Thema: Enthaart

  1. #1
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    Enthaart

    Enthaart

    Ob an der Achsel oder Scham,
    - ach wie schön die Zeit doch war,
    mit jenem Anblick, der verkam -
    als noch prangte pralles Haar!

    Schad! Der Blickfang Achselbeuge
    bis zum Anschlag ausrasiert,
    dann noch - als der Dummheit-Zeuge -
    blank poliert, deodoriert!

    Das einst so heiße Schamdreieck
    zeigt jetzt nur noch Blöße - glatt,
    schreckt ab als „Öd-Hautlappenfleck",
    setzt Erotikträume matt!

    Wo mal eine scharfe Bürste,
    prachtvoll, dunkel, wildgekraust,
    sieht man jetzt „Schamlippenwürste",
    alt, gefaltet, arg zerzaust!

    Wo sind die geilen Düfte hin,
    die mich stets so übermannt?
    Parfüm, das mir betört den Sinn ,
    wich dem scheiß Deodorant!

    Guter Sex klappt nicht so ohne:
    Sinnesrausch braucht Nase auch,
    will „Gestank"- der Pheromone,
    sonst fällt Liebe auf den Bauch!

    Ach Haar, wie ich mich nach dir sehn,
    um neu in dich zu kriechen,
    ich möcht dich so gern wiedersehn,
    gern wieder Düfte riechen!

    Jetzt vertont auf meiner Homepage => Rubrik: "Neuere Gedichte"
    Geändert von Huber Georg (07.07.2018 um 19:35 Uhr) Grund: Vertonungshinweis
    duigatscho

  2. #2
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    Lieber Hubert Georg,

    mit der Behaarung und den Düften führst Du uns ins Mittelalter zurück, wo Hygiene und Sauberkeit oft sogar verpönt war. Die Kirche war Körper-feindlich und gegen das ausführliche Waschen und Baden. Wenn Napoleon von einem Feldzug zurückkam, schickte er einen Boten voraus, der seiner Frau die Order gab: Sie sollte sich nicht waschen er käme bald. Heute ist die Körperenthaarung weit verbreitet und oft auch erwünscht.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hallo Huber Georg,

    gut erfasst hat es dein Gedicht, denn auch im Mittelalter gab es Badehäuser, wo W&M gemütlich in einem Zuber sich säuberten und erfrischten.
    Sehr sinnlich geschah dann wohl, was mit Absicht auch
    noch geschehen sollte.
    Beste Grüße vom lautmaler

  4. #4
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    Hallo lieber Hans Plonka,


    herzlichen Dank für Deinen Eintrag.

    In diesem Gedicht gebe ich lediglich meine ganz persönliche Einstellung zur Sexualität wieder.
    Ich stehe nun mal auf Natur pur, auch wenn dies ein Rückverweis ins Mittelalter oder zu den Vorlieben des Napoleons wäre.

    Dass die gesellschaftlichen Zwänge unter eifrigem Zutun der Kosmetikindustrie in eine andere Richtung zeigen, ist mir voll bewusst.



    Hallo lieber lautmaler,


    auch dir ganz herzlichen Dank für Deinen Eintrag.

    Wie du richtig bemerkst, war auch im Mittelalter nicht alles dreckig obwohl die noch kein Deo kannten.


    Liebe Grüße an euch beide,


    Georg Huber
    duigatscho

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