1. #1
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    Die letzte Brücke

    Geh durch den Sand, doch hinterlasse keine Spuren,
    denn hinter meinen Schritten tobt ein Sturm der Zeit.
    Vor meinem Blick baut er aus Wolken zwei Figuren -
    hoch oben - doch der Himmel ist unendlich weit.

    Ein heller Funken Hoffnung ist so früh gestorben,
    die letzte Brücke zwischen uns versank im Meer.
    Die Stützen waren schwach, (s)ein Blick hat sie verdorben.
    Ich schaue fassungslos den Trümmern hinterher...

  2. #2
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    Hallo Jonny,

    ich grüble darüber nach, warum die letzte Brücke ausgerechnet im Meer versank, ich hätte nach der ersten Strophe eigentlich die Wüste erwartet. So kann man sich irren. Ansonsten ein gut geschriebenes, rhythmisches Gedicht, liest sich sympathisch. Das mich allerdings ein bisschen ratlos lässt, ich bin schwer von kapé. Worum geht es eigentlich in deinem Gedicht?

    Lb. Gruß, Rumpelstilz

  3. #3
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    Wenn du echt so schwer von "kape" bist, Rumpelstilz, ist es nicht verwunderlich das du ratlos zurückbleibst...
    Worum es eigentlich in diesem Gedicht geht?
    Warum die letzte Brücke eigentlich im Meer versinkt, und nicht im Klo, überlasse ich deinen Emotionen - und hiermit lasse ich dich in der Wüste deines eingeschränkten Blickwinkels zurück...

    Auch dir einen lieben Gruß
    von Jonny
    Geändert von Jonny (09.06.2018 um 22:56 Uhr)

  4. #4
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    Wie zwei Inseln sich lieben entspricht gut der Dynamik aus deinem Inneren. Wo ein Sturm der Zeit tobt dem das alles durch die Winde wirbelnde früher mal mehr war als nur eine Wolkenfigur die eben das braucht um im letzten Trost nicht Spiegelbild dafür zu sein woran wir Unendlichkeit messen.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #5
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    Wo du recht hast, hast du recht, R.
    Späten, aber herzlichen Dank!
    Jonny

  6. #6
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    ich hab jetzt ungewöhnlich lange über diesem Gedicht gebrütet. Aber es will einfach kein Küken schlüpfen.

    Vielleicht sollte ich mal Textarbeit betreiben.
    Wolken sind ja nichts besonders festes, aber daraus baut der Sturm oder "er" zwei Figuren. Unfest könnte für Gedanken/Träume/Wünsche stehen. Die unendliche Weite des Himmels könnte darauf Hinweisen, dass diese Wunschvorstellungen fern von der Realität am Boden sind/waren.

    Mir stellt sich beispielsweise die Frage ob "er" der Sturm ist. Und ob der helle Funke ein Blitz ist und wieso du "gestorben" statt "erloschen" schreibst. Denn auch erloschen wäre reimbar, statt verdorben dann "gebrochen" in S2 V3. Es ist also eine Entscheidung.

    "die letzte Brücke zwischen uns versank im Meer." ist auch wirklich bedeutend, zumal das auch der Titel des Gedichtes ist. Es ist die letzte Brücke.. was die Frage aufwirft, wie viele Brücken es ursprünglich waren, oder ob im Vordergrund steht, dass es danach keine Brücke mehr gibt. Beides wäre dem Wortlaut nach denkbar/lesbar.

    Heftig wirkt auch "Die Stützen waren schwach" du schreibst nicht die Stützen warn zu schwach, nein, sie waren schlicht schwach!

    Wenn sein "Blick" sie verdorben hat, dann meint es also entweder das Auge des Sturms (in dem es eigentlich ruhig ist), oder aber diesen ungenannten "er".

    "Fassungslos" blickst du (das lyrische Ich) den Trümmern hinterher. Also gibt's auch nichts was dich hält.

    Soviel zum wörtlichen. Brücken stehen ja gern für Beziehungen/Verbindungen zwischen Menschen. Komisch ist auch, dass du den Sturm überhaupt in den ersten 2 Zeilen mit reinbringst. Es tobt ja ein Sturm hinter deinen (lyrischen Ichs) Schritten. Ein Sturm der Zeit. Eine stürmische Zeit vielleicht?
    Deinem "Gehen" folgt eine "stürmische Zeit". Könnte also Rückschluss darauf erlauben, dass du das lyrische "Er" verlassen hast und die Hoffnung zurückkehren zu können früh gestorben ist, weil die Brücke(n) schwach waren. Vielleicht war aber auch die Zeit nach deinem Gehen schlicht zu stürmisch, als dass Brücken dem standhalten können?

