1. #1
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    Die Metamorphose einer Rose

    Hallo liebe Gedichte-Community,

    ich bin hier neu und noch einwenig aufgeregt, doch ich moechte gerne ein Gedicht von mir hier einstellen und würde mich sehr ueber ehrliche Feedbacks freuen, um meine Liebe fuer das Schreiben von Gedichten zu verfeinern. Ich freue mich auch schon, mich am Wochenende hier noch mehr einzulesen.. Ich moechte schon jetzt herzlichsten Dank fuer Eure Zeit aussprechen, wenn ihr mir diese schenkt, um meinem Gedicht auf den Zahn fuehlen. Sonnige Gruesse aus der schoenen Voreifel. Melanie

    Ich bin so schimmernd, wie die Fluegel einer Libelle
    Zerbrechlich, wie eine Meereswelle
    Feinfuehlig, wie die Schnurrhaare von einem Kaetzchen
    Und heimlich so einsam, wie in meinem Bauch das letzte Plaetzchen

    Ich kann, aber will mich nicht mehr verbergen
    Wie Schneewittchen leben, bei den 7 Zwergen
    Die Zeit meiner Pubertaet, wird mich entpuppen
    Der Bauplan eines Schmetterlings, ist nicht zu stoppen

    So liebe ich aus diesem Grund, die Metamorphose einer Rose

    Die Zartheit, nur scheinbar stirbt
    Die Dorne, nicht meine Zartheit verdirbt
    Auch wenn wir, nicht im gleichen Takt jetzt singen
    Unsere Herzen, nun wie zwei Teilchen verschraenkt schwingen

    Die Metamorphose die Unendlichkeit kennt
    Zur reifen Zeit meinen Augen die Weisheit des Herzens schenkt
    Als Mutter ich jetzt erst den Mut der Versoehnung wage
    Unser aller Zartheit und Dornen ich in meinem Herzen trage

    Der größte Reim des Lebens, sich dir im hohen Alter entfaltet:

    Als Kind, wir nicht mit den Augen der Grosseltern - die Dualitaet besiegen
    Doch der Tag kommt, wenn wir als Schmetterling - in den Himmel fliegen



    von Melanie Geyermann

    FeinSinn ist fuer die Stimmgabel der hoechste Gewinn, so stimme deine Worte mit feinem Sinn.
    Geändert von FeinSinn (21.04.2018 um 14:00 Uhr)

  2. #2
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    Liebe FeinSinn, herzlich willkommen in diesem Forum. Ich mag es sehr, wenn jemand so vorsichtig wie du hier auftaucht, sich erstmal vorstellt und sagt, was sie sich wünscht. Und so sage ich auch gern etwas zu deinem Gedicht.
    Schön finde ich die Idee, den Titel in den herausgehobenen Buchstaben nochmals aufleben zu lassen.
    Beim Lesen werde ich an die Rose des kleinen Prinzen erinnert, obwohl die sich hochnäsiger gibt als deine. Am Anfang war ich mir sicher, dass die Rose selbst die Worte spricht, also das lyrische Ich (hier oft mit LI abgekürzt) darstellt. Aber der erste Zwischensatz machte mich stutzen. Dann heisst es "nicht meine Zartheit verdirbt" und ich denke das LI ist doch die Rose. Deswegen habe ich etwas Mühe, das Bild der Mutter und Grossmutter da mit unterzubringen. Ich denke, du willst damit die gesamte Lebensspanne darstellen. Für mich passt es dann aber mit der Entfaltung der Rose nicht so ganz zusammen. Dasselbe gilt für das "wir"; wer ist da gemeint? Geht es doch eher um eine Liebesbeziehung als um die Entfaltung eines Individuums?
    Was ich dir damit zeigen möchte, ohne dabei das Gedicht "auseinandernehmen" zu wollen: Wichtig ist, dass du ein Thema oder ein Bild präzise herausarbeitest und nicht zu vieles auf einmal hineinpacken willst.

