1. #1
    Registriert seit
    Jun 2016
    Beiträge
    1.749

    Die Schmiede und die Liebe (Arbeitstitel) - Fortsetzung Teil V und VI (Hexameter)

    V.
    Mischa der Zauberer aber, bekam die Tochter des Königs,
    Tanja (Tanitschka), zur Frau. Aus Dank für die Rettung des Hengstes
    Sturmwind, sagten die einen, zur Strafe lästerten andre.
    (Tanja war schön doch ehrlos, vom höfischen Leben gelangweilt,
    ledig und bindungsunwillig, obgleich schon jenseits der Dreißig,
    liebte den Schwertkampf, Mathematik, Hexameter-Dichtkunst,
    war damaszenermesserscharf und vögelte alles -
    Prinzen, Zofen, auch Popen - mehr oder weniger wahllos.)
    Glockenhell! - er hörte ihr Lachen, schon wuchs sein Begehren,
    quollen denn auch ihre Brüste, wie feinster Germteig im Ausschnitt.
    Glockenhell! - Sie lachte und lachte und ging mit dem Hufschmied,
    Erbland hin oder her, denn sie liebte den backenden Dolm: Er
    kniete sich hin, verschwand in den Röcken, leckte geduldig
    Schenkel und Scham, bis die Säfte flossen und Tanja verging vor
    Lust und sie flehte, ein jeder der Brüder solle sie ficken,
    hoch erregt von dem Anblick schweißglänzender Muskel der Schmiede.
    Mischa teilte sie gerne, genoss ihr Spiel mit den Brüdern:
    Machten sie Tanja froh, war das Muttertrauma vergessen.

    VI.
    Rau ist ihr Ton, stockdunkel vor Lust, befiehlt sie Aljoscha:
    "Nimm mich! Sofort und ganz hart, hier neben der Esse
    auf dem Amboss von hinten, sei mein Hengst, der mich Stute
    deckt!" „Sieh zu, Antoscha!“ ermahnt die Prinzessin ihn streng und
    kommt, kaum teilt der Schwanz feuchtglänzende Lippen und dringt ein,
    als ob flüssiger Stahl in Vagina und Bauch explodierte.
    Mischa bevorzugt Domina-Spiele. In Fesseln und Ketten
    dient er der Herrin und leckt die Stiefel Tanitschkas auf Hochglanz,
    knetet der üppigen Schmiedin den Hintern und Brüste wie Brotteig,
    bittet auf Knien, sie möge ihn peitschen, und wimmert vor Lustschmerz.
    Macht weckt neuerlich Lust, so empfängt sie behutsam das Glied des
    Kleinen, das steht wie ein mächtiger Amboss; ihr Stöhnen erscheint ihm
    wie das Singen des Schwerts, wenn der Schmiedehammer es rhythmisch
    trifft; nach empfindsamen Stößen entlädt sich die Lust orgiastisch,
    als sein Samen sie flutet: ein Schwall aus glühender Lava.

    Und
    leben sie noch, dann vögeln sie heute noch lüstern wie einstmals.*)












    *) Fortsetzung/Teil I. bis IV hier
    Geändert von albaa (18.07.2018 um 16:55 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Jun 2016
    Beiträge
    1.749
    Hallo Ferdi,

    Hahaha! Mit "rhythmischer Porno" kann ich eigentlich ganz gut leben, obwohl das die Sache doch auch stark vereinfacht, wenn du bei Teil IV. schaust, spielt das schon auch auf sehr aktuelle Probleme an

    Ja, aber mir war schon klar, dass dir das nicht gefallen wird - zurecht - und ich habe auch dem wahrhaftigen Hexameter gegenüber ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

    Aber ich musste mein Werk irgendwie "vollenden". Mich reizte diese Spannung zwischen märchenhafter Archaik, pornografischer Sachlichkeit und Hexameter einfach so, dass ich dieses verrückte Projekt zu Ende bringen musste.
    Und andererseits war, wie ich schon im ersten Teil sagte, die Art wie Oz in seinem Roman „Eine Gescichte von Liebe und Finsternis“ Geschichten erzählt, Inspiration für diesen Text (vielleicht lasse ich die Schmiede ja auch noch sterben in einer weiteren Fortsetzung, mal schauen) und was die pornografische "Sachlichkeit" betrifft, vielleicht auch Brecht, wie insbesondere dieses Sonett (das ja auch nicht wirklich was mit klassischen Sonetten zu tun hat):

    Sauna und Beischlaf

    Am besten fickt man erst und badet dann.
    Du wartest, bis sie sich zum Eimer bückt
    Besiehst den nackten Hintern, leicht entzückt
    Und langst sie, durch die Schenkel, spielend an.

    Du hältst sie in der Stellung, jedoch später
    Sei’s ihr erlaubt, sich auf den Schwanz zu setzen
    Wünscht sie, die Fotze aufwärts sich zu netzen.
    Dann freilich, nach der Sitte unsrer Väter
    Dient sie beim Bad. Sie macht die Ziegel zischen
    Im schnellen Guß (das Wasser hat zu kochen)
    Und peitscht dich rot mit zarten Birkenreisern
    Und so, allmählich, in dem immer heißern
    Balsamischen Dampf läßt du dich ganz erfrischen
    Und schwitzt dir das Geficke aus den Knochen.

    (Werner Hecht [Hg.] (2009): Bertolt Brecht. Liebesgedichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp)

    ... aber bei mir geht es ganz anders als hier bei Brecht, der rein mechanischen und sogar sexistisch Sex beschreibt, schon auch um romantische Liebe und die erste Liebe zur Mutter oder besser gesagt, die psychischen Auswirkungen des Verlustes der Mutter - natürlich überzeichnet oder verfremdet.

    Die metrischen und grammatikalischen Schnitzer werde ich mir noch vornehmen.

    Vielen Dank, dass du dich trotzdem gemeldet hast und die wertvollen Verweise auf die wirklichen Hexameter der Ilias.

    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von albaa (18.07.2018 um 17:19 Uhr)

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 08.07.2018, 19:38
  2. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 07.01.2009, 18:28
  3. Kenn ich diese Liebe? (Hexameter)
    Von goldlaub im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 15.01.2008, 18:33
  4. Liebe (Fortsetzung)
    Von lifesaver im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 23.04.2003, 13:10
  5. Fortsetzung Teil 2 u. 3 Erinnerung
    Von citty im Forum Alltägliches, Biographisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 11.09.2002, 21:55

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden