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  1. #1
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    Wie schreibe ich eine Kritik?
    Diese Frage wird mir gerade von relativen Anfängern recht regelmäßig gestellt.

    Nun, ich denke, ich bin prädestiniert genug, an dieser Stelle mal einen kleinen Exkurs (für unerfahrenere Leser) zu verfassen, unter welchen Gesichtspunkten eine angemessene Kritik zustande kommt:


    Danse_Macabres kleine Kritikerfibel


    Grundsätzlich gilt:

    Eine fundierte Kritik ist die größte Ehre, die einem Autor zuteil werden kann.

    Denn der Kritiker offenbart in seiner Kritik (unabhängig von seinem finalen Urteil!) eine intensive Auseinandersetzung mit dem Stück. Er hat es nicht bloß oberflächlich und schnell konsumiert wie ein normaler Leser, sondern er hat sich Zeit genommen, die Worte ausgiebig zu bedenken und zu hinterfragen. Daher ist auch die vernichtendste Kritik, wenn auch nicht schön für den Autor, doch immer noch gewissermaßen eine Anerkennung, denn die Auseinandersetzung des Kritikers mit dem Gedicht deckt die Schwächen des Autors auf und zeigt dem Autor, wo und bestenfalls wie er sich weiterentwickeln muß und/oder kann und wo seine wesentlichen oder kleineren Fehler liegen. Dies ist ohne Kritik oder nach simpler Lobhudelei (durch den normalen Leser) dem Autor nicht möglich, beides ist daher für ihn im Grunde unbrauchbar und wertlos.


    Doch wie kommt eine solch fundierte und ernstzunehmende Kritik zustande?

    Der Kritiker muß Zeit investieren.
    Denn er muß beim Lesen sehr selbstkritisch und sorgfältig die Wirkung der fremden Worte auf ihn selbst hinterfragen und dabei auch noch aufschlüsseln, warum sie gerade diese Wirkung auf ihn entfalten.
    Fundiertes Fachwissen ist da erst mal zweitrangig, es erleichtert diesen Schritt nur. Der erste und wichtigste Schritt zu einer respektablen Kritik ist die Auseinandersetzung des Kritikers mit dem Stück in einer solchen Ursache-Wirkung-Analyse. Dabei lernt auch der Kritiker vom Autoren - egal, ob dieser schlecht oder gut ist - denn dem Kritiker wird bewußt, welche Formulierungen, Gestaltungsmuster, Stilmittel, Metaphern, etc... diese oder jene Wirkung entfalten oder warum sie nun gerade scheitern.
    Also muß der Kritiker dieses deutlich dargestellt festhalten.

    Da bis hierher noch kein Fachwissen nötig ist, sollte auch jeder Leser soweit zum Kritiker mutieren können, um diese Grundanforderung an eine Kritik erfüllen zu können.


    Erst jetzt, nach der grundlegenden Besprechung des Gedichts, kommt Fachwissen ins Spiel:
    Die beobachteten Wirkungen und/oder Fehler (z.B. Metaphern oder Klischees, Reime, Sprache, Satzbau, Metrik,...) lassen sich natürlich auf bestimmte Regeln und bekannte Stilmittel zurück führen. So wird ein Kritiker mit größerer Erfahrung im Reim sicherlich ein gebrochenes Reimschema oder zu einfache Reimwörter in seiner obigen Ursache-Wirkungs-Analyse des Gedichts mit benennen und als Fehler begründen. Je größer das Fachwissen des Kritikers ist, desto differenzierter wird er in seiner Kritik auch das Gedicht analysieren können.

    Andersrum wird aber auch ein aufmerksamer, doch unerfahrener (angehender) Kritiker sicherlich feststellen, daß bestimmte Stilmittel und wiederkehrende Muster im Gedicht vorhanden sind. Dadurch lernt er dann selber den sichereren Umgang mit diesen Mitteln und reichert sein eigenes Wissen an, wenn er den vorliegenden Text als Vorbild in seiner eigenen zukünftigen Dichtung beachtet.
    Vorbild kann in diesem Fall durchaus doppeldeutig sein – entweder positiv, d.h. die gelungenen Muster werden nachgeahmt, oder negativ, wenn man ein geschärfteres Auge für die beobachteten Fehler erhält und sie selber später zu vermeiden sucht.


    Für jeden Anfänger, der noch über wenig Erfahrung verfügt, ist die von mir beschriebene Art der Auseinandersetzung mit einem fremden Text die wohl wirkungsvollste Methode, sich weiter zu entwickeln und neues zu lernen, da man hierbei die praktische Umsetzung bloßer Theorien(den Regeln und Techniken) erprobt.



