1. #1
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    Empfindlichkeiten

    Wie laut wird mein Empfinden, wenn aus dem Schweigen Bilder gleiten,
    die gezeichnet sind, aus Fragen meiner bleiernen Geduld.
    Man sucht, viel zu oft und immer nur bei sich die Schuld,
    erkennt die altbekannten Muster tiefer Schmerzempfindlichkeiten.

    Und doch möcht man im selben Augenblick das Schöne finden,
    das Gestern, das so anschmiegsam und ehrlich galt.
    Was mir geblieben und in Erinnerungen hallt,
    als wäre es mit Nichts, durch niemand, zu entbinden.

    Will ich dich jemals wiederfinden?
    Um dann erneut an deiner Hand zu sterben?
    Es bleiben immer mehr und mehr an Kerben,
    geschnitzt wie einst die Herzen in die Rinden.
    Geändert von Behutsalem (30.08.2018 um 11:46 Uhr)
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  2. #2
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    Hallo Behutsalem,

    Wie laut wird mein Empfinden wenn aus dem Schweigen Bilder gleiten.
    Die gezeichnet sind aus Fragen meiner bleiernen Geduld.
    sehr schöner Auftakt!

    Man sucht wie viel zu oft und immer nur bei sich die Schuld
    Diese Zeile ist dir nicht ganz geglückt. Du solltest dich entscheiden...entweder "viel zu oft"...oder "immer nur". So aber widerspricht sich das.

    Und doch möcht man im selben Augenblick das Schöne finden,
    das Gestern das so anschmiegsam und ehrlich galt.
    Was mir geblieben und in Erinnerungen hallt,
    als wäre es mit Nichts, durch niemand zu entbinden.
    prima!

    Will ich dich jemals wiederfinden?
    Um dann erneut im Schmerzgefühl zu sterben?
    hast in Z4 bereits Schmerzempfindlichkeiten geschrieben

    Ich würde mir überlegen was für das LY-I das heißt...und mir dann eine entsprechende Metapher suchen.
    Das LY-I scheint immer noch an einer Person zu "hängen"...von der es weiß...dass er/sie ihm nicht gut tut...es..das LY...mit in den Abgrund zieht. Das sagen Bauch und Kopf...das Herz sagt etwas anderes.

    also könnte die Zeile wie folgt aussehen

    Um erneut in deinen Armen zu sterben. (oder auch "in deiner Nähe", "an deiner Hand", ...)

    Synergieeffekt: das Füllwort "dann" verschwindet.

    Meine Anmerkungen sollen nicht darüber hinwegtäuschen...dass mir dein Text sehr gut gefällt. Er strahlt...wie viele deiner Texte...Leidenschaft aus.


    Und zu deiner Interpunktion schweige ich mal lieber

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    Hallo AndereDimension!

    Oh, wie ich mich freue!!!
    Dass gerade Du diese Werk erblickt hast und es mir mit deinen Gedanken untermalt hast, stimmt
    mich wirklich freudig; Danke, danke..

    So nun aber zum Wesentlichen;
    Man sucht wie viel zu oft und immer nur bei sich die Schuld.
    Man sucht, viel zu oft und immer nur bei sich die Schuld.
    Würde dir das besser gefallen können?
    Ich möchte dieses "viel zu oft" nicht weglassen müssen, weil das LyI sich viel zu oft über das ganze Szenario Gedanken macht, um sich dann immer wieder selbst zu kasteien, anstatt den Mistkerl an den Nagel zu hängen und zu sagen, Adieu .. Huch, was war jetzt das?
    prima!
    Aus deiner Feder geht das runter wie Öl, danke dir dafür;

    Um erneut in deinen Armen zu sterben. (oder auch "in deiner Nähe", "an deiner Hand", ...)
    Ich habe die Hand mal ganz frech übernommen, zumal sie mir sehr zusagt; Das Füllwort "dann" stand bewusst oder steht immer noch bewusst hier, denn es soll ja etwas aufzeigen.
    Soll ich dich wiederfinden um dann wieder zu sterben? Damit dann wieder alles von vorne los geht? Es sollte die Aussage im eigentlichen unterstreichen;

    Die Interpunktion.. dabei dachte ich gerade hier hab ich sie einigermaßen gut hinbekommen... oh wie man sich doch irren kann; kannst du mir bei Zeiten bitte sagen wo genau sie falsch ist? Wäre dir sehr verbunden;
    Ich hab aber nochmals selbst daran herumgedoktert..

    mlg. Behutsalem
    Geändert von Behutsalem (30.08.2018 um 10:20 Uhr)
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  4. #4
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    Hallo Behutsalem,

    mir geht es nicht um die Interpunktion nach den Regeln der Grammatik...als Lyriker interessiert die mich nur am Rande. Viel mehr geht es mir um die Interpunktion in ihrer Funktion als Taktstock und als semantisches Hilfsmittel. Beispiel:

    Wie laut wird mein Empfinden wenn aus dem Schweigen Bilder gleiten.
    Die gezeichnet sind aus Fragen meiner bleiernen Geduld.

    Das Empfinden wird nicht laut weil aus dem Schweigen "nur" Bilder gleiten...sondern weil "gezeichnete" Bilder aus dem Schweigen gleiten...deshalb kein Punkt nach gleiten...dafür einer nach "sind"

    ...wenn aus dem Schweigen Bilder gleiten
    die gezeichnet sind. Aus Fragen meiner bleiernen Geduld.

    möglich auch:

    die gezeichnet sind, aus Fragen meiner bleiernen Geduld

    oder auch
    ...die gezeichnet sind - aus Fragen meiner bleiernen Geduld.

    Bei meinem Beispiel bietet es sich an nach Empfinden ebenfalls ein Komma zu setzen.

    Die ersten zwei Zeilen sagen drei Dinge aus:

    1. mein Empfinden wird laut
    2. aus dem Schweigen gleiten gezeichnete Bilder
    3. die bleierne Geduld hat diese Bilder aus Fragen gezeichnet

    es geht also erst mal um die Trennung dieser drei Aussagen...so...dass daraus ein schlüssiges Ganzes wird.

    Wie Du das machst...das bestimmst alleine Du - je nach Gewichtung einzelner Elemente.

    Grammatik und Rechtschreibung sind dynamische Gebilde...haben als Momentaufnahme immer nur im Hier und Jetzt eine gewisse Verbindlichkeit.

    Wo es keinen Spielraum gibt...z.B. hier:

    das Gestern das so anschmiegsam und ehrlich galt
    Hier ist das Komma nach Gestern zwingend...da es keine Variations - und Interpretations -Möglichkeiten gibt.

    Der Duden ist ziemlich dumm...denn er formt die Sprache nicht...er bildet sie nur ab.

    Gruß, A.D.
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