Thema: Ideologie

  1. #1
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    Ideologie

    Eine Ideologie ist eine Überzeugung von der (sub- u. oder objektiven) Güte eines Zieles, sowie von der Erkennung und dem (oft auch nur das vermeintliche) Verstehen des Zielweges. Die Ziel-, sowie die Zielwegerkennung und somit die Überzeugungen und Ideologien können aufgrund von Täuschungen (Fehlinformationen) falsch sein. Die Erkenntnisbereitschaft, die eigene Ideologie als falsch oder fehlerhaft zu verstehen (zu erkennen), ist meist gering oder manchmal sogar unmöglich. Es liegt überwiegend daran, dass es bedeuten würde, vor sich selbst und vor anderen Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit, sowie viel Selbstachtung und Achtung anderer zu verlieren. Argumente und Anfechtungen gegen die eigene Ideologie werden deshalb selten angehört und meist genauso wenig wie die eigene Ideologie geprüft. Die Vermittlung und Verbreitung einer Ideologie geschieht fast immer in bester Absicht. Es gilt hier der Grundsatz, „der Zweck heiligt die Mittel“. Leider ist es aber oft so, dass der Zweck zwar vom Vermittler als gut erkannt wird, von anderer Sicht aus, aber schlecht oder objektiv betrachtet wirklich nicht gut, sondern schlecht ist. Einer subjektiven, sowie einer an Personen gebundenen Ideologie sollte deshalb mit größtem Misstrauen begegnet werden. Sachbezogene Erklärungen, bei denen Aufwand und Nutzen nach Wahrscheinlichkeit, logisch und mathematisch ermittelt werden können, sind eine gute Voraussetzung für eine gute und subjektiv nützliche Ideologie.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Hallo Hans Plonka,
    Die Vermittlung und Verbreitung einer Ideologie geschieht fast immer in bester Absicht.
    Bis hierher wird es kaum jemanden geben, der widerspricht. Danach begibst du dich meiner Meinung nach ins Vage. "Der Zweck heiligt die Mittel" ist doch vor allem der Grundsatz autoritärer Regime. Demokratische Rechtsstaaten sind meiner Meinung nach zwar nicht per se davor gefeit, aber sie verfügen über Korrektur- und Kontrollmechanismen. Aktuellstes Beispiel ist die Abschiebung von Sami A. Der nachvollziehbar gute Zweck, einen solchen Typen außer Landes bringen zu wollen, heiligt in Deutschland offensichtlich nicht das Mittel, sich über eine gerichtliche Aussetzung der Abschiebung hinwegzusetzen. Sonst gäbe es die Diskussion über eine Rückholung ja nicht in dieser Form.

    Leider ist es aber oft so, dass der Zweck zwar vom Vermittler als gut erkannt wird, von anderer Sicht aus, aber schlecht oder objektiv betrachtet wirklich nicht gut, sondern schlecht ist.
    Auch hier begibst du dich bei deinem Versuch einer allgemeingültigen Erklärung des Begriffs Ideologie selbst ins Subjektive. Wie kannst du wissen, dass das, was jemand als gut erkennt "leider so oft ... objektiv betrachtet ... schlecht ist"? Woher hast du die Objektivität?

    Gegensätzliche Auffassungen in gesellschaftlichen Fragen gründen sich nunmal auf die Subjektivität und die damit einhergehenden unterschiedlichen Interessen der Subjekte. In der Regel sind das komplexe Probleme, die sich mathematisch nicht so einfach beweisen lassen. Und logische Beweise...? Da erscheint es dem einen logisch, dass wachsende Windparks die Lebensqualität und den Tourismusbetrieb sinken lassen; dem anderen erscheint es genauso logisch, dass er kein AKW oder ein unterirdisches Endlager in seiner Umgebung möchte und den Klimawandel auch für bekämpfenswert hält. Darüber kann man sich ja dann austauschen.

