1. #1
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    Instabiler Baugrund

    Er hat sein Haus auf Sand gebaut.
    Jetzt zieht er Mauern aus Papier
    darum herum, und wer sich traut
    zu zweifeln, wer gar spöttisch schaut,
    den nimmt er pünktlich ins Visier.

    Formt kleine Kügelchen und zielt
    voll Kraft auf dessen Konterfei,
    so dass er selbst so richtig fühlt,
    wie’s ist, wenn man den Harten spielt
    und doch ein Weichei ist dabei.

    Er war nie einer, der sich scheut,
    zu sein, was er zu sein vorgibt,
    nicht der, der sich die Riegel schiebt.
    Doch nun, nun ist er wie befreit
    und fragt sich bang: Bin ich verliebt?
    Geändert von kaspar praetorius (23.07.2018 um 09:09 Uhr)
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  2. #2
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    Es gibt Spiegel und Spiegel.
    Danke fürs Lesen.
    KP
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  3. #3
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    @kasper

    Grüße.

    Zitat:
    „Er hat sein Haus auf Sand gebaut.“

    Eine Redewendung; wie, zu schnell gebaut, zu unüberlegt.
    Ok, diese Richtung betrachtet jetzt den Fortgang vom Gedicht, also, Zitat:


    Zitat:„Jetzt zieht er Mauern aus Papier“

    Hmm, da bin ich beim Scheidungskrieg mit Anwälten und Papierkrieg.

    So, aber der Rest vom Gedicht zieht ins lakonische, ironische.
    Weiter, Zitat:
    „und fragt sich bang: Bin ich verliebt?“

    Ähm: und fragt sich bang: War ich verliebt?
    Return:

    Der Text ist nicht schlecht, metrisch ok, aber bei mir bilden sich eben Fragezeichen.


    Tschüss.

  4. #4
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    hallo horstgrosse2
    ich meine, du stellst eine falsche Prämisse in den Raum, indem du das eingangs verwendete geflügelte Wort nach deiner façon bratest. So sind denn deine folgenden Bemerkungen "auf Sand gebaut", denke ich.
    Vielleicht hilft es, wenn ich auf den Gegensatz von "Fundament" einerseits und "vorübergehendem Gehirnschaden" (Verliebtheitsgefühl) andrerseits hinweise, damit du mit meinen Versen doch noch was anfangen kannst.
    Danke für deinen Besuch hier
    KP

  5. #5
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    Hallo Kaspar Praetorius,

    das erste, was mir auffällt: Bei Kästnern hast du die Reimstruktur abgekupfert. Kann man als ehrenwert oder gar nicht bezeichnen. Nun denn, ich sag mal: Gut, dass du auch mal bei ihm reingeschaut hast. Und nicht nur abgekupfert hast du beim Kästner, sondern seine Gedichte haben dich selbst zu einem munteren Gedicht angeregt. Und das Gedicht gefällt mir, es hat was. Nun bleib aber nicht dabei, mach dir deinen eigenen Kopf. Erst dann wird es was draus.

    Lb. Gruß, Rumpelstilz

  6. #6
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    O wie nett! Vielen Dank für das grosse Lob. Ich, ein Kästnerleser!
    Und ohne eigenen Kopf!
    Kein Wunder, dass dir das gefällt!
    KP
    Frage: An welchen Text von Kästner(n) dachtest du denn?

  7. #7
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    Hallo Kaspar Praetorius,

    zum Inhalt habe ich nichts gesagt, aber zum Reimschema. Und es ist erkennbar, dass sich das Gedicht auch sprachlich an Kästners amüsant-melancholische Gedichte sozusagen anlehnt. Aber du weißt auch, dass Epigonen nie das Original erreichen? Ich sag ja, dein Gedicht gefällt mir, aber ich sehe etwas mehr, bin ja nun auch nicht von gestern. Gelegenheitsschreiber neigen dazu, sich auf diese Weise inspirieren zu lassen. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden, bekanntlich bildet Lesen. Diesen Einwurf musst du dir schon gefallenlassen. Übrigens, mitunter gefallen mir holprige Gedichte, wenn ich einen poetischen Kern in ihnen finde, öfter mal mehr als völlig glatt-korrekte. Aber das ist meine Art, fremde Gedichte zu lesen.

    Lb. Gruß, Rumpelstilz

  8. #8
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    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    hallo horstgrosse2
    ich meine, du stellst eine falsche Prämisse in den Raum, indem du das eingangs verwendete geflügelte Wort nach deiner façon bratest.
    KP
    dann stand ich eben auf instabilen Baugrund, und kann auch momentan, die Genaue Richtung deiner Welt nicht entziffern.
    brauch ich auch nicht, die Welt ist voller Wunder.

  9. #9
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    Abaab, abaab, abaab, der Kästner war's. Schau an! Na dann.
    Genau so, oder eben ganz anders!

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