Thema: Lebenslügen

  1. #1
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    Lebenslügen

    Die Glückszustände werden rar,
    Leiber sind wir voll des Schmerzes,
    Ertrinkende im Meer des Daseins.
    Wir glauben es nicht.

    Der Preis ist hoch:
    Leben ist Verzicht, Verzicht ist Leben,
    vorsorglich versichern wir uns
    goldener Tage. Uns bräche das Herz,
    nähmen wir kommende Entsetzlichkeiten
    zur Kenntnis.

    Erinnern einzig,
    mit dem Blick auf die Erde, auf die wir
    einst kamen. Unsere Lebensreise
    ist nüchtern, auf Vorteil bedacht, leer
    wie unsere Hände.

    Wir sind auf der Flucht,
    gefesselt an die Last verworfener
    Einsichten, wir gehen unsere Wege,
    aber wer weiß schon,
    wohin.

  2. #2
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    Lieber Rumpelstilz,

    wir werden belogen und belügen uns auch selbst, damit uns das Leben schöner erscheint, was uns dann auch zufriedener macht. Daraus entsteht dann auch eine Unsicherheit, der wir entfliehen wollen. Würde die Flucht gelingen, würden wir auch die Lügen erkennen. Nicht jeder kann mit der Wahrheit leben, weil sie oft nur schwer zu ertragen ist.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    ..mir fällt dazu ein, die Wahrheit ist überhaupt nicht schwer zu ertragen, es muss nur der wegfallen der glaubt tragen zu müssen. Die Wahrheit an sich bedeutet Freiheit, Hier sein, Unendlichkeit, Liebe, Zeitlosigkeit, Glückseligkeit, die Wahrheit ist unsere Natur. Man wird so lange belogen und betrogen um sich selbst, bis die Versuche aufhören irgendwas hier draußen sich zu erhoffen bekommen zu können. Bis man sich daran "abgearbeitet" hat und tiefer schaut und tiefer fällt, zurück zu sich Selbst. Ja und schön ist das nicht, weil das Fallen durch die relative Wahrheit führt und das tut weh...aber es lohnt sich, weil jede Unzufriedenheit und Angst aufhört.. es hört auf, weil erkannt wird, dass nie irgendwas passiert, egal was hier scheinbar passiert und egal wie viele tausend Tode gestorben werden... und das ohne Verleugnen zu müssen, weil es einfach gesehen wird. Wohin es geht: es geht nachhause, dieses Zuhause was eigentlich nie verlassen wurde. Nur blöderweise haben wir Menschen eine merkwürdige Angewohnheit sich ein Gebilde zu schaffen, was man Ich nennen könnte und sich davon abschneidet. Abschneidet weil etwas (Ich) zwischengeschaltet wird, zwischen sich und der Wahrheit, wie ein Filter der diese Liebe, Wahrheit, Sein verzerrt und fast vollständig unkenntlich macht. Der Witz an der Sache ist, das Ich ist eine totale Illusion, die man sich in den ersten drei Lebensjahren eingebildet hat, aber so scheint der Weg zu sein. Sich einbilden jemand zu sein und wieder zurückkehren, irgendwann, wenn es die Gnade erlaubt, spätestens wahrscheinlich wenn der körperliche Tod einsetzt. Bei vielen gottseidank schon vor dem physischen Ableben.. Und dieses "Zurückgekehrtsein" erlaubt alles wieder unmittelbar und grenzenlos zu erleben, dh die Begrenzungen die nur durch das Ich geschaffen wurden hören auf und es ist klar, nirgendwo aufzuhören und nirgendwo anzufangen und auch nie geboren wurden zu sein und auch nicht sterben zu können und es zudem gar keine Zeit gibt, die Zeit fängt in den Gedanken an. Immer alles Jetzt und darin verändert sich alles, aber man selbst verändert sich niemals.
    ..Viel Text.. musste jetzt sein.

    Irgendwie habe ich auch das Gefühl das Dichter schneller auch tiefer gehen und immer weiter gucken, ich liebe das. Manche auch alte Dichter komme dem Nahe, viele aber leider nicht. Und wenn sie treffen was ich meine, ist mir die Form des Gedichtes auch relativ egal dann strahlt es einfach durch.
    Vielleicht suche ich mal ein altes Gedicht von einem alten Dichter raus um zu zeigen was ich meine.

    lg, skirke
    Geändert von Skirke (30.07.2018 um 19:40 Uhr)

  4. #4
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    Lieber Rumpelstilz, liebe Skirke,

    Die Wahrheit ist doch, dass die Mehrheit aller Lebewesen auf der Erde mehr Leid als Lust und Freude ertragen müssen (Kriege, Krankheiten, Armut, Mord und Raub, Versklavung, Lügen usw.). Wem dies Bewußt ist, der wird es nur schwer ertragen. Natürlich wird diese Wahrheit verdrängt. Wir schauen weg und wenden uns dem Schönen zu, blenden das Schlechte aus und erfreuen uns an der schönen Wahrheit die wir gerne sehen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Lieber Hans,

    ja, das ist richtig! Nicht weggucken, voll durch gehen! Es wird so schwer zu ertragen sein, dass das persönliche Herz gesprengt wird und genau darin liegt die Chance die Wahrheit hinter der Wahrheit wieder zu SEIN. Und trotzdem wird es nie aufhören, diese Polarität auch weiterhin zu erfahren, aber die Wahrheit, der Frieden dahinter ist und bleibt zugänglich.

    Lg, Skirke

  6. #6
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    Liebe Freunde,

    herzlichen Dank für eure nachdenklichen Kommentare. Es ist schon so, dass wir nicht wissen wollen, wir nehmen den Ersatz und lenken uns mit Nichtigkeiten ab, denn Denken ist nicht jedermanns Sache, selbst wenn es um uns selbst geht. Wir sind hilflos und warten ab, wohin die Zeitreise geht.

    Lb. Gruß, Rumpelstilz

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