    Zur Form würde ich dir als erstes empfehlen, "normale" Sprache zu benutzen, also die Sätze nicht zu verdrehen, nur damit ein Reim dabei heraus kommt. Die Zeilen eines Gedichts können, müssen sich aber nicht reimen. Ich persönlich mag Reimgedichte, aber nicht um den Preis der flüssigen Sprache und des Inhalts. Es sind dir teils schöne Reime gelungen, andere entlarve ich als ein bisschen weit hergeholt (etwa die 7 Zwerge)

    Ich möchte dich unbedingt ermutigen, weiter mit Worten schöne Bilder zu malen, denn die sich entfaltende Rose ist ein schönes Bild! Hier im Forum findest du viele viele Beispiele für gute und weniger gute und ganz schlechte Gedichte, viele theoretische Ausführungen, falls du daran interessiert bist und Menschen, die auf der Suche sind nach dem Verfeinern ihrer Gedichte - also passt du wunderbar dazu! Herzlich, gugol
    Geändert von Gugol (21.04.2018 um 14:44 Uhr)

  3. #3
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    Lieber Gugol,

    ich danke dir von ganzem Herzen für dieses so wertvolle Feedback. Es ist immer wieder ein Geschenk, wenn jemand von außen auf etwas blickt und so konnte ich direkt einen weiteren Blickwinkel einstellen! Das ist ein echtes Geschenk. Jetzt wo du es sagst: Das Thema war das Kind und sein Weg und jetzt fallen mir tatsächlich die stilistischen Fehler auf. Im Schreiben entstand plötzlich das Bild die Verschmelzung der Metamorphose eines Schmetterlings und der einer Rose in ihrer Symbolik, womit ich am Anfang garnicht gerechnet habe. Und so entstehen aber Verwirrungen. So werde ich es nun neu angehen! Das macht ehrlich gesagt total Spaß, so wertvolle Impulse zu bekommen, so käme ich nicht auf die Idee, dass du mir etwas auseinander pflückst. So ähnlich, wenn man ein Rätzel lösen möchte und den nächsten Hinweis unerwartet bekommen hat. Ein Gedicht ist für mich immer ein Prozess und manchmal dauert es Tage, Wochen sogar Monate, bis es wirklich stimmig ist. Ich bin Focusing Schülerin und achte darauf, welche Resonanz mein Körper zu den Worten hat. Nur spürt man eine Unstimmigkeit und kann es am Anfang noch nicht richtig greifen. Und durch deine Ergänzungen ist es einfach klar jetzt geworden. Ich bin jetzt auch am Überlegen, ob ich den Namen des Gedichts ändere, da mit das Thema doch wieder auf das Kind gelenkt wird. Mit der Namensgebung habe ich immer so meine Schwierigkeit, welcher Weg da der richtige ist... Ich werde mal nachspüren... Und es ist eine riesen Erleichterung, nochmal mehr mutiger zu werden, dass sich ein Gedicht nicht immer an jeder Stelle reimen muss. Ist es dann aber so, dass ein roter Faden stilistisch da sein muss, wenn ich an manchen Stellen nicht reime? Ich gebe zu, ich habe eine Legastenie und Schwäche somit in der Gramatik. So dass ich aus dem Bauch heraus die Sätze anordne... und du lädst aber quasi dazu ein, dass ich doch im Satzbau klar bleibe... das ist für mich sehr wertvoll... Ich spüre jetzt mal nach und bin gespannt, was sich jetzt noch entfaltet! Herzlichsten Dank! Bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein! Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und vielen Dank für Deine Zeit! Liebe Grüße Melanie

