1. #1
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    Armer Schlucker

    Ein Schwerterschlucker schluckt ein Schwert
    und bleibt dabei nicht unversehrt,
    denn: Wer ein ganzes Schwert verzehrt,
    der hat sich sehr verkehrt ernährt.



    Überarbeitete Version nach Kommentierungen:

    Ein Messerschlucker schluckt ein Schwert
    und bleibt dabei nicht unversehrt,
    denn wer ein ganzes Schwert verzehrt
    ernährt sich zweifellos verkehrt.
    Geändert von Richmodis (13.07.2018 um 16:52 Uhr)
    "Aber es muss gehen, andere machen es doch auch!"
    Loriot

  2. #2
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    Lieber Schluckspecht,

    dass dein Schluck-Auf ansteckend ist, wissen wir inzwischen aus der Erfahrung heraus. Ob du selbst unversehrt aus dieser Sucht wieder herauskommst, ist noch offen. An diesem Teil hier ist der Titel das beste. Auf den Doppelpunkt in V3 würde ich verzichten - sieht so nach Merksatz mit erhobenem Zeigefinger aus. Auch das "sehr" in V4 ist zu sehr Füllwort. Die andere Version mit "letztlich" hat mir an dieser Stelle besser gefallen. Aber du willst unbedingt noch "verkehrt" mit unterbringen, richtig? Wie wärs mit:

    Ein Schwerterschlucker schluckt ein Schwert
    und resümiert: "Das war's nicht wert",
    denn wer ein Schwert am Stück verzehrt,
    verdaut nur selten unbeschwert.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  3. #3
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    Warum immer so abdriften? Bei der Sache bleiben ist doch auch nicht schwieriger als von ihr aus in Richtungen zu gehen deren eigentlicher Sinn ist die Sache zentral zu positionieren und da ist ein verdautes Schert selten das wert, was man vielleicht wirklich begehrt. Anders rum sind pure Spielereien noch relativ unerforscht.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Lieber Terrorist,

    ich habe mir mal deine früheren Kommentare so angeschaut. Die waren alle in einem Sprech verfasst, den ich noch verstehen konnte. Das hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Ich weiß nicht, was dir widerfahren ist, dass es so kam. Aber vielleicht könntest Du was dran machen. Musst es natürlich auch wollen ... Vielleicht gefällt es Dir auch gut, nicht verstanden zu werden. Davon muss ich ausgehen, weil Du - trotz ähnlicher Rückmeldungen zahlreicher anderer User - an diesem Kommentarverhalten bisher nichts geändert hast. Da ich auch hier nicht verstehe, was Du mir sagen willst, bleibt dein Kommentar, was seinen Inhalt angeht, von mir unbeanwortet. Das werde ich auch künftig so halten. Ich habe keine Lust, deine Sätze 20 - 30 x durchzulesen, um dann doch wieder festzustellen, dass ich nichts verstanden habe. Diese Zeit kann ich besser nutzen. LG

    Hi, VC,

    ist ansteckend, wa? (gefällt mir, deines).

    Nun ist es so: Selten habe ich mich über eines meiner eigenen Gedichte so beömmelt wie über dieses hier. Und dabei haben mir die Stellen, die du bemängelt hast, am besten gefallen.

    Der Doppelpunkt war bewusst gesetzt: Ich fand es lustig, in diese bekloppte Szene eine doch tatsächlich ernstgemeinte Zeigefinger-Ermahnung reinzusetzen. Dadurch - fand ich - wirkt die Szene noch ein bisschen bekloppter. Ich hatte es mir laut vorgelesen, so als ob ich es vortrage und vor den Doppelpunkt eine Pause gemacht. Und auch das "sehr" war nicht als Füllwort gedacht, sondern mir gefielen die zahlreichen gleichlautenden Silben so gut (Schwert, verzehrt, sehr, er, unversehrt, ernährt. Ich weiß nicht, wie man das nennt, gibts bestimmt einen Begriff für. Alliteration ist es ja nicht, aber was?). Fazit: Hier empfinden wir es offensichtlich sehr () unterschiedlich.

    LG
    Richy
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    Loriot

  5. #5
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    Hier empfinden wir es offensichtlich sehr () unterschiedlich.
    Ja klar, aber das ist auch okay so. Ich kann ja nur sagen, wie es auf mich wirkt. Wenn du voll hinter deinen Versen stehst, musst du sie unbedingt so lassen! (Oder vor viel Publikum ausprobieren)

    lg VC
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    Peter Arbeitsloser

  6. #6
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    Liebe Richmodis, lieber VC,

    mir gefällt das Original sehr gut! O.k, das "sehr" in der letzten Strophe ist nicht unproblematisch, aber "ganz, recht, halt" ist auch keine eindeutige Verbesserung.
    VCs Interpretation gefällt mir ebenfalls, das Problem ist aber, dass man - wie immer bei VC - über die Formulierungen kurz nachdenken muss, dadurch verliert es ein wenig an Leichtigkeit und Flapsigkeit.

    Also: Aus meiner Sicht alles richtig gemacht!

    Liebe Grüße und schönes Wochenende,
    Georg
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  7. #7
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    Hi Georg,

    ja, VCs gefällt mir auch sehr, besonders das doppeldeutige "unbeschwert", muss aber auch zugeben, dass es mir erst beim zweitenmal Lesen auffiel. Flapsiger Schenkelklopfer oder tiefsinniger Schmunzler, man kann so oder so ...

