Thema: Ikarus

  1. #1
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    Ikarus


    Fragen an Ikarus


    Willst du noch immer
    deinem Schicksal entrinnen,
    entkommen den Mauern der Macht,
    aufsteigen zum Äther,
    entdecken ein Land,
    darin Leben sich lohnt?

    Lehrte dich nicht
    die Kunst deines Vaters
    Flügel zu bilden, gemeinsam
    Sizilien anzusteuern?
    Warnte er dich nicht
    vor tödlichem Höhenflug?

    Warum erfasste dich Übermut?
    "Fliegen kann ich, immer weiter,
    immer höher!" hast du gejubelt.
    Wollten die Götter nicht,
    dass ein Sterblicher
    ihnen zu nahe kommt?

    Reichte der Arm höherer Mächte
    bis zum Himmel, dein Leben
    wie das deines Vaters zu zerstören?
    Wurdest du ungehorsam,
    weil dein Vater ein Mörder?

    Ikarus, willst du noch immer
    deinem Schicksal entrinnen,
    entdecken ein Land,
    darin Leben sich lohnt?

    Die Moiren schweigen.
    Geändert von Carolus (17.05.2018 um 11:06 Uhr) Grund: Schlusssatz ergänzt.

  2. #2
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    Hallo Carolus,

    zugegeben, ein etwas verspäteter Kommentar.

    Zwar schweigen die Moiren, aber heute habe ich einige Antworten auf all diese Fragen („Das war so...“) bei Peter Maiwald in seinem Gedicht mit gleichem Titel gefunden. Nachzulesen in seinem Gedichtband „Guter Dinge“, dva, Stuttgart 1987.

    Herzliche Grüße
    Tynset

  3. #3
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    Solange wir mit Sagengestalten drüber reden wie wir uns das Paradies versauen kann man ja weiterhin die Klage erheben, auf dass sie uns berichte von dem Los was uns weder betrifft noch unberührt lässt. Die Frage ist eher ob Ikarus uns das geschenkt hat was ihm alle nehmen wollten.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Hallo, lieber Schulz und Sühne,

    "Solange wir mit Sagengestalten drüber reden wie wir uns das Paradies versauen kann man ja weiterhin die Klage erheben"
    Darum geht es nicht, wir sind längst dem "Paradies" entronnen. Es geht um die schicksalhafte Verkettung von Schuld, die oft mehrere Generationen erfassen kann. Jeder, der sich z. B mit traumatisierten Kriegsteilnehmern beschäftigt hat, kennt die weiterreichenden Folgen. Im Mythos von Ikarus geht es um die antike Auffassung von Schuld und Sühne. Der Vater hat den Konkurrenten getötet und will sich dem irdischen Richterspruch durch die Flucht entziehen. Die Götter, die Tyche, die Moiren oder wer auch immer strafen ihn, indem sie ihm seinen geliebten Sohn
    wegnehmen. Dädalus muss den Rest seines Lebens freudlos mit dieser Schuld zubringen.

    "Die Frage ist eher ob Ikarus uns das geschenkt hat was ihm alle nehmen wollten."Leider kann ich dazu keine Stellung nehmen, da ich diesen Satz nicht verstehe. Das müsstest du noch erklären.

    Freundlichen Gruß
    Carolus

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