1. #1
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    Melodie einer Nacht


    Melodie einer Nacht


    Irgendwann ist jeder Tanz
    zu Ende, doch die Töne
    einer ganz bestimmten Melodie
    schwingen in dir dunkel, quellend,
    perlend hell, lusterregend weiter,
    lassen drängendes Verlangen
    auferstehen, zaubern Bilder
    stürmischen Umfangens,
    klingen weiter in der Nacht.

    Unterwegs im lichten Dunkel
    einer echolosen Stille
    hin zum Haltepunkt der Sehnsucht,
    kostest du die Süße des Begehrens,
    spürst mit allen Poren schon
    anmutig schmiegendes Bewegen,
    fühlst die Seelenwärme des Umarmens.

    Mag im Morgenlicht manches verblassen.
    Sterne leuchten weiterhin,
    doch die Töne jener Melodie
    schwingen tief im Innern fort,
    lassen solches Sehnen frisch erglühen
    auf dem Weg zu quicklebendiger Glückseligkeit.

  2. #2
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    Lieber Carolus,

    starke Wortwahl, einfühlsam und sensibel, poetisch und ein wenig philosophisch.
    Musik in Worte gefasst!

    Liebe Grüße,
    Georg
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  3. #3
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    Lieber Georg,

    dein vierfachen Lob, komprimiert in einem Satz, hat dem Gemüt des Hobbypoeten gut getan und ist ihm runtergelaufen wie ein gelungener, ausgereifter Spätburgunder. Dafür ein ausgewachsenes Dankeschön mit prächtiger Schleife!
    Bei diesem Gedicht hatte ich das sichere Gefühl, dass es in sich stimmig ist und ich nichts mehr zu verbessern brauche, was selten der Fall ist.

    Einen Bilderbuchsommer und einen
    herzlichen Gruß für dich

    Carolus

  4. #4
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    @Carolus


    Grüße.

    Ich muss erstmals meckern, Zitat:
    „schwingen in dir dunkel, quellend,
    perlend hell, lusterregend weiter“

    In einem Atemzug?? Nö, das funktioniert nicht, denk ich mal.
    Versuch:
    einer ganz bestimmten Melodie
    schwingen in dir, dunkel, quellend,
    später (dann), perlend hell, lusterregend weiter

    Zitat:

    Unterwegs im lichten Dunkel
    A: „lichtes Dunkel“, eine seltsame Konstellation steht arg im Kontrast zu“ echolosen Stille“ Wobei die Sinnrichtung „lichtes Dunkel“ verschiedene Richtungen gehen kann. Also wenn schon „lichtes Dunkel“ dann müsste die „echolose Stille“ umgefärbt werden. Mein Denken, vielleicht „atmende Stille“ „aufwachende Stille“

    weiter, Zitat:
    „Haltepunkt der Sehnsucht,“
    für „Haltepunkt“ gibt’s poetischere Bilder.
    Zitat:
    auf dem Weg zu quicklebendiger Glückseligkeit.


    Mag das Morgenlicht manches verblassen.
    die (unsere) Abendsterne leuchten weiterhin, / Abendsterne (Sterne)= hier Höhepunkte der Nacht
    und die Töne jener Melodie
    schwingen tief im Innern fort,
    lassen ein Begehren wachsen
    hin zum Glück der Seligkeit.
    So vielleicht.
    Return
    Natürlich, sind meine Gedanken hier zu deinem Text, nur mein Denken.
    Und natürlich sind gute Bilder enthalten, und der Text bleibt gut.

    Tschüss.

  5. #5
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    Hallo Horstgrosse2,
    vorweg ein herzliches Dankeschön für deine Mühe mit dem Text sowie für deine Änderungsvorschläge!

    Dazu ein par Anmerkungen meinerseits.

    "In einem Atemzug?? Nö, das funktioniert nicht,"schreibst du zu den beiden Zeilen „schwingen in dir dunkel, quellend,
    perlend hell, lusterregend weiter“. Gemeint sind hier z. B. die dunklen Töne. die aus dem Bauch eines Kontrabasses "quellen"und die helleren des Bandoneons oder Akkordeons. Die Stelle soll nicht in einem Atemzug gelesen werden, eher stockend, innehalten.

    "Unterwegs im lichten Dunkel" Dieser scheinbare Widerspruch wird hinfällig, stellt man sich das Licht als den anderen Teil des Dunkels vor. Außerdem wird es in der Atmosphäre nie wirklich dunkel. Das im Dunkel enthaltene Licht verstehe ich als Hoffnung auf Klarheit und Entscheidung.

    „Haltepunkt der Sehnsucht,“
    für „Haltepunkt“ gibt’s poetischere Bilder.

    Bestimmt gibt es poetischere Bilder, da stimme ich dir zu, aber das war nicht meine Intention. "Haltepunkt" ist eine Stelle, wo man in ein Verkehrsmittel ein- oder aussteigt. Im Entwurf hatte ich das Syntagma "Endstation der Sehnsucht", was mir aber etwas klischeehaft erschien.
    Das l.Ich hat nach den imaginären Vorfreuden diesen Punkt erreicht und schweigt über Weiteres bis zu seinem Resümee im "Morgenlicht".