    Du findest das "sehr" also auch problematisch ... Als ich das Gedicht schrieb, habe ich an deinen "Hossa"-Beitrag gedacht und mir vorgestellt, wie meines wirken würde, wenn ich es mit der richtigen Betonung vortragen würde. Also ich hatte den Eindruck, dass in einem Vortrag bei richtiger Betonung das "sehr" in Kombination mit den vielen anderen gleichlautenden Silben im Text gut ankäme. Aber da hast Du wahrscheinlich mehr Erfahrung. Ich habe bisher noch nicht und werde auch niiieemals von mir selbst was vortragen (Schiss).

    Lieber VC,

    ich hoffe, die Tatsache, dass wir hier mal - was eher selten vorkommt - unterschiedlich empfinden, führt nicht dazu, dass ich künftig auf deine hilf- und lehrreichen Kommentare verzichten muss, weil Du vielleicht denken könntest, die (also ich) will jetzt immer ihr eigenes Ding machen. Ich bin noch lange nicht fertig mit lernen.


    Danke Euch beiden für Eure Eindrücke

    Richy
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    Loriot

  8. #8
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    Total lustig. Ich schmeiß mich weg.

    Auch Feuer schlucken ist riskant.
    Da hat er sich ja mal verbrannt.
    Drum schluckt er lieber weiter Schwerter.
    Die sind ja schärfer und auch härter.

  9. #9
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    Danke Alexa0412.

    Allmählich fängt das "sehr" auch mich an, zu stören und ich glaube langsam zu verstehen, was ihr (VC und Georg) meintet.

    Um das "verkehrt" drinzubehalten (Ich will es unbedingt drinhaben ) könnte man auch den letzten Vers abändern in

    Ein Schwerterschlucker schluckt ein Schwert
    und bleibt dabei nicht unversehrt.
    Denn wer ein ganzes Schwert verzehrt
    ernährt sich zweifellos verkehrt.

    Auch gerne dann ohne Doppelpunkt, Vauzeh-chen.
    Ich glaube, so ist es jetzt wirklich besser, gell?
    Mich hat nämlich auch die Zeitform Perfekt in der letzten Zeile gestört. Das passte nicht zu Präsens in V3
    LG
    Geändert von Richmodis (13.07.2018 um 15:49 Uhr)
    "Aber es muss gehen, andere machen es doch auch!"
    Loriot

  10. #10
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    Hallo Richmodis,

    eine Häufung von Gleichklängen kann sehr spannend sein, aber schnell wird's auch zuviel. Sie ziehen die Aufmerksamkeit des Lesers bzw. Hörers auf sich und sollten sich daher auch auf die sinnprägenden Silben des Verses beschränken. Eine Rekordjagd nach vielen Gleichklängen kann zwar zu sportlich interessanten Ergebnissen führen, verfehlen aber zumeist künstlerische Ziele (Ausnahmen bestätigen die Regel ). In diesem Kontext missfällt mir auch das "sehr". Ersatzweise könnte ich mir ein "ganz" an dieser Stelle vorstellen (ein ganzes Schwert ist ganz verkehrt ...).

    Der Schwerterschlucker in der ersten Zeile gefällt mir klanglich und inhaltlich nicht so gut. Ich kann mir keinen Typen vorstellen, der mehrere dieser Ritterwaffen verschlingt. Ich glaube das ist zuviel des Guten. Hier könnte ich mir einen Schwertverschlucker vorstellen oder einen Messerschlucker. Letzteres ist wohl auch die Bezeichnung für die normale Art und Weise dieser "Tätigkeit".

    Ansonsten schöne Wortspielerei.

    LG Eremit
    Geändert von Eremit (13.07.2018 um 16:27 Uhr)
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  11. #11
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    Hallo Eremit,

    es stimmt, da waren wohl sportliche Ambitionen der Antrieb für die Übertreibung.

    Dein Vorschlag, den Messerschlucker zu wählen, gefällt mir. Das übernehme ich.

    ganz als Alternative zu sehr find ich nicht unwitzig, nur aus einem Grund würde ich es nicht wählen: weil ich in der Endversion die Perfekt-Zeitform vermeiden will. Deshalb denke ich, sollte es in die Richtung gehen:

    Ein Messerschlucker schluckt ein Schwert
    und bleibt dabei nicht unversehrt.
    Denn wer ein ganzes Schwert verzehrt
    ernährt sich zweifellos verkehrt.

    Ich denke, wenn man weiterspinnt, kommen noch andere mögliche Variationen zum Vorschein, die besser sind, als die Ursprungsversion.

    Danke Dir und Euch fürs basteln an den Versen.

    LG
    Richmodis
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    Loriot

  12. #12
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    Wie schön es war deine Antwort so in Grundzügen aus dem Gedicht heraus zu lesen ist wohl auch nur für den Schwertschlucker von Belang an dem dein Gedicht vorbei geht. Weil es ihm doch mehr bedeutet als irgendeine herbeizitierte Unversehrtheit die nur einer gewissen Unbedarftheit entspringt, deren Kleid wir für innere Rüstung uns zu halten gezwungen sehen. Wohl dem der auf der richtigen Seite stehend, sich dazu einiges leisten kann was bei neutraler Betrachtung mehr als fragwürdig daherkäme.

    Vielen Dank + MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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