Thema: Berührung

  1. #1
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    Berührung


    Berührung


    Die Haut, ein Leben lang
    das edelste Gewand,
    ist das Meer der Seele,
    lässt Liebende auf ihrer "Großen Fahrt"
    durch Ozeane tiefen Fühlens steuern.

    Da kräuselt zarter Atem
    träumende Oberflächen,
    lösen Fingerspitzen
    Wellen der Erregung aus,
    treiben Böen der Leidenschaft
    das heiße Blut in hohen Wogen
    vor sich her, bis das Salz der Liebe
    aus tausend Poren bricht.

    Schmiegt sich Haut an Haut,
    loten Liebende die Tiefe aus,
    so lang wie dies Gewand
    in Zeit und Endlichkeit
    das Meer der Seele
    nicht vergessen kann.


    (p.s.: "Große Fahrt", Seefahrerbegriff für Überseefahrt)
    Geändert von Carolus (03.09.2018 um 18:42 Uhr) Grund: Überarbeitung des Gedichts dank der hervorragenden Anregungen von Bethusalem und Albaa.

  2. #2
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    Hallo Carolus;

    Ein Werk in Vers Libre.. gefällt mir, allerdings nur bedingt.
    Die S2 ist dir sehr gut gelungen;

    Da kräuseln zarte Atemwinde
    die glatten Oberflächen,
    schieben Fingerspitzen
    Wellen der Erregung an,
    treiben Böen die Leidenschaften
    in hohen Wogen vor sich her,
    bis Salz der Liebe strandend
    aus tausend Poren bricht.
    S3 stört mich das Wort "Organ". Ich weiß, dass du damit die Haut meinst, aber du hast in der Strophe zuvor so schöne Bilder gemalt, dass mir das Organ danach völlig unpassend entgegen springt. Wie auch das Wort "Drängt" am Anfang der S3. Darauf könntest du getrost verzichten..

    Haut an Haut,
    loten Liebende die (ihre) eigene Tiefe aus zB.

    zu S1:
    V2.. scheint körperliche Haut zu sein.. hier fehlt mir was.. etwas zartes.. wie Haut nun mal ist.
    Momentan jedoch mag mir dazu nichts einfallen, ich mache mir aber gerne noch Gedanken darüber.
    Vielleicht findet sich ja noch ein Statement ein..

    Nichts desto Trotz, schöne Gedanken, gute Idee Berührung so zu umschreiben.

    mfg. Behutsalem
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  3. #3
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    Hallo Carolus,

    Ja, das ist ein schönes Gedicht, das - wie schon Behutsalem bemerkte - noch etwas Feinschliff vertragen könnte. Siehe meine Anmerkungen unten, die teilweise mit Behutsalems korrespondieren - entschuldige bitte die Kürze.

    Das Meer der Seele
    scheint körperliche Haut zu sein, - körperlich jedenfall weg. Besser einfach "ist die Haut"
    lässt Liebende auf ihrer Großen Fahrt - großen
    durch Ozeane tiefen Fühlens steuern. - mE: "durch tiefe Ozeane steuern" - "Fühlens" ist unnötig erklärend.

    Da kräuseln zarte Atemwinde - "Atemwind" klingt nach Blähungen. Einfacher: "Der Atem kräuselt"
    die glatten Oberflächen, - "die" weg
    schieben Fingerspitzen - "schieben Erregung an"? Nein oder!? Das turnt ab. Mir fällt im Moment auch keine Lösung ein - ."
    Wellen der Erregung an,
    treiben Böen die Leidenschaften - Da fehlt etwas. Welche Böen?
    in hohen Wogen vor sich her,
    bis Salz der Liebe strandend
    aus tausend Poren bricht. - Die beiden Verse gehören umgekehrt, oder? Und mir gefiele am Ende anstatt "stranden" "kristallisieren".


    Drängt Haut an Haut sich, - die Inversion ist nicht nötig: "Drängt sicht Haut an Haut"
    loten Liebende die eigne Tiefe aus, - "eigne" weg
    so lang wie dies Organ - "Organ" ist schrecklich unpoetisch
    in Zeit und Endlichkeit
    das Meer der Seele
    nicht vergessen kann. - Die letzten vier Verse würde ich überhaupt weglassen, weil sie eigentlich nichts Neues bringen. Wenn dir "das Meer der Seele wichtig ist", und du hier eindringlicher sein willst, was ich durchaus nachvollziehen kann, dann vielleicht ohne zu technisch erklärend zu wirken: Drängt sich Haut an Haut / loten Liebende die Tiefe aus / jenseits von Zeit und Endlichkeit / im Meer der Seele.

