 8 Stimmen:

    Rückschau

    Friedlich lagst du in den Windeln,
    zahnlos war dein rosa Mund,
    und du konntest herzhaft lachen,
    klimperte mein Schlüsselbund.

    Als dein erster Zahn dich quälte,
    gab es eine schlimme Nacht.
    Ich hab dich durchs Haus getragen
    und an deinem Bett gewacht.

    Heulend kamst du einmal wieder,
    in der Hand ein Stückchen Zahn,
    und dein Fahrrad war verbogen,
    das hat dir mehr weh getan.

    Später gingst du eigne Wege,
    rastlos nagt der Zahn der Zeit.
    Du hast längst schon selber Kinder,
    ich verspüre Dankbarkeit.

    Heute beugst du dich sanft lächelnd
    über mich, im Hintergrund
    wachen piepsend Apparate,
    zahnlos lacht mein greiser Mund.

    von Sidgrani

  3. #3
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    mit 4 Stimmen deutlich auf Rang 2:

    Dentales Erleben

    Dentales Erleben

    Als Thema dieser Kurz-Geschichte,
    sind hier meine Gebiss-Berichte:
    Im Spiegel wirkt die Eins-links-oben,
    ein wenig schief nach rechts verschoben.

    Mund weit geöffnet Rand zu Rand,
    nehm ich die Krone mit der Hand,
    ich will den Zahn geraderücken,
    ein wenig auch nach oben drücken.

    Doch gleich bemerk´ ich, welch ein Mist,
    dass Eins mit Zwei verbunden ist.
    Ich murks herum, muss plötzlich nießen,
    schon splittern beide auf den Fliesen.

    Vom Spiegel starrt mich an – ich jaul,
    ein schwarzes Loch in meinem Maul!
    Nun packt der Horror mich im Nu:
    Ich hab heut Nacht ein Rendezvous!

    Mein Zahnarzt liegt verkühlt im Bett,
    das heißt: Ins Uni-Lazarett.
    „Vergessen sie für heut das Beißen,
    wir müssen erst die Wurzeln reißen!“

    Meint kühl der junge Assistent,
    als er mit mir zum Röntgen rennt.
    Erst trieft mir Schweiß aus allen Poren,
    dann bin ich kalt, fast tiefgefroren.

    Mit Blick aufs Röntgen-Panorama,
    eröffnet er für mich ein Drama:
    „Mein lieber Herr, das ist nicht heiter,
    ihr Kiefer steht voll unter Eiter!“

    Man hat mich dann gleich ungeniert,
    im OP-Vier narkotisiert.
    Erstes Gefühl im Aufwachzimmer:
    Das bin ich wirklich nie und nimmer!

    Am Kopf ein Rahmen aus Metall
    und rote Spritzer überall!
    Im Mund ein Knebel dick aus Gaze,
    und zwei Tampons in meiner Nase.

    „Sie achten, dass er sich nicht rührt´
    wir haben dreißig extrahiert!“
    Das Echo dringt zu mir trotz Flüstern,
    Und ich versinke tiefst im Düstern.
    (Nun träume ich in tiefster Ruh,
    von meinem Abend-Rendezvous)

    von Droz Zefalu

  4. #4
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    Rang 3 mit 2 Stimmen erreichte:

    Kinderlogik

    Ich war erst sechs und weiß es dennoch haargenau:
    Fast eine Woche hatte ich dran rum gewetzt
    und sonntagmorgens war er dann auf einmal raus-
    gefallen, lag vor meinen Füßen, ich entsetzt
    die Augen aufgerissen und mein Magen flau.

    „Das ist dein Erster und wird nicht der Letzte sein”,
    verrieten meine Eltern mir ganz unverblümt.
    Die Prophezeiung löste in mir Panik aus,
    obwohl ja auch mein Opa, zahnlos und berühmt,
    zufrieden war mit Mus und einem Gläschen Wein.

    Am Abend kam mir die erlösende Idee;
    nur wie um alles in der Welt verhielt es sich
    mit diesem Trick? Man legt den Kopf aufs Kissen drauf,
    den Milchzahn säuberlich darunter, flüstert: „Ich…
    ich bitte, setz ihn wieder ein, du liebe Fee.”

    von Gugol

  5. #5
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    Gerade noch auf Rang 4 mit einer Stimme landete:

    Doch Brücken helfen

    Ich konnte mit den Zähnen spleißen,
    die Knochen eines Krokodils.
    Das machte Spaß, war nie zu viel.
    Doch, das Fleisch war zäh und fest
    kein Hochgenuss, es war die Pest,
    und machte mir Probleme dann,
    kein sinnlich hörbar speisen.


