1. #1
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    Mücken töten

    Eine riesengroße Schnake,
    die am Schreibtisch mich bedroht,
    bringt mich in bedrängte Lage,
    schlag doch keine Mücke tot.

    Schließlich machen meine Katzen
    den Garaus dem Wüterich,
    killen ihn mit ihren Tatzen.
    Mücken töten muss ich nich.
    Geändert von Halbe Frau (10.06.2018 um 01:02 Uhr)
    "Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen." (Carl Schurz)

  2. #2
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    eine Unsicherheit bei der Betonung von Garaus rührt daher, dass du streng metrisch schreibst, was dem leicht humoristischen Gedicht sonst gut ansteht.

    ob man dir abkauft, dass eine harmlose Schnake gleich mit Wüterich bezeichnet wird???

    KP

  3. #3
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    Hallo Kaspar,

    schön, dass dir vor dem "Garaus" nicht graust. So mancher Kritiker würde den Kopf schütteln. Aber ich selber mag so was.

    Ja, ein Wüterich! Ähnlich wie bei anderen alle Flüchtlinge zu Verbrechern werden, werden bei mir halt alle Mücken zu Elefanten.

    Wie beruhigend, dass ich ein Killerkommando auf acht Pfoten habe, das beherzt zur Tat schreitet.

    Lieben Gruß
    Halbe Frau
    Geändert von Halbe Frau (10.06.2018 um 12:23 Uhr)
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  4. #4
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    Killerkommando... Ukrainer? Russen? Iraker? Turkmenen? Oder doch ganz traditionsverbunden Cosa Nostra?
    Danke für deine Antwort.

    Mit leisem Kopfschütteln
    kp

  5. #5
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    Hallo Halbe Frau,

    witzig, wie die Schnake das LI auch reimtechnisch in eine bedrängte Lage bringt.
    Auch den grausamen Garaus betrachte ich als gelungenes Stilmittel.
    Einzig die Tatsache, dass Schnaken sehr filigrane, zerbrechliche Wesen sind und sich aufgrund ihrer Mundwerkzeuge nur flüssig (Säfte, Wasser, Nektar) ernähren, niemanden (nicht einmal winzige 6-8-Füßlerchen) beißen, stechen oder sonstwie verletzen können und somit nur sehr schwer in die Rolle als Wüterich passen (hier im Text würde ich diese Rolle eher dem anscheinend biologisch nicht sehr versiertem LI zuschreiben), stört mein Lesevergnügen und verhindern jegliche Sympathie für das LI.

    Freundliche Grüße

    Isaban
    Wir lesen uns!

  6. #6
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    Hätte ich das "Killerkommando" mal lieber in Anführungszeichen setzen sollen, lieber Kaspar.

    Allahu Akbar
    Halbe Frau

    ***

    Hallo Isaban,

    stimmt, Schnaken können nicht stechen, und die Furcht vor ihnen ist völlig unsinnig. Deshalb habe ich den Vergleich mit anderen irrational Ängstlichen bemüht. Wer weiß, vielleicht ist meine Furcht vor allen möglichen Krabbeltieren ja auch eine Art Xenophobie, einfach, weil mir diese Wesen fremd sind.

    Eigentlich wütet so eine Schnake ja nicht, sondern fliegt nur unruhig hin und her. Aber wie gesagt, der Umstand, dass sie so groß ist, sich in meiner Nähe aufhält und bedrohlich surrt, lässt sie mir als "Wüterich" erscheinen.

    "Bedrängte Lage" auch deshalb, weil ich als Tierschützerin natürlich keiner Fliege was zuleide tun kann. Aber das erledigen ja die Katzen für mich. So bin ich aus dem Schneider.

    Feige Grüße
    Halbe Frau
    Geändert von Halbe Frau (10.06.2018 um 22:16 Uhr)
    "Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen." (Carl Schurz)

  7. #7
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    Hallo Halbe Frau,

    ich kann Deine Furcht vor Schnaken gut nachempfinden. Selbst wenn sie einem nichts tun können, sehen diese langbeinigen Zweiflügler recht bedrohlich aus, wen sie so durch den Raum fliegen. Die Begegnung mit „Opa Langbein“ verursacht ähnliche unangenehme Gefühle in mir. Katzen können da recht hilfreich sein.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  8. #8
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    Liebe Dabschi,

    ein kleiner Trost für mich, dass es auch anderen so geht. Was nicht heißen soll, dass ich es dir gönne.
    Im Urlaub lief uns mal eine Kakerlake über den Weg, und auch meine Freunde haben gekreischt. Dann war es gleich nicht mehr so schlimm, und wir konnten drüber lachen.

    An Spinnen habe ich mich inzwischen gewöhnt, vor allem, wenn sie ganz klein sind. Manchmal sehe ich einer kleinen Spinne zu, wie sie am Balkon ihr Netz spinnt. Anfassen würde ich sie aber nicht. Und wenn eine Spinne an der Decke baumelt oder an der Wand hoch krabbelt, finde ich das sehr unheimlich.

    Lieben Gruß
    Halbe Frau
    Geändert von Halbe Frau (10.06.2018 um 22:35 Uhr)
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