Thema: Der Hofnarr

  1. #1
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    Der Hofnarr


    Der Hofnarr

    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Er stellt sich Fragen, die sich keiner stellt,
    Weil er nicht auf Applaus und Masse zählt.
    Vielmehr will er das Sein ausloten
    Und weiß, was ihm dafür geboten:
    Es ist das Wissen um die Gunst,
    Dass man nichts weiß von eigener Kunst!

    Bin ich noch blöd – oder gescheit?
    Reuen mich Obere oder bin ich bereit
    Mit meinen vielen Narreteien zu funken
    Und spiegelnd in Herrschaften zu unken?
    Hat mein Verstand bei mir ausgesetzt
    Oder bin ich längst mit Wahrheiten benetzt?

    So trete ich hinter den Thronen hervor
    Leihe den Dummheiten offenes Ohr,
    Bilde mir daraus die Narrenmütze,
    Damit ein wenig sie mich beschütze,
    Trenne den Weltgeist von seiner Seele,
    Wenn ich wieder nur die Tatsachen wähle.

    In den Lichtungen trete ich spiegelnd auf,
    Trete ans Schienbein bei vollem Lauf,
    Damit die Herrschaften das Fürchten lernen
    Und sich nicht von den Sitten entfernen.
    So führt der Spiegel sie zu den Sachen,
    Dann können Untertanen wieder lachen.

    *

  2. #2
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    So trete ich hinter den Thronen hervor
    Leihe den Dummheiten offenes Ohr,
    Bilde mir daraus die Narrenmütze,
    Damit ein wenig sie mich beschütze,
    Trenne den Weltgeist von seiner Seele,
    Wenn ich wieder nur die Tatsachen wähle.

    ich trete hinter den thronen hervor
    und leih' dummheiten offnes' ohr
    ich bilde mir daraus die narrenmütze
    damit ein wenig sie mich schütze
    und trenn den Weltgeist von der Seele
    wenn ich wieder nur tatsachen wähle

    Hi dr. Karg,
    selbstverständlichst nur unverbindlich zur Inspiration, eine tonale Anpassung der Silben meinerseits , was im Angesicht des Inhalts absurd erscheint, denn was soll ausgerechnet ich vom Thron herab den Weltgeist wider irgendwelcher Tatsachen schön reden wollen?
    Treten sie mir lieber nichts ins Schienbein aus vollem Lauf, auch wenn ich es provozieren solllte: ich meine, wir Dichter sollten eine andere Sprache wählen! Die letzete Strophe wirkt ja politisch betracht, wie eine Drohkulisse. Ich lese gerade viele politische Gedichte aus dem 19 Jhd, und die sind nicht ohne Schnauze, aber um eine darartige Drohkulisse wahrzunehmen, müsste ich mich Gedichten aus einer anderen Zeit zuwenden, worauf ich ehrlich geschrieben keinen Bock habe. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob es heute braune oder religiös grün gefärbte Motive wären, die jemanden zur solch Aussagen verleiten würden.. Aber gut, der Titel biegt diese Angelegenheit dann aber auch irgendwie wieder zurecht.
    lg
    fietje

  3. #3
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    Butenlänner,
    mein Gedicht hat eigentlich in erster Linie einen Bezug und speist seine Motivation aus den hohen Ansprüchen, die Shakespeare dem Narren zuteil werden lässt, unterlegt oder gar als Qualitätsmerkmal dem Narren zuschreibt. Es geht überhaupt nicht um grün oder braun gefärbte Motive.
    Möglichkeit: Das Gedicht nochmals unter den von mir dargestellten Aspekten lesen!
    LG H. H. Karg

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