    Grundsätzlich existieren feste Ansprüche an eine Kritik:

    > Gut und ausführlich genug begründet, um ein glaubwürdiges Urteil auszudrücken.
    Denn eine Meinung gewinnt nur dann Bedeutung, wenn sie von Argumenten gestützt wird.
    Andernfalls ist sie wertlos.

    [/b]> In der Sache zutreffend.[/b]
    Denn eine aus persönlicher Abneigung geschriebene Kritik, der Faktenfehler und Tatsachenverdrehungen nachgewiesen werden, macht nur den MöchtegernKritiker unerhört lächerlich, da er gnadenlos als inkompetent bloßgestellt wird.



    Zusätzlich kann man begründet noch bestimmte Erwartungen an eine Kritik stellen, doch der Kritiker muß diese nicht immer einhalten oder kann sie ignorieren:

    > Objektiv beurteilen.
    Eine Kritik verkörpert immer die individuelle Meinung des Kritikers, daher ist Objektivität kein fester Anspruch und auch grundsätzlich als subjektiv zu betrachten. Doch gehört Fairness zu den humanistischen Idealen des Umgangs miteinander.

    > Intensive, ausführliche Auseinandersetzung mit dem Gedicht.
    Jeder Autor, der sich weiterentwickeln will, wünscht sich eine ausführliche Kritik aus der er möglichst viel lernen und auch seine Talente und Stärken ableiten kann. Allerdings ist eine Kritik für den Kritiker sehr zeitraubend und aufwändig und damit nicht regelmäßig umsetzbar. Der Kritiker muß seinen Fokus abwägen, um zumindest die wichtigsten Punkte anzusprechen.


    > Neutrale, höfliche Sprache
    Wie bei der Objektivität eine Grundanforderung an den Kritiker.
    Doch da die Kritik seine ureigene Meinung wiederspiegelt, kann man ihm deutliche Worte nicht verwehren.


    (c) Danse_Macabre
    -13|1|2004-

    -----------------------------------------------------------


    Ich lasse dieses Topic für die Diskussion offen, allerdings weise ich ausdrücklich daraufhin, daß hier über die Sache der Kritik gesprochen werden soll. Die gerade so überaus modischen Angriffe auf meine Person oder irgendeine andere Form von unziemlichem Fehlverhalten werde ich hier unterbinden müssen, um eine vernünftige Unterhaltungzu gewährleisten.


    Später werde ich weitere Vorschläge, Ideen und Änderungen, die von euch vielleich noch vorgebracht werden, mit integrieren.


    [Geändert durch Danse_Macabre am 06-02-2004 um 14:02]

  2. #2
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    Ich hatte heute morgen eigentlich vor, eine beispielhaft ausführliche Kritik zu verfassen - ein Vorhaben, das angesichts meiner unglücklichen Zufallsauswahl leider etwas in die Hose ging...

    Allerdings habe ich mir nunmal die Arbeit gemacht, also veröffentliche ich die Kritik auch hier:


    Eine beispielhafte Kritik:

    Der Prinz des Eises

    Seht ihr den Prinz des Eises, der dort hinfortschwebt?
    Seine Haut ist weiß wie der Schnee!
    Sein Haar ist silbern wie der Mond...
    Seine Augen spiegeln das Eis des Universums!

    S1:
    Ich vermisse einen lyrischeren Charakter der Sprache. Deine beschreibende Eröffnung klingt vielmehr wie eine Erzählung oder ein Märchen. Dieser Eindruck wird auch von den zwei überlangen Zeilen und den fehlenden Reimen unterstrichen. Nun, Reime müssen nicht sein, aber bei einem inhaltlich derart klassischen Einstieg wären sie vorzuziehen.

    Inhaltlich wird hier eine einfache Beschreibung des mutmaßlichen Protagonisten geliefert, wobei dieser recht theatralisch/episch in Szene gesetzt wird. Die beiden Ausrufezeichen stehen hierbei allerdings inhaltlich unbegründet, da die simple Aussage über z.B. seine Hautfarbe wirklich nicht so spektakulär ist, als daß sie einen solchen Ausruf rechtfertigen könnte. Wirkt überzogen inszeniert, da die Inhalte einfach nicht so recht zur sprachlichen Dramaturgie passen mögen.


