Es widert mich an, mich immer wieder im Spiegel an zusehen. Dennoch kann ich nicht anders als bei jedem Spiegel an dem ich vorbei gehe, heimlich meine Reflektion zu erhaschen. Direkt gefolgt vom Ekel. Dem Angewiedertsein meiner selbst. Meiner Arroganz. Meines Interesses an mir selbst, auf so Oberflächliche profane Art und Weise, das ich vor am liebsten den Kerl im Spiegel klitze klein hacken würde.

Dran vorbei gegangen… Diesmal habe ich nicht versucht ein Blick zu erhaschen. Aber weswegen? Vor was fürchte ich mich? Was soll den schon passieren? Ertrage ich tatsächlich nicht mein eigenes Spiegelbild? Vielleicht ist es die Angst, den wertlosen Trottel im Spiegel zu erkennen. Feige. Der Konfrontation aus dem Wege gehend. Ich kann mich nicht vor mir selbst verstecken. Vor mir selbst weglaufen, ist ein unmögliches Unterfangen. Das nächste Mal wird, dem Fremdwirkenden unerbittlich in sein Gesicht gestarrt.

Wie Lange stehe ich hier? Ich verliere mich in den Augen meiner Reflektion. Was wollen mir diese Augen sagen? Es fühlt sich an wie bei einem dieser Verhörräume, mit Spiegelglas. Ich bin mir nicht sicher Wer hier Wen beobachtet. Steht vor mir Tatsächlich nur eine leere Hülle?
Kein selbst nur eine Projektion? Angst, Furcht, Zorn oder sonstige Gefühle verpuffen und ein Gefühl der Ohnmacht stellt sich ein. Ein völliges Unverständnis der Situation. All mein Fokus nach vorn gerichtet. Den Blick niemals weichend. Mein gegenüber scheint ein Eigenleben zu Entwickeln. Ich bin nicht mehr in der Lage zu unterscheiden Wer Wen beobachtet.
Es fängt an mich anzulächeln. Versucht mir anscheinend etwas mitzuteilen. Meine Mine starr.
Was ist das was mir da gegenüber sitzt? In Gedanken wende ich den Blick ab. Verdammt. Der Zauber ist gebrochen. Mein gegenüber ist verschwunden und ich nehme die Welt um mich herum wieder war. Ein letzter Blick auf den Spiegel. Nichts, nur eine Reflektion. Ich will zurück in die geheimnisvolle Welt. Doch der Zauber ist gebrochen.

Unbehagen macht sich in mir breit. Ich weiß jetzt, dass mich jemand beobachtet. Ich muss ganz schnell am Spiegel vorbei, ansonsten Blickt Es wieder in mich hinein. Ich kann dem nicht standhalten. Ich kann so tun als existiere Es nicht. Doch sobald ich mich dem Spiegel nähere stellen sich meine Nackenhaare auf. Ich husche geschwind an ihm vorbei. Ein kurzer Blick um sicher zu gehen. Was wenn ich mich getäuscht habe. Doch der Dämon Blickt in Mich hinein. Keine Möglichkeit ihm zu entkommen. Mein Blick ist gefangen vom Anblick. Getragen von meinem ursprünglichem huschen, werde ich, im letzten Moment, aus dem Bann gerissen. Ich bin froh, die Welt um mich als gewöhnlich zu erkennen. Sicherheit.