    Bei der Warnung vor an Personen gebundenen Ideologien bin ich natürlich bei dir. Aber da sind wir ja eigentlich schon wieder bei den oben erwähnten Autokratien (oder in Bayern )

    lg VC
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    Peter Arbeitsloser

  3. #3
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    Lieber Verbalcarpaccio,

    Bis hierher wird es kaum jemanden geben, der widerspricht. Danach begibst du dich meiner Meinung nach ins Vage. "Der Zweck heiligt die Mittel" ist doch vor allem der Grundsatz autoritärer Regime. Demokratische Rechtsstaaten sind meiner Meinung nach zwar nicht per se davor gefeit, aber sie verfügen über Korrektur- und Kontrollmechanismen. Aktuellstes Beispiel ist die Abschiebung von Sami A. Der nachvollziehbar gute Zweck, einen solchen Typen außer Landes bringen zu wollen, heiligt in Deutschland offensichtlich nicht das Mittel, sich über eine gerichtliche Aussetzung der Abschiebung hinwegzusetzen. Sonst gäbe es die Diskussion über eine Rückholung ja nicht in dieser Form.
    Eine Ideologie ist immer subjektiv, auch wenn sie mit vielen geteilt wird. Es geht dabei um Ideen aus einer persönlichen Weltanschauung, die zu logischen Meinungen (Ansichten) erhoben werden und sich verfestigen. Wenn sich eine Ideologie verfestigt hat, wird sie zur Identität und wehrt sich gegen alle Eindrücke die das subjektive Weltbild und somit die Identität verändern könnten.
    Ein Anhänger einer Ideologie wünscht sich auch, dass seine Ideen verbreitet werden. Er ist diesbezüglich immer autoritär in seinen Handlungen, soweit es ihm ohne Nachteile möglich ist.
    Besonders in einer Demokratie gibt es immer Gegenströmungen die Kompromisse erforderlich machen. Inwieweit Kompromisse eingegangen werden, ist eine Frage der Macht. Wer von einem Zweck (Sinn) und dessen Bedeutung (Wichtigkeit) überzeugt ist, wird auch vor drastischen Mitteln nicht zurückschrecken. Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn subjektive Interessen ohne Rücksicht auf die Umwelt (Gemeinschaft) verfolgt werden, ist dies für die Gesellschaft immer schlecht. Machtkonzentrationen, die dies ermöglichen sind für die Gesellschaft gefährlich (Glaubensideologien).
    Bei der Logik geht es nicht darum, wie es einem erscheint, sondern um objektive Tatsachen.

    LG Hans
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  4. #4
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    Besonders in einer Demokratie gibt es immer Gegenströmungen die Kompromisse erforderlich machen. Inwieweit Kompromisse eingegangen werden, ist eine Frage der Macht.
    Denke ich auch. Aber da ist ja erstmal nichts schlimmes dran. Denn anders als in einer Autokratie können sich die Machtverhältnisse in einer Demokratie regelmäßig ändern. Das ist ja ihr Wesen.

    Bei der Logik geht es nicht darum, wie es einem erscheint, sondern um objektive Tatsachen.
    Ich denke, dass es in der Politik - zumindest bei den großen und strittigen Themen - gerade selten möglich ist, mathematische oder logische Beweise zu führen, die allen willigen) Beteiligten einleuchten. Von daher meine Aussage über das "logisch erscheinen" - nach Studium aller Erkenntnisse und (nicht oder) aus der Erfahrung heraus. Aber vielleicht hast du mal ein Beispiel, das deinen Punkt verdeutlicht. Was z. B. hältst du für objektiv, erwiesen und ist politisch umstritten, umkämpft (lokal-, landes- oder weltpolitisch, egal...)? Und woher beziehst du diese Objektivität?