    Ich sehe das so: Wer geht, sollte "sicher"gehen, dass er zurückkommen kann, wenn er das möchte. Brücken lassen sich immer bauen. Hoffnung kann sooft wieder erwachen, wie es Menschen zum hoffen gibt. Aber was man nicht machen kann ist eine Brücke nur von einer Seite neu aufzubauen. Man ist also darauf angewiesen, dass die Person am anderen Ufer sich auch am Brückenbau beteiligen würde. Was dafür ausschlaggebend ist, ist wohl die Zeit, die man miteinander verbracht hat, bevor das lyrische Ich gegangen ist. Und wenn "sein" Blick auf eben diese verbrachte Zeit zu wenig Schönes wahrgenommen hat, dann gibt es wohl wirklich keine Brücken mehr. Unbeantwortet bleibt von dem Gedicht die Frage, ob das an seinem Blick lag, oder ob die Zeit schlicht nicht schön genug war. Auf Reue des lyrischen Ichs weißt jedenfalls nichts hin. "Fassungslos" blickt es den Trümmern her, nicht reuevoll.

    Vielleicht helfen ja Rauchzeichen. Oder rüberschwimmen - einfach ins kalte Wasser, mit einem wasserfesten Feuerzeug, für Hoffnungsfunken. Ist aber auch wirklich dämlich aufzubrechen bevor ein Sturm aufbricht! Jeder weiß, dass man während eines Unwetters lieber Zuhause bleibt. Nach einem Sturm kann man gehen und auch viel leichter wiederkommen.

    Dein Gedicht wirft also in der Tat mehr Fragen bei mir auf, als ich ihm zu entnehmen im Stande bin. Ich hoffe ich werde nun nicht so hart abgefertigt wie Rumstilzchen und bekomme mehr Einblick in die Aussagen/den Inhalt des Gedichtes.

    LG

  7. #7
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    Für was könnten die "zwei Figuren" stehen, die der Sturm der Zeit aus Wolken baut?
    Hoch oben - unendlich weit..
    So unerreichbar, wie Wünsche eben manchmal sind.
    Hast du schon mal versucht in Wolken Figuren zu erkennen, TieferGrund?
    Gar nicht so schwer. Mit etwas Fantasie.
    Und etwas Fantasie braucht man manchmal auch für Gedichte.
    Macht keinen Sinn hinter jeder Zeile eine wissenschaftliche Erklärung zu suchen.
    Die "letzte Brücke" kann für so vieles stehen.
    Für eine Aussprache vielleicht, für ein alles entscheidendes Treffen zweier Menschen die sich einmal sehr, sehr nahe standen.
    Dem könnte ja auch ein heller Funken Hoffnung vorauseilen.
    Zwei Menschen - wie zwei Inseln. Vielleicht zwei verschiedene Kontinente?
    Zwischen ihnen das Meer. Ein Meer aus tausenden Kilometern.
    Die schwachen Stützen können ebenso für vieles stehen. Für die gemeinsame Zeit, welche vielleicht nicht so verlief wie erhofft.
    Da kann ein versprechender, liebender Blick eines anderen, dritten Menschen alles zerstören. Kann alles gewesene verderben.
    Tja - und dann steht man da - und schaut. Schaut auf die Trümmer seiner Liebe.
    Ist eben nur noch fassungslos, weil es nichts mehr zu sagen gibt...

    So, oder anders könnte es gemeint sein.

    Danke für dein Lesen und dein ungewöhnlich langes brüten.

    Jonny

  8. #8
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    Lieber Jonny,

    eigentlich liegt mir nichts ferner als es wissenschaftlich zu sezieren. Normalerweise lese ich und mein Hirn macht da schon vollautomatisch was sinnvolles draus. Hier musste ich die alte Werkzeugkiste allerdings bemühen. Nicht um die groben Gedanken zu ergründen - die hab ich schon beim ersten Lesen gefühlt.

    Ich wollte es besser, bzw. genauer wissen. Deshalb das brüten mit Werkzeugbrutkasten.

    So eine letzte alles entscheidende Aussprache ist wohl immer ein Segen, ganz egal wie sie verläuft!

    Danke auch dir

    TieferGrund

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