Thema: Der Typ

  1. #1
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    Der Typ

    Sieh mich: Ein simpler Typ
    Auf Suche nach der Fee
    Ein tastender Polyp
    In algengrüner See

    Du fragst dich, wer ich sei
    Du fragst mich dies und das
    Du wüsstest gern, warum ich nie
    Wieder von dir lass

    Ich bin der Armeschling
    Das Oktopus-Klischee
    Ein plumpes, graues Ding
    Und du? Die schöne Fee

    Du fragst dich, wer ich sei
    Du fragst mich dies und das
    Du wüsstest gern, warum ich nie
    Wieder von dir lass

    Zuletzt bin ich nur Mann
    Du nur die schöne Fee
    Ich gucke in den Mond
    Und brülle «Timpete!»

  2. #2
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    Lieber Kaspar,
    ein reizendes Bekenntnis und gern gelesen.
    Beim "Timpete" (Timpe Te) bin ich letztlich hängen geblieben. In vorpommerscher Mundart von Runge geschrieben und von den Brüdern Grimm in ihre Märchensammlung übernommen, kommt mir bei "Timpe Te" nur der gereimte Einschub in das Märchen vom Fischer und seiner Frau in den Sinn:
    "Manntje, Manntje, Timpe Te,
    Buttje, Buttje inne See,
    myne Fru de Ilsebill
    will nich so, as ik wol will."
    Eine stichhaltige Erläuterung des "Timpe Te" habe ich nirgends gefunden, vielleicht ist es nur ein reimfüllender Ausdruck des Fischers, der an den Butt die Wünsche seiner Frau Ilsebill weitergibt?
    Was hat Dich dazu bewogen, dieses "Timpe Te" gen Mond zu brüllen? Die Unzulänglichkeit eines Mannes angesichts der unerreichbaren Fee?
    Liebe Grüße,
    Festival

  3. #3
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    Hallo Kaspar Praetorius,

    ich finde Dein Gedicht sinnig und bildlich gut plastisch verdichtet, gefällt mir.

    Hallo Festival,

    das "Timpe Te" , mMn. aus dem Ostfriesisch/Plattdeutschen stammend, mit der Bedeutung -Zipfel, Ecke, Winkel.
    Vielleicht ist aus dem einstig "de Timpe" dann "Timpe Te" entstanden?!

    Beste Grüße vom lautmaler

  4. #4
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    Lieber Lautmaler,
    jetzt musst Du mir nur noch erklären, wie ein ostfriesisch-plattdeutscher Begriff in ein in vorpommerscher Mundart geschriebenes Märchen gelangt ist. Sei versichert: Ich kenne fast alle Deutungsversuche. Ich bin immer mehr der Ansicht, dass Herr Runge das "Timpe Te" aus lautmalerischen Gründen eingebaut hat.
    Liebe Grüße,
    Festival

  5. #5
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    Lieber Festival,

    ja, interessante Sache und mein Hinweis nicht aus der Welt -das Wort Timpe existiert. Macht gesamtheitlich auch Sinn, der "Zauberspruch" .
    "Manntje, Manntje, Timpe Te,
    https://www.heinrich-tischner.de/22-.../m/mantje1.htm
    Buttje, Buttje inne See,
    myne Fru de Ilsebill
    will nich so, as ik wol will."
    https://www.platt-wb.de/platt-hoch/?term=Timpe
    Der Maler Runge lebte, reiste, arbeitete, starb in dieser/n Küstenregionen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Otto_Runge
    Einem so genialen VorDenker (Farbtheorien) und äußerst kreativem Künstler traue ich das schon zu.
    Liebe Grüße
    Lautmaler
    Geändert von lautmaler (17.08.2018 um 17:19 Uhr)

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