    VC
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    Peter Arbeitsloser

  5. #5
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    Lieber VC,

    Besonders in einer Demokratie gibt es immer Gegenströmungen die Kompromisse erforderlich machen. Inwieweit Kompromisse eingegangen werden, ist eine Frage der Macht.
    Denke ich auch. Aber da ist ja erstmal nichts schlimmes dran. Denn anders als in einer Autokratie können sich die Machtverhältnisse in einer Demokratie regelmäßig ändern. Das ist ja ihr Wesen.
    Dies wird uns erzählt, doch In unserer Demokratie haben sich die Machtverhältnisse bisher noch nie geändert und ich halte es auch nicht für möglich. Wahlen können da nichts bewirken. Wenn eine Partei sich nicht dem System anpasst wird sie beschimpft und ausgegrenzt, auch von den meinungsbildenden Medien. Das geht solange bis sie sich anpasst.
    Bei der Logik geht es nicht darum, wie es einem erscheint, sondern um objektive Tatsachen.
    Ich denke, dass es in der Politik - zumindest bei den großen und strittigen Themen - gerade selten möglich ist, mathematische oder logische Beweise zu führen, die allen willigen) Beteiligten einleuchten. Von daher meine Aussage über das "logisch erscheinen" - nach Studium aller Erkenntnisse und (nicht oder) aus der Erfahrung heraus. Aber vielleicht hast du mal ein Beispiel, das deinen Punkt verdeutlicht. Was z. B. hältst du für objektiv, erwiesen und ist politisch umstritten, umkämpft (lokal-, landes- oder weltpolitisch, egal...)? Und woher beziehst du diese Objektivität?
    Ich denke in der Politik kann gut nach Logik gehandelt werden, doch es geht dabei um Interessen die machtabhängig sind. Es gibt Zielsetzungen die so erfolgreich bearbeitet werden, auch wenn sie gegen das Wohlbefinden der Bevölkerung sind. Es ist die von der Bevölkerung gewählte und bezahlte Regierung, doch sie arbeitet nicht vorrangig für ihr Wohlbefinden. Für die Bevölkerung arbeitet die Regierung krass erfolglos. Trotz guter Wirtschaftsleistungen und steigender Produktivität sind die sozialen Probleme gestiegen. Die soziale Schere wurde weiter. Es haben sich Parallelgesellschaften gebildet. Es gibt Kriegsbeteiligung. Die Staatsverschuldung ist gewachsen. Objektivität beziehe ich durch die Bewusstmachung, dass ich beeinflusst werde und bin (durch eigene und fremde Interessen) und daraus, dass ich vorrangig die Meinungen der Mehrheiten in Frage stelle, weil sie manipuliert werden.

    LG Hans
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  6. #6
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    Hallo Hans,

    zunächst nochmal zur Textarbeit (die wiedermal durch die inhaltliche Diskussion überlagert wird): meine Kritik am Text war, dass du deinem Anspruch, eine allgemeingültige, möglichst objektive Abhandlung über den Begriff Ideologie zu verfassen, nicht ganz gerecht wirst, weil du in ihm selbst subjektiv urteilst, dass der Zweck einer Ideologie "objektiv betrachtet leider oft schlecht ist" und das auch subjektiv wertest (mit dem Wort "leider"). Diese Herangehensweise fordert dann mindestens eine Erläuterung, Erklärung, auf denen sie beruht. Ansonsten bleibt der Text eine vage These.
    Es ist die von der Bevölkerung gewählte und bezahlte Regierung, doch sie arbeitet nicht vorrangig für ihr Wohlbefinden. [...] Dies [der mögliche Machtwechsel in einer Demokratie, Anm. VC] wird uns erzählt, doch In unserer Demokratie haben sich die Machtverhältnisse bisher noch nie geändert und ich halte es auch nicht für möglich.
    Mit dieser Sichtweise der Dinge kannst du natürlich alle Argumente an dir abprallen lassen. Die kann ich mir also sparen. Aber schildere dann doch mal dein Bild einer funktionierenden Staatsführung - wie sollte z. B. Deutschland geführt/regiert werden? Dabei interessiert mich vor allem konkrete Organisationsformen. Inhaltliche Allgemeinplätze wie Friedenssicherung, soziale Gerechtigkeit usw., die von allen propagiert werden, können wir uns sparen.

    Objektivität beziehe ich durch die Bewusstmachung, dass ich beeinflusst werde und bin (durch eigene und fremde Interessen)...
    D'accord - das ist schonmal gut, denke ich.
    ...und daraus, dass ich vorrangig die Meinungen der Mehrheiten in Frage stelle, weil sie manipuliert werden.
    Aber das finde ich nicht zwingend logisch. Klar kann die Meinung einer Mehrheit falsch sein; sie kann aber auch richtig sein. Es muss andere Indizien für Objektivität geben als die Anzahl der Befürworter einer These.

    Auch bitte ich, um deinen Punkt besser verstehen zu können, nochmals um ein konkretes Beispiel, an dem du dir im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung eine "objektive" Meinung gebildet hast. Daran könnten wir uns ja dann weiterhangeln.


    lg VC
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    Peter Arbeitsloser

