Thema: Die Reiseuhr

  1. #1
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    Die Reiseuhr

    Ein Mädchen hatte eine Uhr,
    mit der ging es auf große Tour.
    Die Uhr, die blieb auf einmal stehn,
    sie wollte nicht mehr weiter gehn.

    Der kleine sprach zum großen Zeiger:
    "Es ist nicht so, dass ich mich weiger.
    Zwar brauch ich nicht so schnell zu laufen
    und hab kein Haar, um es zu raufen,
    doch mich treibt nichts mehr in die Runde,
    um anzuzeigen jede Stunde."

    Da stöhnt die Batterie vor Schwäche:
    "Aus mir da laufen Säurebäche!"
    Der große Zeiger protestierte,
    weil sich doch sowas nicht gebührte.
    "Wer undicht ist, muss sich entfernen,
    was sich gehört, das muss er lernen!"

    Und die Moral: Ich werd's belichten,
    ich will ja hier nicht Blödsinn dichten.
    Die Maid, die auf ein Ticktack lauschte,
    danach dann gleich das Gangwerk tauschte,
    ließ ihre Uhr nicht länger stehn,
    so konnt die Reise weiter gehn.

    Es geht um Zusammenspiel und Schuldvergabe, wobei letztlich Dinge so wie hier zwanghaft durch die Zeit geschehen. Wir alle reisen mit der Zeit und jeder Stillstand ist auch ein Verlust oder eine Annäherung an ein Ende, für irgendein Teil, das von einer höheren Macht zum Vorteil der restlichen Gemeinschaft, entfernt wird. Es bleibt uns nur, dies mit Humor zu akzeptieren, so wie auch meist auch über das Ungeschick und den Schaden von anderen gelacht wird.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Hallo Hans Plonka!

    Schade, dass du es belichtet hast. Hätte gerne die Interpretationen der Leser gelesen.
    Handwerklich gibts meinerseits nichts einzuwenden, es liest sich schön, die Wortwahl ist einmalig gut und
    zu guter Letzt die Idee und deren Umsetzung herrlichst zu lesen;
    Oft braucht man neue Schuhe um die richtige Richtung zu erkennen..

    Gefällt mir sehr gut.
    mfg. Behutsalem
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  3. #3
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    Liebe Behutsalem,

    eine Resonanz habe ich nicht erwartet und habe mir deshalb selbst einen Kommentar unter das Gedicht geschrieben. Über Deinen Kommentar und das Lob bin ich hoch erfreut. Wenn ein Gedicht technisch in Ordnung ist, entscheidet oft die Mühe der Interpretation über das Gefallen. Ich danke Dir dafür.

    LG Hans
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  4. #4
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    Hallo Hans,

    sich selbst zu kommentieren ist mindestens so originell wie das Gedicht selbst. Hast Du wirklich gut umgesetzt - ist witzig...und die Reime sitzen. Allerdings gäbe dies auch Anlass zur Kritik...denn witzig sollte der Text wohl gar nicht sein. Das liegt an den Paarreimen. Wie auch immer...gelungen ist dieser Text allemal.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Lieber AD,

    neben meinem Kommentar können auch noch andere Sichtweisen interessant sein. Paarreime lesen sich immer flüssig und sind für Humor und Erlebnisse gut geeignet. Es freut mich dass ich damit Erfolg hatte. Danke für das gelungen.

    LG Hans
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