1. #1
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    Das Blau der Träume

    Heute bin ich stumm und traurig,
    Herz verschlossen - rotes Siegel
    Es geht dein Schatten, still und grausig,
    Abends um den Weiherspiegel

    Ein ganzes Jahr bist du versunken,
    Stumpf die Klinge, Blut vergraben.
    Schwarz dein Haupt, ich schwanke trunken
    Im Licht des Mondes, voller Plagen.

    Tief rauscht der Schmerz. Oh weites Land!
    Du Erde, die uns immer fremd geblieben
    Niemals gereicht die warme Hand
    Nun abgeschnitten und vertrieben

    Sind wir Wolken, die der Wind verweht?
    Die Mutter, die am Grabe trauert.
    Es ist Sehnsucht, die mir im Herze bebt
    Das Blau der Träume uns auflauert
    Geändert von Stendec (09.08.2018 um 19:33 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Stendec,

    ein fast wunderbares Gedicht....wären da nicht Passagen zu finden wie

    Ein ganzes Jahr du nun versunken
    Ein ganzes Jahr bist du versunken
    Das Blau der Träume uns auflauert .
    Das Blau der Träume, das uns lauert

    große Klasse hingegen:

    Es geht dein Schatten, still und grausig,
    Abends um den Weiherspiegel
    Sehr gerne gelesen!

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    mit jeder weiteren Zeile verliert es Wirkung. Strophenführung sollte man mal versuchen um den Grundgedanken nicht verpackt sondern unverfälscht vor einer Rüberbringung zu bewahren. Naja und ganz generell diese Grammatik ohne Biss und Form. Als gäbe es irgendwie die Verpflichtung wie im Deutschunterricht zu schreiben.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Da muss ich aber AD beipflichten
    Ein ganzes Jahr du nun versunken
    geht gar nicht, da bekommt man Pickel beim Lesen *tz*
    Seit einem Jahr bist Du versunken hätte ich noch im Angebot.

    Das stumm und traurig als Einstieg in die Zeilen finde ich dann etwas müd, bildarm und bin überrascht, wie die Strophe dann sich fürderhin aufbauscht. Das ist eigentlich recht gelungen.

    In der zweiten Strophe sind mir die Bezüge nicht klar. Da ist also jemand versunken, sagt Zeile 1. In der zweiten Zeile kommt man dann auf die Idee eines gewaltsamen Todes, ein Mord. Was mich stutzig macht: Die Klinge ist stumpf, die wurde also offensichtlich nicht vergraben (vergraben wurde ja nur das Blut), sondern bis zum Abstumpfen weiter genutzt? Und das schwarze Haupt gehört wem? Dem versunkenen lyr. Du oder dem schwankenden lyr. Ich? Beim Du wäre damit vielleicht ein Zustand des Vermoderns gemeint, beim ich finde ich keinen Ansatz zum Verständnis. Und zum Abschluss erfahren wir dann, dass das Licht des Mondes voller Plagen ist. Hm, ist es nicht eher so, dass im Mondlicht die Plagen sichtbar werden?

    Ich muss zugeben, auch die weiteren Zeilen finde ich nicht wirklich schlüssig. Mir scheint, hier wurden Metaphern und schwülstige Formulierungen in die Zeilen gehoovert, ohne diese in einen Sinnfluss zu bringen. Ich find zumindest keine Geschichte, die erzählt wird und wundere mich auch, dass das lD plötzlich so belanglos vergessen wird und plötzlich nur noch lI im Mittelpunkt steht, das mit dem Leben hardert, weil es mit der Erde (den Menschen) nicht vertraut wurde. Und was heißt bzw. worauf bezieht sich
    Die Mutter die am Grabe trauert
    ?

    Ich bin ehrlich, je länger ich die Zeilen lese, desto weniger krieg ich noch auf die Reihe, worum es hier eigentlich geht, zumindest, falls es um mehr geht, als Trübsinn zu verbreiten, der dann doch recht allgemein gehalten ist (Tod + Einsamkeit + Wolken = Trauer). Tut mir leid, Stendec. Mir tut es eigentlich noch mehr leid, weil Du mich nicht kennst und das jetzt vielleicht als Herunterziehen empfindest. Aber eigentlich stelle ich nur einen Haufen Fragen, weil ich Deine Herangehensweise ans Schreiben schon ganz gelungen finde, nur eben nicht bis zum Ende durchdacht. Da ginge mehr, glaube ich.

    Lieben Gruß
    Nina
    .
    .

    "gesammelte Empfehlungen" von linespur
    Du vermisst einen Kommentar zu Deinem Gedicht?

    Genie ist weniger eine Gabe denn aus blanker Not geborener Erfindungsreichtum.
    Jean Paul Sartre

  5. #5
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    Ich möchte mich bei euch allen für die Kritik bedanken. Vieles davon kann ich nachvollziehen und werde am Text auch einige Änderungen vornehmen. Ich freue mich, dass ihr euch ernsthaft mit dem Gedicht auseinandergesetzt habt. Vielen Dank!


  6. #6
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    Nicht dass der Eindruck entsteht ich fand es nicht gut. Sind nur Marginalien was ich dazu meinte.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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