  7. #7
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    Lieber VC,

    weil du in ihm selbst subjektiv urteilst, dass der Zweck einer Ideologie "objektiv betrachtet leider oft schlecht ist" und das auch subjektiv wertest (mit dem Wort "leider").
    Bei einem Urteil lässt sich der subjektive Einfluss nie ganz ausschließen.
    Ein Subjekt steht mit seinen Zielen immer in Konkurrenz mit den anderen Subjekten (der Gesellschaft). Bei einer Konkurrenz geht ein Gewinn nicht ohne Verlust bei den Konkurrenten. Eine Ideologie ist auch subjektiv und steht in Konkurrenz mit anderen. Sind die Verluste nicht schwerwiegend, werden sie oft in Kauf genommen (toleriert).
    Bei großen Staaten ist eine optimale (ideale) Staatsführung oder auch eine Demokratie nur eingeschränkt möglich.
    Bessere Staatsführungen als unsere gibt es bei mehreren Staaten z.B. Österreich, Niederlande, Schweiz und die skandinavischen Länder. Dies mache ich am Wohlstand und der Zufriedenheit der Menschen fest. Unsere Staatsführung ist von der Macht so gewollt, ansonsten könnte besseren Beispielen nachgeeifert werden.
    Es gibt eine große Machtkonzentration bei einer Minderheit. Zu denken, dass diese Macht im Bezug auf Meinungsbildung nicht genutzt wird, ist naiv. Die Fähigkeit der Meinungsbildung ist gut erforscht und steht der Macht vorrangig zur Verfügung.
    Die meisten Menschen denken sie könnten kaum beeinflusst werden und sind deshalb der Meinungsbildung fast schutzlos ausgeliefert. Die Mehrheit hat deshalb die Meinung der meinungsbildenden mächtigen Minderheit, die nicht ihren Interessen entspricht und deshalb für sie falsch ist. Die Mehrheit erfährt, was sie wissen soll und nicht was für sie das Beste ist. Dies könnte geändert werden, indem an den Schulen die Meinungsbildung gelehrt wird, was jedoch von der Macht nicht erwünscht ist.
    Gesteuerte Meinungen sind zum Beispiel
    Die Meinung über die Demokratie in der USA
    Die Meinung über das Zusammenleben mit artfremden Kulturen.
    Die Meinung über Kriegseinsätze
    Die Meinung über den Reichtum Deutschlands
    Die Meinung über den Wohlstand der Menschen in Deutschland
    Dies könnte lange fortgesetzt werden.

    LG Hans

    Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.
    Paul Claudel
    Geändert von Hans Plonka (23.07.2018 um 20:20 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  8. #8
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    Hallo Hans,

    na siehst du:
    Zitat Zitat von Hans Plonka
    Bei einem Urteil lässt sich der subjektive Einfluss nie ganz ausschließen.
    Denke ich auch. Gleichzeitig erwartest du von den (anderen) Menschen ein hohes Maß an Objektivität. Richtig?


    Aber fangen wir mal hinten an: Du zitierst Paul Claudel "Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.", um mir was zu sagen? Dass du deine Meinung
    Zitat Zitat von Hans Plonka
    Objektivität beziehe ich durch die Bewusstmachung, dass ich beeinflusst werde und bin (durch eigene und fremde Interessen) und daraus, dass ich vorrangig die Meinungen der Mehrheiten in Frage stelle, weil sie manipuliert werden.
    in Frage stellst und möglicherweise auch Minderheiten Unwahrheiten verbreiten könnten? Dann wären wir uns in diesem Punkt einig. Dafür wäre aber wieder die Frage offen, woher du die Objektivität beziehst, die du auch von deinen Mitmenschen forderst.

    Auch zu meinen anderen beiden Fragen bleibst du mit deinen Antworten im Vagen.
    Zum Beispiel zählst du eine Handvoll Staaten auf, in denen du eine bessere Staatsführung vermutest. Welche Elemente dieser Staaten sind es denn deiner Meinung nach, die Deutschland guttun würden? Ich bin da leider nicht fit und kann nur vermuten:

    Schweiz: das Prinzip der Volksentscheide? Müsste dir eigentlich widerstreben, da nach deiner Theorie die breite Masse der Wähler leicht von denen manipuliert werden kann, die an den Hebeln der Macht sitzen.

    Österreich: gibt es da in der Staatsordnung tatsächlich entscheidende Unterschiede zu Deutschland? Ich weiß es wirklich nicht.

    Niederlande, Skandinavien: Der Hintergrund der Monarchien? Oder...??

    Mit anderen Worten: Was konkret ist (politisch) anders in diesen Ländern? Was sollte Deutschland deiner Meinung nach übernehmen?

    Auch auf meine Bitte...
    um ein konkretes Beispiel, an dem du dir im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung eine "objektive" Meinung gebildet hast.
    wirfst du mir ein paar Brocken hin, die für sich genommen erstmal aussagelos sind. Mir hätte eines dieser Beispiele gereicht, an dem du beschreibst, was deiner Meinung nach die gesteuerte Meinung und welches die objektiven Umstände sind.