    Die Zeit, sie rannte wie verrückt.
    Ich wurde alt, mit mir die Zähne.
    Mein Blick ergraut, auch meine Mähne.
    Doch, das Essen meine Welt,
    die Form von meinem Bauch erhält.
    Die Kiefern wurden irgendwann,
    mit schönen Brücken dann bestückt.


    Denn aus war’s dann mit harten Zähnen.
    Das Fazit jetzt von der Geschicht.
    Nur Zähne, nicht das Leben, bricht.
    Doch, die Brücken helfen mir,
    ich kann’s empfehlen, jetzt auch dir.
    Und kommst du in das Alter dann,
    so passe auf beim tiefen Gähnen.



    Ich konnte mit den Zähnen spleißen,
    die Knochen eines Krokodils.
    Das machte Spaß, war nie zu viel.
    Doch, das Fleisch war zäh und fest
    kein Hochgenuss, es war die Pest,
    und machte mir Probleme dann,
    kein sinnlich hörbar speisen.


    Die Zeit, sie rannte wie verrückt.
    Ich wurde alt, mit mir die Zähne.
    Mein Blick ergraut, auch meine Mähne.
    Doch, das Essen meine Welt,
    die Form von meinem Bauch erhält.
    Die Kiefern wurden irgendwann,
    mit schönen Brücken dann bestückt.


    Denn aus war’s dann mit harten Zähnen.
    Das Fazit jetzt von der Geschicht.
    Nur Zähne, nicht das Leben, bricht.
    Doch, die Brücken helfen mir,
    ich kann’s empfehlen, jetzt auch dir.
    Und kommst du in das Alter dann,
    so passe auf beim tiefen Gähnen.

    von horstgrosse2

  6. #6
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    Leider ohne Stimme auf dem 5. Platz blieben:

    Zahn der Zeit

    Es nagt der Zahn,der Zahn der Zeit
    an jedem göttlich Wesen.
    Und mit der Zeit fällt er auch aus,
    doch das war´s nicht gewesen!
    Wir machen´s nach, naturgetreu,
    denn schließlich gibt´s Prothesen.

    von Falo246




    Zeitzähne

    Irgendwo zwischen Schuld
    und Unschuld
    nagt der Zahn der Zeit
    an den Gebeinen
    der Menschlichkeit
    in großer Geduld
    und mit sich im Reinen...

    Irgendwo zwischen Licht
    und Dunkelheit
    liegt das Verstehen
    für endliche Zeit
    können wir Sinn sehen
    und (ver)zweifeln nicht
    trotz allem Leid...

    Irgendwo zwischen Geist
    und Körperlichkeit
    nagt der Zahn der Zeit
    weil das alles nichts heißt-
    und du am Ende
    nach jeder denkbaren Wende
    doch wieder nichts weißt...

    von macin




    Ein Rundumerfolg

    Der Zahnarzt meinte ganz erstaunt:
    „Haben Sie noch Pläne,
    brauchen Sie doch Zähne.”
    Ich habe ‘nein’ hinausposaunt.

    „Ich nehme Heroin und bin
    pleite. Hab beim Pissen
    ihren Schwanz gebissen,
    zu Ende war’s mit dem Gewinn.

    Deshalb fing ich an mit Drogen,
    es bläst sich zahnlos besser.
    Ich will jetzt unters Messer,
    Stummel sind so leicht gezogen.

    Dann mit Cash für neue Zähne
    - suchtfrei ja gewiss -
    gibt es ein Gebiss.
    Schwänze lieben solche Pläne!”

    von L A F Strässler




    der zahn der zeit

    der zahn der zeit nagt an uns allen,
    das dürfte uns so nicht gefallen.
    wenn uns die zweiten dann verlassen,
    so ist das vorerst nicht zu fassen.


    wir setzen dann auf zahnersatz
    der füllen soll den leeren platz
    Ihn gibt es ja zum Glück zu kaufen
    brauchen nicht zahnlos rumzulaufen.


    man kann ein lächeln neu gestalten
    braucht hände nicht vor münder halten.
    mit neuen zähnen kann man lachen,
    und auch mit andren smalltalk machen.
    ..

    von Margot




    Zwillingsbiss

    Ich zog dich zu mir und riss dich weg,
    schaute dir in die geöffneten Augen,
    wer ist die Stärkere von uns beiden?
    Deine Kraft - hat mich oft erschreckt.