    Seine
    Wärme
    Ist schon
    Lange
    Hinfort
    Seitdem sein Engel des Feuers ging!
    Und seine
    Flügel
    Sind
    Von Eis
    Gebrochen

    S2:
    Was soll denn das ergeben?
    Diese 2SilbenFormatierung (nichteinmal sauber durchgehalten) ist inhaltlich durch nichts zu rechtfertigen und wirkt bloß affektiert aufgesetzt. Auch hier leidet wieder die Sprache am simplen Erzählcharakter und läßt jede lyrische Verdichtung leidig vermissen. Daher muß ich mutmaßen, daß dieses leidige formale Mätzchen wohl dazu herhalten muß, ein Gedicht optisch vorzutäuschen, wo es inhaltlich kaum existiert. Gerade Anfänger kennzeichnen sich durch die exessive Verwendung des Zeilenumbruchs (>"defekte Tastatur"-Schema), um ihrem Text einen angeblichen Gedichteanstrich zu verpassen - ganz als bestände der Unterschied zwischen Lyrik und einem Zeitungsartikel einzig darin...

    Inhaltlich tritt hier eine ausgeprägte Leidensorgie hervor, mit der die Theatralik aus S1 fortgeführt wird. Doch die zutiefst kitschigen Bilder lassen keine Stimmung aufkommen:
    Solche Formulierungen sind uraltbacken und völlig sinnleer, da sie zwar rührseelig den mutmaßlichen Verlust einer Beziehung bejammern, aber im Grunde keinerlei Inhalte transportieren. Der Vergleich Wärme > Kälte ist neben dem Herz-Schmerz-Reim die ausgelutschteste Formulierung in Lebesschmerzgedichten überhaupt. In meinen Augen nur die Kopie des absoluten 08/15-Stereotyps und völlig einfallslos.


    Er stürzt seine Welt in Eis und Schnee!
    In die kalte Apokalypse!
    Der Prinz des Eises kennt kein Licht...
    Er sieht bloß zu wie seine Welt zerbricht...

    S3:
    Die drei Punkte in Z3 müßten durch ein Komma ersetzt werden, da der Satz deutlich in Z4 weiter geht.
    Der Reim Licht-zerbricht stört sehr, da das Stück ansonsten reimlos gehalten ist. Wirkt formal unsauber.

    Nach zwei beschreibenden Strophen folgt hier ansatzweise etwas Bewegung, doch im Kontext von S1 und S2 ist auch diese Strophe im Grunde wieder nur statische Beschreibung ohne Entwicklung. Ein Spannungsbogen kann sich daher immernoch nicht aufbauen.


    Doch wenn der Feuerengel
    Gibt ihm einen Kuss!
    Seine Flügel
    Aus purem Himmel
    Entstehen neu!

    S4:
    Schauderlich - Z2 wirft schnell die Frage auf, ob der Autor eventuell Schwierigkeiten mit der Deutschen Sprache hat...? Derartige Grammatikverstümmellungen sind vollkommen inakzeptabel: auch in der Lyrik gelten die Satzbau-Regeln unvermindert. Hier begründet sich diese Grammatikverstümmellung auch absolut nicht durch künstlerische Freiheit - sondern nur durch das Unvermögen des Autors, dem Reim Herr zu werden. Solche Mißgriffe müssen unbedingt vermieden werden, denn nirgends sonst wird deutlicher, daß man keine Ahnung vom Dichten hat und sein Handwerk überhauptnicht beherrscht.



    An dieser Stelle verzichte ich darauf, weiterhin jede Strophe zu zerlegen, denn die wesentlichen Fehler und Schwächen in Inhalt und Form sind schon überaus deutlich geworden. Allerdings taucht später noch eine weitere Groteske auf - der überzogene Einsatz von Interpunktionen:
    Ein Ausruf wird nicht um so dramatischer, je mehr Ausrufezeichen dahinter gepflastert werden, er wird nur lächerlicher. Denn solche Mätzchen müssen in der Regel (so auch hier) die inhaltlichen Schwächen überspielen oder aufwiegen - was wirklich nicht möglich ist:
    Er wird Folgen Bis zum Höchsten Stern!!!
    Neben der Grammatikschwäche ist hier auch kein aussagekräftiger Inhalt erkenntlich, der in irgendeiner Form überhaupt die Interpunktion an sich begründen könnte.



    Fazit:
    Es tut mir schon fast leid, den Text so zerreißen zu müssen, aber die begangenen Fehler und Schwächen des Autors sind so gravierend, daß ich mich kaum milder ausdrücken könnte.