    Und nur kurz und weil du es noch eingestreut hast:
    Zitat Zitat von Hans Plonka
    Bei einer Konkurrenz geht ein Gewinn nicht ohne Verlust bei den Konkurrenten. Eine Ideologie ist auch subjektiv und steht in Konkurrenz mit anderen.
    Scheinbar ja. Dieses Begreifen von Politik als Nullsummenspiel ist "Trump-Denke". Er ist nicht der einzige, aber derjenige, der am offensten damit umgeht. Ein Lösen von Konflikten ist dabei unmöglich, weil es immer eine Partei gibt, die sich ungerecht behandelt fühlt und auf Vergeltung oder was weiß ich wartet.

    Wikipedia drückt sich so (und vermutzlich klarer als ich) aus:
    Zitat Zitat von wikipedia/nullsummenspiel/konflikttheorie
    Konfliktlösung setzt meistens voraus, dass die Beteiligten „aus dem Nullsummenspiel aussteigen“, also sich die Idee zu eigen machen, dass es Lösungen geben kann, bei denen alle Beteiligten einen Gewinn haben (auch Win-Win genannt). Es soll gemeinsam eine dauerhafte Lösung gefunden werden, die von allen Beteiligten getragen und akzeptiert wird. Dazu ist gegenseitige Achtung erforderlich und ein ernsthaftes Interesse an den Bedürfnissen, Ängsten und Beweggründen des jeweils Anderen.
    Und wenn wir beide uns jetzt Präsident Trump vorstellen und darüber/daneben/darunter Begriffe wie "gegenseitige Achtung" oder "ernsthaftes Interesse an... Anderen", dann fallen wir doch gemeinsam in schallendes Gelächter, nicht wahr?

    VC
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    Peter Arbeitsloser

  9. #9
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    Lieber VC,

    Bei einem Urteil lässt sich der subjektive Einfluss nie ganz ausschließen.
    Denke ich auch. Gleichzeitig erwartest du von den (anderen) Menschen ein hohes Maß an Objektivität. Richtig?
    Nicht richtig, denn ich weiß, dass die meisten Menschen stark beeinflusst sind und nur sehr wenige sich dem Ausmaß der Beeinflussung bewusst sind.
    infrage stellst und möglicherweise auch Minderheiten Unwahrheiten verbreiten könnten? Dann wären wir uns in diesem Punkt einig. Dafür wäre aber wieder die Frage offen, woher du die Objektivität beziehst, die du auch von deinen Mitmenschen forderst.
    Zur wirksamen Verbreitung von Unwahrheiten wird wirtschaftliche und geistige Macht benötigt. Sie wird angewendet, wenn es dem Verbreiter Vorteile bringt.
    Objektivität beziehe ich aus der Erkenntnis, dass ich beeinflusst werde und aus der Ausblendung eigener Interessen.
    Zum Beispiel zählst du eine Handvoll Staaten auf, in denen du eine bessere Staatsführung vermutest. Welche Elemente dieser Staaten sind es denn deiner Meinung nach, die Deutschland guttun würden? Ich bin da leider nicht fit und kann nur vermuten:
    Ich vermute hier nichts, denn ich habe es an der Zufriedenheit der Mehrheit festgemacht, die ich in diesen Ländern als besser erkannt habe.
    Die Elemente sind das Rechtssystem, Sozialsystem, Neutralität, Friedlichkeit, Bildungssystem, Wirtschafts- und Handelssystem.
    Mit anderen Worten: Was konkret ist (politisch) anders in diesen Ländern? Was sollte Deutschland deiner Meinung nach übernehmen?
    Deutschland sollte nach diesen Beispielen möglichst noch bessere System entwickeln.
    In der USA ist jeder Dritte vorbestraft und deshalb nicht wahlberechtigt, es sei denn er hat die Mittel sich das Wahlrecht zu erkaufen. Die Wissenschaft der Meinungsbildung ist in der USA hoch entwickelt. Wahlbetrug ist dort möglich und wurde in Einzelfällen schon nachgewiesen.
    Wir wissen von den Spannungen und Konflikten beim Zusammenleben artfremder Kulturen.
    Es findet versteckte Propaganda für die Notwendigkeit von Kriegseinsätzen statt. (mehr Verantwortung übernehmen, Berichterstattung, Chemiewaffenlüge usw.)
    Scheinbar ja. Dieses Begreifen von Politik als Nullsummenspiel ist "Trump-Denke". Er ist nicht der einzige, aber derjenige, der am offensten damit umgeht. Ein Lösen von Konflikten ist dabei unmöglich, weil es immer eine Partei gibt, die sich ungerecht behandelt fühlt und auf Vergeltung oder was weiß ich wartet.
    Amerika ist das Imperium. Die anderen in der westlichen Welt sind Vasallenstaaten, die Tribut leisten (Leitwährung). So kann die USA und speziell die NASA ihren Militärapparat aufrecht halten.
    Es geht nicht um Achtung. Trump will den Tribut mit versteckten Hilfsmitteln erhöhen. Lachen kann ich darüber nicht.