    Und Bitte: Das waren nur meine spontanen Gedanken, lass sie das imaginäre Feuer fressen, wenn du anders fühlst/denkst.

    Lieben Gruß
    albaa

  4. #4
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    Hallo nochmal..
    albaa hat so ziemlich alles gesagt..
    Mit der Idee die letzte Strophe fallen zu lassen kann auch ich mich arrangieren;
    dann fällt zumindest das Organ in die Schublade.. aber albaas Versuch sie zu reduzieren hat auch was ..

    welche Böen? die der Leidenschaft vielleicht..

    treiben Böen der Leidenschaft
    in hohen Wogen vor sich her,

    mfg. Behutsalem
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  5. #5
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    Liebe Albaa, lieber Bethusalem,

    euch Beiden ein herzliches Dankeschön für die zahlreichen Änderungsvorschläge. Für mich jedesmal ein besonderes Erlebnis, wenn andere, hier ihr beiden Kenner, auf Anhieb die kritischen, verbesserungsbedürftigen Textstellen unter dem Blickwinkel des ganzen Gedichts freundlich bemerkend aufspießen. Das ist für mich erfreulich, hilfreich und heilsam, erinnert es mich doch an eine meiner Untugenden, mir nicht genügend Zeit zu nehmen und einen Text nicht ausreifen zu lassen. (Das hat viele Ursachen, z. B. die Musikmachen u.a.m.).

    Gerne habe ich eure Verbesserungsvorschläge, soweit sie nicht meine jeweilige Intention verfälschten, übernommen. Ein paar Beispiele:

    "scheint körperliche Haut zu sein", geändert in "Die Haut, das edelste Gewand ein Leben lang..."
    "durch Ozeane tiefen Fühlens steuern" m E. sind die erlebbaren Gefühlstiefen etwas Anderes als "durch tiefe Ozeane steuern".
    "Atem" statt "Atemwind", ganz klar.
    "schieben Fingerspitzen" mein Vorschlag: "lösen... aus"
    "bis Salz der Liebe strandend
    aus tausend Poren bricht." geändert in
    " bis Salz der Liebe
    an tausend Poren strandet."
    statt "Organ" besser "wie dies Gewand"Die letzten vier Zeilen möchte ich nicht weglassen, weil mir der Gedanke einer Begrenzung der Empfindsamkeit der Haut durch "Zeit und Endlichkeit" (korrespondierend mit VI Z1 "Die Haut, ein Leben lang...") wichtig erscheint.
    Anderseits finde ich albaas Schlussversion "Drängt sich Haut an Haut/loten Liebende die Tiefe aus/jenseits von Zeit und Endlichkeit/ im Meer der Seele." sehr gelungen und gleichwertig.

    Vielen Dank meinen freundlichen Helfern Albaa und Bethusalem!

    Lieben Gruß
    Carolus

  6. #6
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    Hallo Carolus;

    Um Gottes Willen, aufspießen... das wollte ich niemals...
    Mich freut es wenn ich dir kleine Anregungen mitgeben konnte, nur bin ich noch nicht ganz zufrieden; zumal du das schöne Ende in S2 verändert hast. Was will ich damit sagen..


    bis Salz der Liebe strandet
    aus tausend Poren bricht
    .
    Das bricht am Ende hat es mir leider angetan..
    hier würde ich lediglich ein "das " vor Salz setzen und den letzten Vers mit und beginnen.

    Zarter Atem flutet
    glatte Oberflächen,
    Fingerspitzen peitschen
    Wellen der Erregung an,
    im Seegang der Leidenschaft
    treibt heißes Blut in hohen Wogen,
    bis das Salz der Liebe strandet
    und aus tausend Poren bricht.


    Aber bitte, bitte belasse das bricht am Ende von S2
    und in S1 würde ich das das vor Meer streichen;

    So ungefähr.. aber Carolus, das hier ist dein Ding.. Du hast schon so viel positiv verändert. Ich kann dir nur kleine Anstöße geben..

    mfg. Behutsalem
    Geändert von Behutsalem (24.08.2018 um 07:59 Uhr)
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