    Lyrisch gehört das Stück in die unterste Kategorie, sein Inhalt ist banal bis trivial und wird von haarsträubend altbackenen Klischees durchtränkt. Spätestens ab Strophe 6 (den exzessiven Interpunktionen) kommt mir beim lesen das kalte Grausen ob soviel substanzlosem Gejammers. Der ganze Text wirkt in völlig lächerlicher Weise maßlos theatralisch überdreht - wobei leider nur primitivste Mätzchen wie die Zeichensetzung und apokalyptische Vergleiche zum Einsatz kommen.

    Durchgehend wird zudem der Eindruck erweckt, daß der Protagonist mit dem lyr Ich identisch ist und dieser Text eine wahnsinnig ausufernde Selbstmittleidsorgie darstellt.


  3. #3
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    2 Beispiele von mir:

    Zu PsychoPunks Gedicht "Und er wird mich nicht verlassen...":

    Gut, ich werde mich mal dazu äussern.
    Wenn du keine eingehende Kritik willst, hör hier auf zu lesen...

    doch?

    sicher?

    Na gut, ich habe dich gewarnt:

    Formales
    Stropheneinteilung:
    1x4 Zeilen, der Rest à 5 Zeilen.
    Scheit ein unglücklicher Zufall zu sein

    Reimschema:
    aaba / cdcec / ffggh / ijklm

    Naja, wie du selbst schon sagtest:
    "Ich weiss, es reimt sich nicht immer"

    Reime:
    Äusserst einfach gestrickt, langweilige Reime, die man so immer wieder mal sieht

    Metrik:
    Gar nix erkennbar...
    (X=betont, x=unbetont)

    XxXxXxX
    xXxX
    XxXxXx
    XxxX

    XxxXxXx
    XxXxX
    XxXxXx
    xXxX
    XxXxXx

    xXxXx
    XxxXx
    xXxxX
    xXxXxX
    xXXxXxXx

    xXxXxXx
    xXXx
    XxXxxXx
    xXxX
    XxXxXxXx

    Du siehst wohl selbst, dass überhaupt kein Lesefluss gegeben ist, hier wäre es sicherlich nicht schlecht, wenn du noch den einen oder anderen Blick draufwirfst.

    Sprache/Inhalt
    Sprachstil:
    Naiv, völlig unspektakulär, kindlich.
    Teilweise folgt die Textrichtung den Reimen, anstatt umgekehrt

    Metaphorik:
    Keine Bilder ausser der Gewässer-Vergleich in S2/3, der aber so ausgewaschen ist, wie meine 10 Jahre alten Levi's.

    Inhalt:
    Geradlinig und belustigend kommt es mir als Leser vor. Man weiss von Anfang an, auf was es hinausläuft, es gibt keine unerwarteten Wendungen und keine Pointe am Schluss.
    Durch den oben erwähnten Sprachstil, wirkt es eher putzig, als traurig. So à la: "Och der arme Kleine, will sich mit dem Messer ein wenig blutig machen.." Wenn du verstehst was ich meine.

    Fazit
    So leid es mir tut, das zu sagen psycho punk, aber dies ist das schlechteste Gedicht, dass ich heute gelesen habe.
    Ich nehme an, dass du relativ unerfahren bist in Sachen Gedichte verfassen und auch, dass du noch eher "jung" bist.
    VErsuche die guten Sachen zu sehen in solchen Kritiken, wie der. Sie sollen dir helfen, deinen Stil und deine Übung ausbessern zu können und sind nie persönlich gemeint. Ich kritisiere lediglich das Gedicht, nicht dich.

    In dem Sinne wünsch ich dir einen schönen Abend und bin gespannt auf weiteres von dir

    Mit freundlichen Grüssen

    Satchmo







    Zu Flashworkers Gedihct "Verzeih mir":

    Hmm... Mir gefällt das Gedicht nicht sonderlich.

    Hat das schonmal jemand getan?
    Dir ein Gedicht geschrieben?
    Um dir etwas zu sagen.


    - schon Mal
    - geschrieben, um (Sprich: Kein Fragezeichen nach Z2)
    Reim(schema): Keine Reime
    Strophe: 3 Zeilen

    Zu sagen was soll das?
    Findest du das gut?
    Macht dir das spaß,
    mich zu verletzten,
    voller Lust und Hass?


    - sagen: "Was [...] Hass?"
    - es dir Spass
    - verletzen
    - kein Komma nach verletzen
    Reim(schema): das - Spass (unrein), Spass - Hass (unrein) (abaca)
    Strophe: 5 Zeilen


    Es tut mir leid wenn ich da bin.
    Weil´s mich gibt.
    Machts denn keinen Sinn?


