Thema: Vorbei

  1. #1
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    Vorbei

    Vorbei

    Hör auf mich anzuflehen,
    ich komm nicht mehr zurück,
    werd andre Wege gehen,
    ich fand mit Dir kein Glück.

    Hör endlich auf zu weinen,
    Du warst doch sonst so cool.
    Ich bin mit mir im Reinen,
    sitz fest auf meinem Stuhl.

    Wie oft hast Du gelogen,
    wie oft mein Herz verletzt,
    mich skrupellos betrogen?
    Du hast mich unterschätzt!

    "Ich werde Dich verlassen"
    hab ich zu oft gesagt.
    Nun kannst Du es nicht fassen,
    dass Deine Frau es wagt.

    Du warst ein stolzer Ritter
    mit Schwert und Stiefelsporn.
    Nun poltert ein Gewitter,
    Du fürchtest dessen Zorn.

    Die Wogen voller Tränen
    versprühen in der Gischt
    und haben wie Fontänen
    Dich eiskalt nun erwischt.

    Leb wohl Du armer Knappe,
    ich wünsche Dir viel Glück
    auf Deinem schwarzen Rappen
    mit Deinem besten Stück.
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  2. #2
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    liebe dabschi

    in deinem gedicht ist viel wahrheit drin.
    man sagt oft ich verlasse dich zieht es aber nicht durch.
    macht man es irgendwan doch,fällt der partner aus allen wolken
    und ist total fassungslos.

    sehr gut beschrieben,gerne gelesen

    liebe grüsse margot.

  3. #3
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    Werte Dabschi,

    sehr schön! Das macht Freude zu lesen. Wenn das LI nach diesem Schritt keine Sehnsucht entwickelt, dann war es richtig. Entsteht hingegen auch "danach" Sehnsucht, dann hat man sich vielleicht verzockt Die Trennerei läuft nämlich gar nicht nach dem banalen Reiz-Reaktion-Schema ab, also "verletz worden" ergibt "Trennng". So einfach ist das nicht, sonst wäre es ja einfach mit der Liebe. Das Herz ist für solche Sachen wie "verletzt worden" relativ blind und wenn das Herz aus ganz anderen Gründen die Trennung beschließt, dann beauftragt es das Gehirn, solche Sätze wie den aus deinem Gedicht als Rechtfertigung nach außen zu bilden. Ist aber Quatsch. Die Liebe schert sich nicht um "Verletzt worden" oder "nicht verletzt worden". Das Herz geht also nach ganz anderen Dingen. Die letzte Zeile deines Gedichts könnte darauf ein Hinweis sein. Vielleicht kam da plötzlich ein noch besseres bestes Stück daher geritten. Ausgestattet mit einem noch geileren Schwert (mehr Gewalt) und noch geileren Stiefelsporn (mehr Macht)...

    Viele Grüße und es hat mich gefreut. Henrik
    Geändert von TollerHecht (11.07.2018 um 12:57 Uhr)

  4. #4
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    Liebe Margot,

    man sagt oft ich verlasse dich zieht es aber nicht durch.
    So ist es. Man zieht es nicht durch, weil man zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu einer Trennung bereit ist. „Ich verlasse Dich“ ist meistens ein verzweifelter Hilferuf, der den Partner „aufrütteln“ soll. Die Hoffnung, dass alles irgendwann gut wird, ist allgegenwärtig und stirbt zuletzt. Ein Zögern und Abwarten halte ich allerdings für richtig. Man sollte keine voreilige Entscheidung treffen, die man später evtl. bereut.

    Das Lyrische Ich trennte sich endgültig von ihrem Partner, als die Gefühle der großen Liebe verblassten und in Gleichgültigkeit umschlugen. Dann tut es auch nicht mehr so weh.

    Vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar und liebe Grüße
    Dabschi


    Lieber Henrik,

    Die Trennerei läuft nämlich gar nicht nach dem banalen Reiz-Reaktion-Schema ab, also "verletz worden" ergibt "Trennng". So einfach ist das nicht, sonst wäre es ja einfach mit der Liebe.
    So einfach hat es sich das LI auch nicht gemacht. Schaue hier:

    Wie oft hast Du gelogen,
    wie oft mein Herz verletzt,
    mich skrupellos betrogen?
    Natürlich kämpft man um seine Liebe, solange wie man es für sinnvoll hält. Wenn aber alle Bemühungen ins Leere laufen, dann ist eine Trennung die bessere Alternative.

    Das Herz ist für solche Sachen wie "verletzt worden" relativ blind
    Für eine gewisse Zeit schon. Wenn die seelischen Verletzungen aber nicht aufhören, muss man sich vor weitere Schmerzen schützen und eine passende Klarsichtbrille aufsetzen, aber bitte nicht die rosarote, denn dann würde das Drama nie enden.

    Das Herz geht also nach ganz anderen Dingen. Der letzte Satz deines Gedichts könnte darauf ein Hinweis sein. Vielleicht kam da plötzlich ein noch besseres bestes Stück daher geritten. Ausgestattet mit einem noch geileren Schwert (mehr Gewalt) und noch geileren Stiefelsporn (mehr Macht)...
    Hahaha … jetzt hast Du mich zum Lachen gebracht. Solche Gedanken hatte ich beim Schreiben wirklich nicht – ich schwöre. Frag das LI.

    Ich danke Dir für Deinen interessanten Kommentar.

    Liebe Grüße
    Dabschi

    PS: Mein Gedicht entstand vor einigen Jahren zu einem vorgegebenen Thema: „Eiskalt erwischt“, welches ich nun noch mal überarbeitet habe. Es wurde von Lars Kobbe vertont. Der Song ist mit einem Video auf YouTube zu finden. Suchbegriff: Vorbei / Lars Kobbe
    Die Strophen wurden nach Absprache in anderer Reihenfolge gesungen, was dem Song zugutekam. Der Text weicht nach jetziger Überarbeitung geringfügig ab.
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  5. #5
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    Hallo Dabschi,
    eine recht alltägliche Begebenheit, die mich eigentlich nicht berührt. Aber der schwarze Rappe hat mich aus dem Sattel gehoben! Gott sei Dank - ich hatte noch einen weißen Schimmel als Reservepferd.
    Festival

  6. #6
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    Lieber Heinz,

    vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Ich dachte schon, dass Du das Interesse an meinen Gedichten verloren hast und war ganz traurig darüber.

    Zum Glück behältst Du meine Gedichte im Auge und dafür danke ich Dir sehr herzlich.

    „Mein Lieblingsplatz“ ging ins Leere, leider auch Deine Persiflage. Es tut mir sehr leid. Du musst Dir nicht immer so viel Arbeit mit mir machen. Zeit ist Geld!

    Liebe Grüße
    Dabschi
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    (Dietrich Bonhoeffer)

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