1. #1
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    Die ungebetenen Gäste

    Da sitze ich also beim Festmahl und schmause,
    bin mit meiner Ruhe alleine zuhause.
    Und schwitzend vor meinen Pasteten und Würsten ,
    verhindern die süßesten Säfte mein Dürsten.

    Mir trieft es von Händen, vom Kinn und den Lippen.
    Ich greif in die Vollen, zum Polstern der Rippen.
    Es summt, ich geh dran, hat sich jemand verwählt.
    Ich wähl nochmals Törtchen, weil Sünde heut zählt.

    Die Sinne, sie schwinden, ich öffne die Hose,
    der obere Knopf war ja eh schon sehr lose.
    Da seh ich sie plötzlich mit zartester Taille,
    ich glaube, sie ist eine arge Kanaille.

    Dionysos schickt sie mir heute als Zeichen.
    Die Rötung, sie muss meiner Schwellung nun weichen.
    Sehr schnell wird das ganze zu einem Gelage,
    so einer der heißen und seltenen Tage.

    Ich tanz unterdessen auch mit ihren Schwestern,
    derweil meine Nachbarn zur linken schon lästern.
    Dann wirds mir zu doll mit den tolldreisten Gästen
    und schlage sie tot -diese elenden Wespen.
    Geändert von Anjulaenga (24.08.2018 um 23:07 Uhr) Grund: Verbesserungsvorschläge von Dabschi

  2. #2
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    Hallo Anjulaenga,

    noch ein paar ungebetene Gäste, dann haben wir das Haus ja bald voll.

    Ich bin wirklich erst zum Schluss auf die Wespen gekommen. Hast sie gut getarnt. Super Pointe.

    Wusstest Du, dass man lt. Tierschutz-Bußgeldkatalog für das Töten von Wespen bis zu 65.000 € Strafe zahlen kann?

    Und wenn Du die Knete nicht hast,
    kommste ganz schnell in den Knast.

    Nein, Scherz!

    Zum Inhalt Deines Gedichtes:

    Da sitze ich also und fresse und schmause,
    bin mit meiner Ruhe alleine zuhause.
    Und schwitzend beim Mahl von Pasteten und Würsten ,
    verhindern die süßesten Säfte mein Dürsten.
    Boah, da muss das LI aber tierisch hungrig und durstig gewesen sein.

    Mein Vorschlag zur geringfügigen Änderung:

    Da sitze ich also, ich esse und schmause
    in völliger Ruhe alleine zuhause.
    Ich schwitze beim Mahl von Pasteten und Würsten,
    die süßesten Säfte verhindern mein Dürsten.

    Mir trieft es von Händen, vom Kinn und den Lippen.
    Ich greif in die Vollen, rauch zwischendurch Kippen.
    Es summt, ich geh ran, hat sich jemand verwählt,
    ich wähl nochmals Törtchen, weil Sünde heut zählt.

    Die Sinne, sie schwinden, ich öffne die Hose,
    der obere Knopf war zum Glück schon sehr lose.
    Da seh ich sie plötzlich mit zartester Taille,
    ich glaube, sie ist eine arge Kanaille.

    Dionysos schickt sie mir heute als Zeichen.
    Die Rötung, sie wird einer Schwellung gleich weichen.
    Sehr schnell wird das Ganze zu einem Gelage
    an einem der heißen und seltenen Tage.

    Ich tanz unterdessen auch mit ihren Schwestern,
    derweil meine Nachbarn zur linken schon lästern.
    Es wird mir zu heiß mit den schwärmenden Gästen
    und schlage sie tot diese elenden Wespen.

    Gerne gelesen, geschmunzelt und mir Gedanken über Vorschläge zur Änderung an einigen Textstellen gemacht.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  3. #3
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    Lieber/e Dabschi,

    danke fürs intensive Vorbeischauen, konnte einiges gebrauchen. L.G.A.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Anjulaenga Beitrag anzeigen
    Lieber/e Dabschi
    Ich sags mal mit den Worten meines zweitältesten Enkelkindes, als es sprechen lernte: "Ich Mädchen"
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  5. #5
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    Hallo Dabschi,

    hm, zum Schmunzeln. Zwar habe ich nicht ganz begriffen, woher plötzlich der Dionysus kommt, aber das mag an meiner Begriffsstutzigkeit liegen.
    Besonders gefällt mir der lose Hosenknopf.

    Lb. Gruß, Rumpelstilz



    Hallo Anjulaenga,

    hm, zum Schmunzeln. Zwar habe ich nicht ganz begriffen, woher plötzlich der Dionysus kommt, aber das mag an meiner Begriffsstutzigkeit liegen.
    Besonders gefällt mir der lose Hosenknopf.

    Lb. Gruß, Rumpelstilz

  6. #6
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    Liebe/ r Rumpelstilz,

    Dionysos kommt meist unerwartet und plötzlich. Als Gott des Weines, des Gelages und der Freuden, aber auch des Wahnsinns und der Ekstatse kann er dich schon mal zu einem Veitstänzchen mit Wespen anstacheln.
    L.G.A.

    Hallo du Mädchen,

    grüß mir die Enkelschar! ich hoffe, ich habe die Genderzugehörigkeit nicht bald schon wieder vergessen, habe ja schließlich schon Ur- Urenkel! Aber auf die Geschlechtszugehörigkeit ist auch kein Verlass mehr. Wer weiß denn genau, welche Avatare sich nicht zwischenzeitlich noch operieren lassen?!

    L.G.A.

  7. #7
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    Hallo Anjulaenga !

    Herrlich..
    Möchte auch nichts bekriteln denn die Aussage steht;
    Sehr gute Umsetzung der Thematik; gut durchdacht das ganze Teil.
    Jetzt mag man nur hoffen, dass das LyI keine Allergie auf diese Teufelsdinger hat.
    Was mir gefällt ist die Stelle mit dem summen.. man möge meinen neue Gäste treffen ein.
    und die Taille, auch herrlich durchdacht.. wenn zuvor der Hosenknopf drückt..

    Sehr gerne gelesen,
    mfg. Behutsalem
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  8. #8
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    Liebe Behutsalem,

    schön, dass Wespen soviel Freude erzeugen können.
    Danke für deine Begeisterung,

    L.G.A.

  9. #9
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    Liebe/r Anjulaenga,

    Wespengedichte haben ja hier zur Zeit Konjunktur. Und ich komme reichlich spät, so dass alle Lobhudeleien auf dein Gedicht, die ich auch drunterschreiben würde, schon aufgebraucht sind. Deshalb kann ich mich nur anschließen. Gekonnt gemacht. Am besten gefällt auch mir der sowieso schon lose Hosenknopf. Aber auch der Tanz mit den Schwestern ist schön. Und auch der, der sich verwählt hat. Und ... ach was, von vorn bis hinten gelungen!

    LG
    Richmodis

  10. #10
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    Danke Richmodis, vielleicht sollt ich es auch mal Bienenstich versuchen. L.G.A.

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