Oh, du diabolisch erlösender Samnen
pflanze dich ein in die fleischge Erde.
Nähre deine schwarzen Wurzeln, deine dunkle Knospe,
mit meiner Furcht, mit meiner Angst, gänzlich mit meinem Schmerz.
Nähre dich und wachse weiter, umringe mich mit deinem Blätterdach,
lass kein rettend Licht hindurch, eingenommen sind sie schon - die Gedanken.

Wachse und wachse elende Wurzel, wachse und wachse tödliche Knosp.
Was hält dich noch auf?

Kommt hindurch das rettend Licht, zerstört eine schwarze Ader,
so entstehen zwei, bei zwei so vier, du befreiend göttliche Hydra, verdammt seist du.

Die Knospe groß und schwer sich erhebt, zum platzen gar bereit, doch wann sie explodiert,ob heut,ob morgen niemand weiß.

Nun spür ich's! wie Schlangen bewegen sich Wurzeln in mir erdrücken Herz und Lunge,
ich spür sie nun in Hals und Bein und Arm.
Nun dort schneide ich in die pulsierend Wurzel tief ,
um sie zu zerstören.
Das warme Lebenselexier fließt im kleinen Fluss, dann im großen Strom mit wohltuender Wärme.

Nun steht sie blüht in voller Pracht, nur um gleich zu verenden.
Nun ruhe sanft, ruhe in Frieden meine kleine Lilie.

Dein grausiges Werk es ist getan.