    - leid, wenn
    - Z2 ergibt syntaktisch keinen Sinn
    -Macht's oder Macht es
    Reim(schema): bin - Sinn (aba)
    Strophe: 3 Zeilen


    Es gab mal die Zeit,
    unterbrich dieses wenn´s falsch ist,
    an der wir zu zweit...
    schönes erlebten,
    schönes getan haben,
    einfach nur bebten.


    - das, wenn (dieses ist grammatikalisch falsch)
    - in der (man erlabt nicht an, sondern während oder in einer Zeit Sachen)
    - Schönes (Z4 & 5) gross geschrieben
    Reim(schema): Zeit - zweit, erlebten - bebten (abacdc)
    Strophe: 6 Zeilen


    Weiss...
    Es gab viel scheiss.
    Scheiss der alles zerreist.
    Doch es war Liebe die mich lenkte,
    und deine kühle die mich kränkte.


    - Z1 viel zu kurz
    - "Scheiss" ist völlig deplaziert und mutet kindisch-unreif an - und dann gleich noch doppelt eingesetzt (plus: in der zweiten Zeile wäre der Terminus auch grosszuschreiben)
    - Liebe, die
    - kein Komma nach lenkte (Konjunktion "und")
    - Kühle (gross)
    Reim(schema): weiss - Scheiss, lenkte - kränkte (unrein) aabcc
    Strophe: 5 Zeilen


    Was sollt ich denn tun?
    Wär´s besser gewesen zu Ruhn?


    - sollte, oder sollt'
    - ruh'n (klein und Appostroph nicht vergessen)
    Reim(schema): tun - ruh'n (aa -> paarreim)
    Strophe: 2 Zeilen


    Der Zweck dieser Zeilen
    dienen nur um dir zu zeigen
    das ich alles bereuhe.
    Wie damals so auch heute.


    - (Zweck)[...] ist dir zu zeigen. Syntaktisch völlig falsch
    - Z3: dass ; bereue
    - damals, so auch
    Reim(schema): Kein Reim
    Strophe: 4 Zeilen


    Du brauchst keine Angst haben!
    Will nicht nerven oder fragen!
    Will nicht ärgern nur dies hier sagen!


    - Lass die Ausrufezeichen bei Z2&3 weg.
    - nerven, oder
    - ärgern, nur
    - dies'
    Reim(schema): fragen - sagen (abb)
    Strophe: 3 Zeilen


    Und genau das muss getan werden.
    Das Kriegsbeil begraben werden.


    - werden: (Doppelpunkt anstelle eines "normalen" Punktes)
    - Der Satz in Z2 ist komplett falsch. Das musst du völlig umformulieren
    Reim(schema): werden - werden (identischer reim) (aa -> Paarreim)
    Strophe: 2 Zeilen


    Lass es bitte so geschehen!
    Denn ich kann nicht mehr tun außer hier zu flehen.
    Sag einfach nur „ja“!
    Das wär doch kein Problem!?


    - geschehen,
    - tun, ausser [...] flehen:
    - "ja!"
    -Problem. (andere Variante: Problem, oder?)
    Reim(schema): geschehen - flehen (aabc)
    Strophe: 4 Zeilen


    Hoffe du liest das
    und verstehst es!
    Denn das hier sagt mein Herz...
    Gestoppt vom Gedanken mit all dem alten schmerz.


    - liest / und verstehst das,
    - Schmerz
    Reim(schema): herz - Schmerz (Aaaarggh!) (abcc)
    Strophe: 4 Zeilen


    Lass sie endlich heilen!
    Zu groß die Wunden um zu verweilen.
    Zu groß die Erinnerung an diese Zeiten.
    Bitte...
    Kannst du mir verzeihen?


    - Hilf mir sie zu heilen (ausser die agesprochene Person ist eine nordische Gottheit...)
    - Z2 ergibt keinen Sinn
    Reim(schema): heilen - verweilen (aabcd)
    Strophe: 5 Zeilen



    Fazit:
    Das "Gedicht" ist ein heilloses Durcheinander. Formal ist überhaupt nichts zu erkennen. Die Metrik habe ich mal ganz weggelassen.
    Sprachlich...naja...sage mal nichts mehr dazu.
    Inaltlich ziemlcih breitgetreten. Vor allem: Am Anfang beschuldigst du und am Schluss bettelt das lyr. ich um Vergebung...?

    na, hoffentlich bringt dir die Kritik was

    Mit freundlichen Grüssen

    Satchmo
    Das hier ist meine Signatur und ich bin stolz darauf.