  4. #4
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    Liebe Melanie, wenn ich so deine Antwort lese, habe ich überhaupt keine Zweifel daran, dass du trotz Lega wunderbare Sätze formulieren kannst. Es freut mich, dass mein Feedback gut angekommen ist, habe nämlich immer ein bisschen Bammel davor, jemandem, den ich hier noch so gar nicht erlebt hatte, einen Kommentar zu schreiben. Mir geht es wie dir: Manche Gedichte dauern Tage und Wochen, am Ende sind viele Seiten gefüllt für ein paar Zeilen Gedicht. Ich habe zudem das Glück, regelmässig mit jemand anderem gemeinsam schreiben zu dürfen, was diesen Prozess zwar nochmal verlängert, aber sehr bereichert - kann ich dir nur auch wünschen. Du scheinst also bereits eine gute Ballance zwischen harter Arbeit und schreiben aus dem Bauch heraus gefunden zu haben.
    Mir war natürlich klar, dass die Rose eine Metapher für die Entfaltung eines Menschenwesens ist, nur wusste ich nicht recht, ob ein Erzähler zu ihr, über sie oder in ihrer Rolle spricht. Das kannst du mit dem, was du vorhast, bestimmt noch etwas verdeutlichen. Und genau: Der Schmetterling führt unnötigerweise von der Rose als Symbol weg. Viel Freude beim Rätseln - ich schrieb genau das heute Morgen auch jemandem, ein Gedicht zustande bringen, sei manchmal wie ein Rätsel lösen. LG gugol

    P.S.: Du scheinst ein Flair für Musik zu haben (Stimmgabel). Achte doch auch noch darauf, ob sich dein Gedicht flüssig liest, d.h. einen Rhythmus hat.
    Zum Reimen: Ich denke, entweder reimt sich ein Gedicht an festgelegten Stellen, überall oder gar nicht . So wirkt es nicht willkürlich(dazu wirst du hier auch andere Meinungen hören). Und ja, stilistisch sollte so oder so ein roter Faden gelegt werden, was mit den Reimen dann nicht so viel zu tun hat. Aber mal schön eins nach dem anderen, du kannst nicht alles gleichzeitig beachten, sonst siehst du vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
    Geändert von Gugol (21.04.2018 um 15:45 Uhr)

  5. #5
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    Hallo FeinSinn,

    Focusing-Schülern, interessant - ich gestehe, ich musste erst mal googeln was das ist. Dachte erst das wäre eine Art Oberstufe an einer Waldorfschule, oder eine weiterführende Schule für Veganer, wo diese lernen ihren Körper, der ja schließlich aus Fleisch ist, zu verlassen. Aber inzwischen weiß ich, dass man dort lernt mit Stress....und allgemein mit Belastungen umzugehen. So gesehen komme ich wie gerufen, denn ich weiß wie man Stress verursacht.

    Erst mal herzlich willkommen!

    Zu deinem Gedicht:

    Die Idee finde ich super, in weiten Teilen auch die Ausführung. Ich muss ja nicht alles wiederholen, das mein/e Vorredner/in bereits auf den Tisch gebracht hat. Und ja, es ist besser auf einen (schlechten) Reim zu verzichten...wenn es hilft den Sinn zu erhalten.

    Auch ich verzichte, ausnahmsweise, darauf dein Gedicht zu zepflücken, denn du sagtest - Zitat:
    So werde ich es nun neu angehen!
    Daran, an der Neufassung, werde ich dich messen - und erst dann, falls nötig, dein Gedicht in Stücke reissen. Aber so muss es ja nicht kommen - Du hast es in der Hand.

    Gutes Gelingen und Gruß
    A.D.

    ps. ich gebe dir 48 Stunden Zeit
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #6
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    die zeit ist um.

    ich wusste, dass du an dieser aufgabe...dass du letztendlich an dir selbst scheitern wirst. woher ich das wusste? ganz einfach; das hat mir deine persönliche vorstellung verraten! die netiquette untersagt mir deine vorstellung zu "übersetzen" - man würde das als unzulässige spekulation werten. aber du wirst schon wissen wovon ich rede. wenn es das ist...jeder schwierigen aufgabe aus dem wege zu gehen...das focushing lehrt...dann habe ich nicht wirklich etwas verpasst. aber du hast zumindest einen kommentar erhalten...der dir das gab...weswegen du hier warst. das ist legitim - obs auf dauer auch hilft...das ist eine andere frage.

    a.d.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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