Thema: Sonnenkinder

  1. #1
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    Sonnenkinder

    *


    Ich erinnere mich, als ob es erst gestern war.
    Als der Tag sich langsam gen Westen neigte,
    das Meer seinen funkelnden Zauber zeigte
    schenkten wir uns einander, des Glücks offenbar.

    Perlmuttschimmernde Wolkenzierde.
    Kristallenes Salz auf unserer Haut.
    Mit jedem Kuss haben wir uns vertraut,
    überließen uns frei der Begierde.

    Wir liebten und lebten im zeitlosen Raum.
    Wie Wellen die den Sand umspielten
    waren wir, die uns in Armen hielten.
    Und die Welt schien uns wahrlich als Traum.



    *
    So bin ich nur als Kind erwacht,
    so sicher im Vertraun
    nach jeder Angst und jeder Nacht
    dich wieder anzuschaun.
    Ich weiß, sooft mein Denken misst,
    wie tief, wie lang, wie weit - :
    du aber bist und bist und bist,
    umzittert von der Zeit.

  2. #2
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    Hallo DesertFlower78!

    Passend für dieses wunderschöne Kleinod befinde ich das Reimschema - umarmender Reim - a-b-b-a.
    Irgendwie unterstreicht diese Form deine Erinnerungszeilen an eine Liebe die das LyI unbeschwert und voller Begierde erfahren durfte.
    Das Meer, die Sonne im Nacken und Liebe wohin man schaut..

    Gefällt mir ausgesprochen gut.
    mfg. Behutsalem
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  3. #3
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    Liebe Behutsalem,

    auch hier danke ich dir sehr für deine Worte!

    Ab und zu abtauchen in eine Welt, die im Traum erschaffen wird, tut gut.
    Wichtig ist nur, nicht darin unterzugehen...

    Ganz liebe Grüße
    vom Sonnenkind
    So bin ich nur als Kind erwacht,
    so sicher im Vertraun
    nach jeder Angst und jeder Nacht
    dich wieder anzuschaun.
    Ich weiß, sooft mein Denken misst,
    wie tief, wie lang, wie weit - :
    du aber bist und bist und bist,
    umzittert von der Zeit.

  4. #4
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    Schön, mal wieder dieses eher seltene Reimschema zu lesen.

    Das Gedicht gefällt mir sehr gut. Nur in der letzten Zeile holpert es etwas.

    Bis dahin liest es sich flüssig aber ich denke, wenn Du statt "schien uns wahrlich", "schien wahrlich uns" schreiben würdest dann stockt man nicht beim Lesen.

    Inhaltlich gibt's nix zu beanstanden.

  5. #5
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    Liebe DesertFlower78,

    Du schilderst ein wunderschönes Erlebnis. Schade das es schon vorbei und nur noch Erinnerung ist. Die gefühlvolle Aussage ist Dir sehr gut gelungen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  6. #6
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    Liebes Wüstenblümchen,
    Dein Gedicht ist mit Herzblut geschrieben und ich mag gar nicht an die kleinen Muschelsplitter denken, die sich manchmal im wellenumspielten Sand verbergen. LEX schreibt: "Nur in der letzten Zeile holpert es etwas. Bis dahin liest es sich flüssig aber ich denke, wenn Du statt "schien uns wahrlich", "schien wahrlich uns" schreiben würdest dann stockt man nicht beim Lesen." Dieser letzte Vers lautet:
    "Und die Welt schien uns wahrlich als Traum." (xxXxxXxxX) Ich weiß nicht, wie LEX den Vers liest, für mich ist es der Schlussvers dieser Strophe

    Wir liebten und lebten im zeitlosen Raum.
    Wie Wellen die den Sand umspielten
    waren wir, die uns in Armen hielten.
    Und die Welt schien uns wahrlich als Traum.

    sehr stimmig und rollt flüssig über die Gurgel.
    xXx xXx xXx xX..........(evtl. "Wir liebten und lebten in zeitlosem Raum")
    xXxXxXxXx
    XxXxXxXxXx..............(evtl. "waren wir, die sich in Armen hielten")
    xxXxxXxxX

    Du "arbeitest" in der letzten Strophe mit Ampibrachys (1. Vers), Jamben (2. Vers), Trochäen (3. Vers) und Anapästen (4. Vers). Wenn das gewollt ist, bricht unbewusst ein verunsichertes Seelenleben des LI durch.

    Ein kleines Problem mach mir noch der Vers:
    "schenkten wir uns einander, des Glücks offenbar."
    Kann man "des Glücks offenbar" sein?
    Ich denke, da hat Dir der Reimzwang einen Streich gespielt. Mein Vorschlag (sch... auf den Reim) wäre: "schenkten wir uns einander, des Glückes gewiss."
    Lass mal wieder etwas von Dir hören!
    Liebe Grüße,
    Heinz

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