1. #1
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    Mitteilungsbedürfnis


    Mitteilungsbedürfnis

    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Da denkst Du, Du bist ganz allein
    Auf einem riesengroßen Schiff
    Und lässt den Herrgott Herrgott sein –
    Nirgendwo ist ein schlimmes Riff.

    Der Himmel blau, die Sonne scheint,
    Der Morgen gibt sich gut,
    Und niemand, der irgendwo weint,
    Alle voll Reisemut!

    Doch dann kommt an den Frühstückstisch
    Ein Mann mit Stil, Kultur.
    Und während ich beim kalten Fisch,
    Redet der wirklich nur.

    Wir essen, trinken und er redet,
    Hier sei doch alles wunderbar.
    Er habe sich etwas verspätet,
    Weil er noch etwas an der Bar.

    Er hat großes Redebedürfnis
    Und weiß wirklich viel zu erzählen
    Von Krieg und Frieden, Weltenriss.
    Warum musste er uns sich wählen?

    Es ist ja schön, wenn Menschen reden,
    Doch geht dies dann so Stund' um Stunde
    Mit immergleichem Mantrabeten,
    Steht man gern auf – und dreht 'ne Runde.

    Man will ja Menschen gern zuhören,
    Doch wenn Du nur Zuhörer bist,
    Kann das Ruhe erheblich stören,
    Weil man doch selbst gern Redner ist.

    Wo man Dich zutextet charmant
    Und nichts erfragt aus Deinem Leben,
    Wirst Du deshalb sehr elegant
    Aus diesem Monolog entschweben.

    *

  2. #2
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    hallo dr.karg

    so wie in deinem gedicht ergeht es mir auch oft.
    wenn ich dann lange am telefon zugehört habe,und selbst nicht zum reden kam,
    gehe ich mit dem hörer am ohr zur tür und klingel bei mir.
    nur das kann man nicht öfter tun es fällt dann auf.

    wieder gern gelesen
    liebe grüsse margot.

  3. #3
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    Wie gekonnt wieder nichts gesagt wird ist beachtenswert. Man nimmt an irgendetwas wäre anders als es sonst nicht sein könnte und schon ist die Kritik wieder da wo sie einer Situation nicht mehr so gewachsen ist wie es nur noch durch Hilflosigkeit zum Ausdruck kommt. Was wiederum omnipotenter Kommunikation den Stachel zieht. Der aber im selben Moment schon nachgewachsen ist. Selbst in der Wortwahl wird kein zusätzlicher Zufallseffekt sichtbar, was man manchmal ja hat.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Terrorist,
    das ist SATIRE!
    HHK

  5. #5
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    Tja dann willkommen im Club. Auf meine Kommentare geht ja eh niemand mehr ein.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  6. #6
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    Terrorist,
    bitte nicht schmollen! Manche Kommentare sind ja ganz erträglich....
    LG H. H. Karg

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