    LG Hans
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  10. #10
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    Hallo Hans,

    danke für die Konversation, aber letztlich habe ich - trotz mehrmaligen Nachhakens - keine oder nur sehr unbefriedigende Antworten auf meine Fragen erhalten. Ich habe nun leider den Eindruck, dass du dich gern zu vagen Statements und vielen Andeutungen hinreißen lässt. Was aber deiner Meinung nach konkret getan werden müsste, um die Missstände, die du anklagst, abzustellen - dazu kannst oder möchtest du dich hier nicht äußern.

    Zitat Zitat von Hans Plonka
    Ich vermute hier nichts, denn ich habe es an der Zufriedenheit der Mehrheit festgemacht, die ich in diesen Ländern als besser erkannt habe.
    Die Elemente sind das Rechtssystem, Sozialsystem, Neutralität, Friedlichkeit, Bildungssystem, Wirtschafts- und Handelssystem.
    Zunächst wirfst du mir ein paar Länder ("Österreich, Niederlande, Schweiz und die skandinavischen Länder") vor, an denen sich Deutschland orientieren könnte. Auf meine Nachfrage, was konkret in diesen Staaten besser gemacht wird, wirfst du mir wieder ein paar Themenfelder vor, die man in jedem Zusammenhang aufzählen könnte, weil sie einfach essenziell für das Funktionieren eines Staates sind. Ich hatte aber die Hoffnung, eigentlich die Erwartung, von dir zu erfahren, was denn zum Beispiel am niederländischen Rechtssystem oder am österreichischem Bildungssystem oder am dänischen Sozialsystem das entscheidende ist, was wir in D benötigen. Nur ein einziges Beispiel - kein Gesamtkonzept natürlich!
    Zum Punkt Neutralität: Die Hälfte der von dir empfohlenen Länder sind wie Deutschland Mitglied der NATO (Niederlande, Dänemark, Norwegen), fünf dieser Länder sind Mitglied der EU, die ja auch ein starkes Bündnis ist.

    Versteh mich nicht falsch. Ich denke auch, dass es eine Menge zu verbessern gibt in D. Auch und besonders, was den Einfluss von Lobbyisten in der Politik betrifft. Aber ich denke nicht, dass unser "System" grundsätzlich so angelegt ist, dass Korrekturen oder auch Richtungswechsel unmöglich gemacht werden. Wenn du diesbezüglich lohnenswerte Ideen hast, warum hälts du mit denen hinter dem Berg? Schade.

    Wie auch immer - ich denke, dass wir das Thema dieses Fadens so erschöpfend behandelt haben, wie es uns beiden möglich war. Das muss mir nun reichen. Danke für deine Geduld.

    VC
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    Peter Arbeitsloser

  11. #11
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    Lieber VC,

    ich bin kein Politiker und kenne mich in den Gebieten der Volkssteuerung und Hilfen kaum aus. Wichtig ist das Ergebnis, das ich im wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt sehe, was sich dann in der Zufriedenheit der Mehrheiten zeigen muss. Was in anderen Ländern besser ist weiß ich nur, so wie jeder Interessierte auch, in Einzelfällen (z.B. Österreich das Rentensystem, Schweiz die Demokratie usw.) da gäbe es eine sehr lange Aufzählung.
    Meine Idee für ein besseres Bildungssystem wäre,
    für Lernende die freie Auswahl der Lerngruppen (statt Klassen) in allen Fächern mit Fortschrittsprüfungen (Lernergebnisbestätigungen, Scheine keine Noten und Zeugnisse). Man kann etwas oder kann es nicht.
    Lobbyismus sollte unter Strafe gestellt werden. Es ist nichts anderes als eine verdeckte Bestechung, bei welchem Lobbyvertreter versuchen, für seine Auftraggeber massive Vorteile zu schaffen, indem man versucht, Entscheidungsträger zu beeinflussen.
    Danke für Dein Interesse.

    LG Hans
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