  4. #4
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    Als extrem herrausragende Kritik möchte ich auf Marot´s Besprechung eines der Gedichte aus dem ersten Wettbewerb verweisen:

    http://www.s-i-n.de/gedichte.com/sho...threadid=14190

  5. #5
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    Eher eine analytisch getrimmte Lobeshymne, die - ganz im Stile Marots - in Rechtschreibfehlern ertrank, aber gewisse, sehr lobenswerte Kenntnisse und eine tiefergehende (für viele hier, wie ich meine, beispielhafte) Auseinandersetzung mit dem Text kann man Marot hier absolut nicht wegreden.

    Lest und lernt, liebe Leute.

  6. #6
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    Hallo werte MitkritikerInnen,

    auch wenn einige Leute hier von meiner Kompetenz in Sachen Literaturtheorie nicht überzeugt zu sein scheinen, denke ich, daß in einem der Allgemeinheit des Forums dienlichen Faden meine Meinung nicht uninteressant sein dürfte. (Über Meinung kann und muß, Danse, natürlich diskutiert werden.)
    Bevor ich mich mit einer Beispielkritik an diesem Faden beteilige, möchte ich ein paar allgemeinere Gedanken, die ich mir zum Thema gemacht habe, einwerfen.
    Was ist Literaturkritik? Diese Frage zu stellen, ist durchaus nicht unberechtigt, denn selbst in Fachkreisen herrscht über die Antwort geteilte Meinung. Eine allgemeingültige Vorgabe machen zu wollen, erscheint mir daher nicht sinnvoll. Der Konsens, der hier angestrebt wird, scheint mir folgender zu sein:
    Der Kritiker (ich schließe die holde Weiblichkeit nicht aus) strebt mit seinem Kommentar die Bewertung des in der Kritik besprochenen Textes an. Dabei fließen die mit der Analyse gesammelten Kenntnisse in interpretatorische Ansätze ein. Ein weiteres Ziel scheint die Schulung und Fortbildung des literaturtheoretischen Novizen, des allgemeinen Lesers, sowie des Kritikers selbst zu sein.
    Nun befinden wir uns hier in einem Internetforum, dessen klientele Spanne eben von besagten literaturtheoretische Novizen bis zu akademisch-ausgebildeten Literaturtheoretikern alles aufweist. Dies sollte der Kritiker (m.E.) in seiner Kritik beachten. Eine Kritik in hochwissenschaftlichem Fachjargon nützt dem Novizen, wie ich gegenüber dem Dichter Marot schon erwähnte, herzlich wenig, denn er kann der Kritik nicht einmal ansatzweise folgen. Sie dient dann lediglich der Selbstdarstellung des Kritikers. Gegenüber einem Dichter, der mit lyrischen Mitteln umzugehen weiß, kann man sich solche Kritiken jedoch erlauben.
    Alles was ich damit sagen will ist, daß eine Kritik sich sowohl adäquater Form, als auch adäquater Sprache bedienen sollte (adäquat natürlich in Bezug auf den Leser). Erst dann kann sie dem Empfänger hilfreich sein und eine beiderseitig fruchtbringende Diskussion nach sich ziehen. Gerade um ein Elitentum zu verhindern und der Allgemeinheit die Möglichkeit zu bieten, sich weiterzubilden, ist es von Nöten, sich für den Empfänger verständlich auszudrücken und nicht in grenzenloser Selbstüberschätzung auf ihn herab zu sehen.
    In den anderen Punkten zum Thema Kritik stimme ich mit Danse und vor allem Tobi überein und halte eine derartige Kritikerfibel für sinnvoll.


    @Marot:
    Ich glaube wir beide sind uns im grunde genommen darüber einig, daß wir einen hohen Anspruch haben und daß dieser nicht durch "Ideotensprache" kaschiert werden muß. Deine Ansicht, Fragen zum theoretischen Wissen ohne Belustigung zu beantworten, halte ich für fair. Ich glaube aber, daß du die angeblichen "Ideoten" falsch einschäzt. Ein Elitentum muß nach meiner Erkenntnis nicht erst gebildet werden, es entwickelt sich von allein. Du kannst nicht wissen, wer (zunächst vielleicht nich einmal fähig, sich überhaupt mit theoretischen Problemen auseinanderzusetzen, weil einfach die Übung fehlt) sich zu einem kreativen und gebildeten Menschen entwickelt. Die Auseinandersetzung mit den zur verfügungstehenden Fäden, fällt dir vielleicht leicht, anderen aber nicht. Ich denke, es ist sinnvoll, diese Leute, an die Thematik Lyriktheorie heranzuführen. Ein solches Heranführen muß in einer für den Herangeführten verständlichen Sprache (das muß keine "Ideaotensprache" sein) passieren, denn sonst verliert er das Interesse und die Elite vielleicht ein ungeahntes Talent. Bei vielen Novizen muß erstmal die Grundlage geschaffen werden, sich überhaupt kritisch und argumentativ auseinanderzusetzen. Du kannst nicht erwarten, daß jeder die Materie (trotz helfender Fäden) sofort durchsteigt, dabei geht es nicht darum, sich irgendwie rauszureden.
    In den anderen Punkten stimme ich, wie gesagt, auch mit dir überein.

