1. #1
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    "Nun sind wir zwey!"


    „Nun sind wir zwey.“

    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Die herrrliche Renaissancetreppe
    Zum Ratssaal nahm mich immer gern auf.
    Während des langen Anstiegs
    Sah ich Justitia schon die Waage halten,
    Mein Sternzeichen zugleich
    Für Fairness, Gerechtigkeit und Freiheit,
    Mein ganzes Lebensprogramm.

    Mit Neugier und klopfendem Herzen
    Kehrte ich für kurze Zeit dorthin zurück,
    Wo meine Wiege einst gestanden
    Und es die ersten Prüfungen gegeben hat.

    Tage zuvor konnte ich noch einmal
    Allein zum Rathaus laufen,
    Wo jener Narr mit der Schellenkappe
    An der Ostseite der Treppe zu mir her sah:
    „Nun sind wir zwey“
    Las ich da und wusste wieder,
    Dass dereinst nichts von mir bleiben wird.

    *

  2. #2
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    Hallo Dr.Karg,

    in der Kürze hast Du eine vielseitige Aussage gut dargestellt und ein plastisches Erlebnisbild des LI aufgezeigt. In der fortlaufenden Prosadarstellung liest es sich noch besser. Mir gefällts!

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Liebe Brigitte, lieber Hans,
    mir gefällt's auch! Wenn jemand mal nach Nördlingen kommen sollte: Dort ist die Rathaustreppe zu finden.
    LG Hans Hartmut Karg

  4. #4
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    Hallo Dr. Karg,

    irgendwie schön, der Text. Sentimental! Sind sentimentale Männer beliebt? Bei mir schon! Von der Nördlinger Rathaustreppe wird dereinst auch nichts bleiben, nur ist es wahrscheinlich das etwas spätere Dereinst...

    Hat Spaß gemacht, es zu lesen.

    Viele liebe Grüße

    Henrik

  5. #5
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    Hallo TollerHecht,
    ob Männer sentimental sein können - und dann auch noch beliebt? Diese Frage kann ich nicht beantworten, dazu bin ich vielleicht schon zu alt...
    Danke für den Lesespaß!
    Herzliche Grüße!
    H. H. Karg

  6. #6
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    Steht da nicht "Nun sind unser zwey" am Relief?
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  7. #7
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    Da muss ich gar nicht erst nach Nördlingen fahren.

    Dass unser zwey sind, zeigt mir jeden morgen der Blick in den Spiegel.

    Hallo Dr.

    Das spricht mich ebenfalls sehr an. Prosa liegt dir wesentlich besser als Gereimtes.

    Sehr melancholischer, "nachfühlbarer" Text. Geht mir ähnlich, wenn ich nach langer Zeit Orte besuche, die eine Zeit lang meine Heimat waren. Man sucht markante Gebäude auf und Erinnerungen kommen wieder hoch...

    Hat mir sehr gefallen

    VG Eddigeh.
    "Ich pass' immer auf zu dir"

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