Thema: Das Konzert

  1. #1
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    Das Konzert

    Die Seiten eines schönen Stückes
    umzingeln schnell und sanft mein Herz
    erklingt es schrill mit einer Terz
    Erhellt in mir die Macht des Glückes


    Langer Bogen, kurzer Strich
    mal am Steg und auch mal nicht
    Lässt mich staunen, lässt mich still
    denn die Terz macht was sie will

    Ein Gedanke, kenn ich doch!
    Tschaikowsky, Bach? Was war es noch?
    Lässt keinen ruhn, Fortissimo!
    das Solo leuchtet lichterloh

    Wiederholte Stimme aus Takt drei
    nun ist der erste Satz vorbei
    Geändert von Robinsone (26.04.2018 um 12:38 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Robinsone, da hab ich innerlich gleich auf meinem Cello mitgestrichen und drauf geachtet, dass die Terz nicht zu hoch gespielt wird . Man merkt, dass du es gewohnt bist, mit Rhythmen umzugehen. Das Gedicht liest sich schön fliessend, wenn du auch mal mit und mal ohne Auftakt beginnst und die letzte Zeile eine betonte Silbe mehr hat als alle anderen Zeilen. Beides stört mich gar nicht.

    Formal hätte ich dennoch ein paar kleine Anmerkungen, du gestattest?
    S1: Glückes/Stückes... da gefiele mir viel besser, auch zusammen mit den Mittelzeilen, einfach nur Glücks/Stücks
    S2Z3: "lässt mich still" ist irgendwie unfertig. lässt mich stillhalten oder so, aber das geht ja nicht. Wie wärs mit: "macht mich still?" Oder "halte still"?
    In S3Z1 sieht es aus, als wäre es ein Fallfehler. Mit dem Komma geht "ein Gedanke" zwar durch, aber "Den Gedanken kenn ich doch", läse sich leichter. Tschaikowsky wäre dann wohl auch gross geschrieben und "Was" nach dem Fragezeichen auch.
    Z4: Ein lichterloh leuchtendes Solo riecht mir etwas sehr dem Reim geschuldet. Z.B. "Das Solo leuchtet ebenso"? Oder "Das Solo klingt beschwingt und froh" ... oder so was in der Art halt.
    Ohne die letzten beiden Zeilen würde mir persönlich nichts fehlen. Schliesslich ist der Titel "Konzert", aber das Ganze endet dann schon nach dem ersten Satz. Ohne diesen Zusatz, kann sich der Leser das Stück weiterdenken.

    Das sind aber im Grunde eher Kleinigkeiten und teils Geschmackssachen. LG gugol

    P.S.: Eben sehe ich in deinem Profil, dass du erst 17 bist und auch Cello spielst. In Anbetracht deines Alters möchte ich also nochmal verdeutlichen: Dein Gedicht ist in weiten Teilen sehr gut gelungen! Schön, dass du nicht nur gern auf den Saiten, sondern auch mit Worten spielst.
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  3. #3
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    Lieber Robinsone,

    das Wesentliche hat Gugol schon gesagt. Hier möchte ich nur noch bestätigen. Mit kraftvoller Wortwahl hast Du das Thema gut dramatisiert. Die Empfindung und das Miterleben wird damit dem Leser mitreissend nahe gebracht. Schade dass wir nicht noch mehrere Sätze miterleben können.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  4. #4
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    Hey Gugol,

    ja stimmt, habe hier ein bisschen experimentiert was den den Rhythmus angeht. Lustig, das du auch Cello spielst und direkt erkannt hast was ich aufgeschrieben habe Ich spiele in einem Orchester und in einem Quartett und habe Unterricht seit 10,11 Jahren Danke, für die Verbesserungsideen.

    lg Robinsone



    Zitat Zitat von Hans Plonka Beitrag anzeigen
    Lieber Robinsone,

    das Wesentliche hat Gugol schon gesagt. Hier möchte ich nur noch bestätigen. Mit kraftvoller Wortwahl hast Du das Thema gut dramatisiert. Die Empfindung und das Miterleben wird damit dem Leser mitreissend nahe gebracht. Schade dass wir nicht noch mehrere Sätze miterleben können.

    LG Hans
    Hey Hans,

    danke für das Feedback. Freut mich wenn dir mein Gedicht gefallen hat

    lg Robinsone

  5. #5
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    Hei Robinsone,

    Zitat Zitat von Robinsone
    Lässt mich staunen, lässt mich still
    denn die Terz macht was sie will
    Schlicht und einfach beschreibst du hier, wie dich die Musik in ihren Bann zieht. Dem nicht übertriebenem Lob von Gugol schließe ich mich gerne an.

    Zitat Zitat von Robinsone
    Die Seiten eines schönen Stückes
    umzingeln schnell und sanft mein Herz
    "Umzingeln" scheint mir für den Genuss, den du beim Musizieren empfindest, nicht das perfekte Wort. Es klingt für mich ein wenig zu angriffslustig, das passt mehr zu Indianern, die eine Wagenburg oder Löwen die eine Antilope umzingeln. Drückt nicht z.B. "umschmeicheln" oder "umschwärmen" eindrucksvoller aus, was du fühlst?

    Deine Art zu schreiben gefällt auch mir, ich habe dein Konzert gerne mehrmals auf mich wirken lassen und dabei in der ersten Reihe gesessen.

    Liebe Grüße
    Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

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