    "Sterne leuchten weiterhin,". Auch wenn manche Einzelheit der nächtlichen Begegnung "verblasst", gilt, dass die Sterne dieser Nacht auch am Tage weiter leuchten, obwohl wir ihr Licht nicht sehen. Dies mag man als tröstliche Ermunterung verstehen.

    Du siehst, dass ich manches anders sehe und verstehe.
    In diesem Sinne freundliche Grüße

    Carolus

  6. #6
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    Zitat Zitat von Carolus Beitrag anzeigen
    . Gemeint sind hier z. B. die dunklen Töne. die aus dem Bauch eines Kontrabasses "quellen"und die helleren des Bandoneons oder Akkordeons. Die Stelle soll nicht in einem Atemzug gelesen werden, eher stockend, innehalten.


    Ich dachte eine Melodie die im Kopf herum geistert.

    "Unterwegs im lichten Dunkel"

    das hatte ich auch so verstanden, aber dazu die echolose Stille, wäre für mich zu still gewesen, na gut.


    Bestimmt gibt es poetischere Bilder, da stimme ich dir zu, aber das war nicht meine Intention. "Haltepunkt" ist eine Stelle, wo man in ein Verkehrsmittel ein- oder aussteigt.

    eben darum, "Haltestelle"



    "Sterne leuchten weiterhin,". Auch wenn manche Einzelheit der nächtlichen Begegnung "verblasst", gilt, dass die Sterne dieser Nacht auch am Tage weiter leuchten, obwohl wir ihr Licht nicht sehen. Dies mag man als tröstliche Ermunterung verstehen.

    alles richtig, aber so wies geschrieben ist sinds die Fixsterne, nicht die Ereignissterne.


    Du siehst, dass ich manches anders sehe und verstehe.
    In diesem Sinne freundliche Grüße

    Carolus
    So, nochmals Dankeschön, der text ist gut, aber manchmal gibts Fragezeichen, denk ich.

  7. #7
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    Hallo Carolus,

    in deinem sehr lieb geschriebenem Gedicht finde ich:

    "Unterwegs im lichten Dunkel
    einer echolosen Stille"

    "Irgendwann ist jeder Tanz
    zu Ende"

    wunderschön! Dieser Satz "Irgendwann ist jeder Tanz zu Ende", er klingt so schön wie "Ich will nicht sagen: Weine nicht! Nicht alle Tränen sind von Übel ..." Es hat etwas, was über die Sache hinausgeht.

    Und "Unterwegs im lichten Dunkel/ einer echolosen Stille", das ist einfach wunderbar beschrieben. Sehr gut!

    Ein Teil der Gedichte hat etwas viele Beschreibungsworte, aber das passt dennoch, denn Melodien sind ja nun mal genauso. Sie wecken Empfindungen. Ein Gedicht, was mir schon letztens beim ersten Lesen gefiel, ich vergaß den Kommentar jedoch!

    Liebe Grüße,
    MiauKuh

  8. #8
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    Man hätte es sich etwas distanzierter gewünscht damit der sinnlosfaktor deutlicher wird. Dieses und trotzdem Gefühl ohne irgendwas schmiegendes und die ganze S2 überhaupt. Aus der Melodie heraus gegangen bist du mit der nicht nötigen Verknüpfung auf was mit Liebe zu reüssieren. Wäre ja wohl sonst keiner drauf gekommen?
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #9
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    Lieber MiauKuh,

    herzlichen Dank für dein anerkennendes Lob.

    Deine Ahnung von "irgendwann ist jeder Tanz zu Ende", nämlich "Es hat etwas, was über die Sache hinaus geht."
    hat mich eigenartig berührt, denn beim Schreiben dieses Satzes bewegte mich der wehmütige Gedanke der Vergänglichkeit in allem.

    "Unterwegs im lichten Dunkel einer echolosen Stille"..."das ist einfach wunderbar beschrieben."
    Gemeint ist hier eine absolute Stille, die auf dem Weg zur Geliebten zur Betrachtung innerer Bilder und Empfindungen einlädt und somit die "Seelenwärme" vorweg nimmt.

    Nochmals danke und einen lieben Gruß
    Carolus




    Lieber Schulz und Sühne,

    dein erster Satz "Man hätte es sich etwas distanzierter gewünscht damit der sinnlosfaktor deutlicher wird." hat mich etwas ins Grübeln gebracht. Was könnte er mit dem "sinnlosfaktor" gemeint haben? Die Zeile "hin zum Haltepunkt der Sehnsucht" kann als Ende wie als Anfang einer liebenden Beziehung verstanden werden. Die beiden Folgezeilen "spürst mit allen Poren schon anmutig schmiegendes Bewegen" weisen auf eine bevorstehende Begegnung mit der/dem Geliebten hin.

    Ich hoffe, dich richtig verstanden zu haben.
    Danke. Freundlichen Gruß
    Carolus

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