    LG Vampyre

    ps.: Meine beispielhaftesten Kritiken findet ihr im Faden meiner Signatur aufgelistet.

    [Geändert durch levampyre am 26-03-2004 um 23:36]
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  7. #7
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    NTSR,
    Hätten wir diese Diskussionen nicht so verflucht oft schon hier durchexerziert, könnte man Deinem Beitrag noch einen Funken Hoffnung entnehmen.

    Doch Vernunft ist nicht mehr gefragt, wenn sie olympische Auszeichnungen zu verweigern gebietet.


    Mittlerweile gilt eine neue Form des kategorischen Imperativs, der neue umfaßt nun auch den Erfolg der Superstars und erkärt die maßlosen Beifallklatscher gerade in den unteren Ebenen der Kunst:

    Wenigstens überfordert es mich nicht!

    Trostlos.

  8. #8
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    Meine Idee der neuen Form des kategorischen Imperativs scheint Danse ja recht beeindruckt zu haben (), wenn es nun schon in seinen Thesen einen - sicherlich schönen - Platz findet. Gab seiner Argumentation wohl noch den letzten literaturwissenschaftlichen Schliff. Na ja, wie auch immer, Trostlosigkeit auf der konservativen und Kunstverdrossenheit auf der mediengeschädigten jugendlichen Seite. Diese Einteilung halte ich nun durchaus nicht für falsch, entspricht sie doch einer traurigen Wahrheit, doch mich persönlich entschädigen Lichtblicke, wie sie auf diesem Forum beispielsweise zwar in der Masse der Dummheit ertrinken, welche aber dennoch vorhanden sind, und welche mich glücklich stimmen. Dieses glückliche Gefühl mag zwar einem simplen Serotonin-Anstieg nach einer ordentlichen Dosis Nikotin (für einige wohl, ich rauche nicht) oder Alkohol gleichen, doch irgendwie ist der Mensch eben ein fragiles, leicht beeinflussbares Wesen, das sich gerne dem Konsum und Genuss hingibt. Die im Hirn sitzende, unendlich komplexe Waagschale der Unglücklichkeit positiv (nicht im mathematischen Sinne) zu beeinflussen, ja, liebe Mitdichter, das ist das eigentliche Ziel des menschlichen Lebens. Jetzt bin ich gottverdammt nochmal pathetisch geworden, natürlich, aber die berauschende Wirkung des Gebrannten setzt auch langsam aber sicher beim Hobby-Philosophen ein.

  9. #9
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    Ich bin ein Dummkopf! Jedoch beanspruche ich das Asyl der Narrenfreiheit, wenn auch nur für zwanzig Sekunden. Das erscheint mir Zeit genug um die Frage stellen zu können,:
    Gibt es einen unter euch der mich als Schüler annehmen würde?
    Ich habe eine große Achtung vor eurem Wissen und bitte darum es mit mir zu teilen.Danse würde ich gerne ausschließen, da ich fürchte sonst befangen zu sein.
    ARTOFVOICE says NeveroddoreveN

    ich werde JAPANI(S)CH

  10. #10
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    Steht Euch ob Euer Wissen, welches ich nicht anzweifele zu, alle User hier im Forum in eine Schublade zu stecken oder macht Erfahrung überheblich *grübel*.
    Schade, Eure Ansichten und Ausführung über Kritik finde ich sehr aufschlussreich, doch missfällt mir was zwischen Euren Zeilen steht.
    Ich denke als Kritiker sollte ich meinen Optimismus behalten, habt Ihr ihn verloren? Schade-dann wäre Eure Kritik nicht mehr objektiv sondern nur ein Statement Eurer Resignation.
    Dies kurz zur Kritik an Eurer Kritik .



  11. #11
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    Aber sie bleibt dennoch objektiv, das heißt aufs Gedicht bezogen.
    Ich sehe da keine Probleme.