    Drum war ich es, die die Narben trug,
    doch du genossest nur deinen Ruhm,
    grosse Schwester bist ab nun nur du,
    ich wollte diese Rolle nicht ertragen…

    Drum wurde ich stark und gross-frech,
    „Du grosses Stück von Schweinedreck!
    ich schaute plötzlich ganz erschreckt,
    du beissest mir kräftig in diese Zarten…

    Ich trug viele Jahre diese biss narben,
    bis verblass die wunde in Hautfarben,
    gleichfalls trennten wir ins unüblich…
    du wohnst in Berlin, und ich in Zürich.


    von Wortetanzen

  7. #7
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    Lieber Sidgrani,
    ich gratuliere Dir zu Deinem Erfolg beim Wettbewerb!
    Mit Deinem Gedicht hast Du den ersten Platz mit Recht gewonnen!


    Liebe Grüße,
    Festival

  8. #8
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    Danke, lieber Festival.

    Ist das Ergebnis schon veröffentlicht (ich kann nichts sehen) oder sagt dir das mein goldener Glanz?

    Liebe Grüße
    Sidgrani
    Geändert von Sidgrani (14.04.2018 um 11:10 Uhr)
    Dichten und dichten lassen

  9. #9
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    Lieber Sidgrani,
    Dein goldener Glanz und "Sieger des Gedichtwettbewerbs" - das war für mich Hinweis genug.
    Von mir noch ein virtuelles Lorbeerblatt - Du hast es Dir verdient!

    Liebe Grüße,
    Festival

  10. #10
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    Auch hier nochmals meine gratulation lieber sidgrani. Einfach spitze!

    Viele liebe Grüße!
    Droz

  11. #11
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    Ich bedanke mich bei allen Gratulanten und gratuliere meinerseits den Zweit- bis Viertplatzierten. Auch bei euch, die ihr ohne Stimme geblieben seid, möchte ich mich bedanken, denn was wäre ein Gedichtewettbewerb ohne oder mit nur einer Handvoll Gedichte.

    L A F Strässler, dich hätte ich erst lynchen können, dein Thema "Zähne" war das Letzte, was ich mir gewünscht habe. Doch siehe da, es ist schließlich doch etwas Ordentliches dabei herausgekommen, wohlgemerkt von allen Teilnehmern.

    Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal mit hoffentlich noch mehr Gedichten.
    Sidgrani
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  12. #12
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    lieber sidgrani,

    ein voller erfolg, zu dem ich dir herzlich gratulieren möchte. dein gedicht nimmt einen wunderbar mit auf eine zeitreise durch ein leben, welches hier - ganz thematreu - anhand verschiedener zahnerlebnisse und -zustände erzählt wird. weil du nebenbei auch eine liebesgeschichte erzählst, geht das gedicht zu herzen (man spürt die tiefe verbundenheit von LI und LD durch die zeilen).

    auch allen anderen teilnehmern meine glückwünsche, die sich der herausforderung gestellt und sich durch dieses thema gebissen haben.

    liebe grüße
    lilisarah

    it all seems so stupid
    it makes me want to give up
    but why should I give up
    when it all seems so stupid

    (depeche mode)

  13. #13
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    Hei Lorenz ohne eigene Zähne,

    aha, dann hatte dein Vorschlag also einen ganz konkreten Hintergrund.

    Mir fällt zu dem Thema ein Cartoon ein, in dem sich ein sehr alter Mann brüstet: "Ich bin schon über 90 und habe noch alle meine Zähne! Willst du sie sehen?" Dann hält er einen prall gefüllten Beutel hoch.

    LG Sidgrani



    Liebe lilisarah,

    ich freue mich über deine Einstellung zu meinem Gedicht, du hast meine Verse sehr treffend analysiert, lieben Dank. Schön, dass sie dich berührt haben.

    Liebe Grüße
    Sidgrani
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