    Ein bisschen Zynismus darf man uns da nicht verwehren

  12. #12
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    860
    Was ich zu sagen habe ist weder agressiv noch böse gemeint. Bitte lest es also als konstruktiv.

    Ein wenig umgesehen habe ich mich hier nun. Und ich stelle fest, dass sich Euer Forum ganz erheblich von Euch entfremdet hat.
    Euer Ziel ist (sonst korrigiert mich bitte) Euch und die anderen User literarisch zu verbessern und gemeinsam in gutem Wort zu schwelgen. Dabei bewegt Ihr Euch schon auf relativ hohem Niveau.
    Erwartet Ihr das allen Ernstes auch von den 5900 anderen?

    Dieses Forum ist mittlerweile(?) ein Breitenforum. Wenn ich Eure Posts hier zu dem Thema Kritik lese, dann passt es aber nicht mehr zu Euch. Das Ergebnis ist eine partielle Resignation gepaart mit selbstverteidigender Arroganz.

    Ich finde die Definition der Kritik von Danse genial. Aber ihr seid doch nicht in der Lage dieses Forum hier in seiner Gesamtheit mit dieser hohen Qualität zu versorgen. Damit das wieder passt, müsstet Ihr ein restriktives Forum einrichten, das nicht jedem den Zutritt gewährt. Das erst nach einer Art "Bewerbungsgedicht" offen wird.
    Das Forum lebt von Euch. Aber ich frage wie lange noch, wenn Ihr Euch schon so weit von der hier stattfindenden Realität entfernt habt?

    Beim derzeitigen Status vermute ich fast, das Euch so manches gute Gedicht durch die Lappen geht, weil einfach zu viel auf Euch einstürzt.

    Soll es so bleiben? Dann klagt nicht und passt Eure Sprache dem an, was Eure Autoren hier verstehen können. Noch besser: Benutzt die Fachtermini weiter, aber erklärt sie in ostinater Weise. Irgendwann werden alle davon lernen und sie mit Euch zusammen verwenden können. (Obwohl: Bei 5900 Usern vielleicht eher doch nicht alle.)

    Alternativ könnt Ihr das ganze Forum auf erheblich schmalere, qualitativ hochwertigere Füße stellen, damit Ihr Euch hier wiederfindet. Damit Ihr selber wieder mehr davon habt.

    Die dritte Alternative, die mir einfällt wäre, ein zusätzliches Forum ins Leben zu rufen, in das man sich reinbewerben muss, um seine Gedichte posten zu dürfen. Dann würde der Breiteneffekt daneben nicht verloren gehen.
    In diesem "Qualitätsforum" könnte man die Kritik dann in kleinerem Umfang nach den von Danse definierten Ansprüchen wirken lassen.

    Sehe ich die derzeitige Situation falsch? Ich bin heute das erste Mal hier und kann mich sehr gut irren.


  13. #13
    Registriert seit
    Sep 2002
    Beiträge
    7.916
    Traurig, aber wahr, Du triffst den Nagel auf den Kopf.

    Möglich ist und bei den Vorgaben dieses Forums nur Deine dritte Alternative - ein anderes.
    Bedeutet aber wieder viel Arbeit.

  14. #14
    Registriert seit
    Apr 2004
    Beiträge
    860
    Ich habe befürchtet ins Schwarze zu treffen.

    Ja, viel Arbeit wäre das sicherlich. Aber wenn Euer Spass an der Sache hier stirbt, dann geht das Forum irgendwann ganz vor die Hunde.

    Kann man nicht andere Foren hier kürzen oder einschränken? Ich habe keine Erfahrung und schweige hiernach still. Ich möchte auch nicht noch zusätzlich nerven.

  15. #15
    Registriert seit
    Apr 2004
    Beiträge
    43
    Lieber Flam, diese Forenkenner verstehen sich selbst nicht, ihre gedichte sin in rythmen und Albernheit verfallen, dass dies nur noch lächerlich ist!! Wieviel geit kostet es zu wissen ein moralisches gedicht zuschreiben. Es würde das Leben vieler Erfahrungen, abertausender Ideen kosten, um den Funken einer Zeile zu schreiben: Lies zur Information über die Fertigkeiten der Modis das berühmtberüchtigte Gedicht von Macabre "Continental Tristesse" über dahinfahrende Autos mit Vulkan und Kick (Das sogenante SMS-Gedicht). Du wirst zu genüge Trauern über dieses Gedicht!! Verfehle deine Vermutungen nie!

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