Zehn kleine Mägdelein die wollten Rehe sehen.
Sie sahen dann welche hier im Wald und blieben gebannt stehen.
Da wurde es ganz dunkel dann und fing zu regnen an.
Sie rannten in die nächste Scheun aber angekommen sind nur neun.
Denn eine war nicht schnell genug, die kleinste, dick und rund.
Das Monster hatte sie geschnappt und steckt sie in den Mund.

Neun kleine Mägdelein die hatten Angst und Bang.
Sie hielten lange aus die Wacht in dieser dunklen Nacht.
Doch acht kleine Mägdelein sind nur noch aufgewacht.
Denn eine hat die Nacht geschnappt, ganz still und leis und sacht.

Acht kleine Mägdelein, die rannten voller Pein.
Sie sahen nicht den Wolf dort stehen, wartend und allein.
Er holte sich die Langsamste und voller Angst zerstieben
die andren sich in alle Richtungen und es waren nur noch Sieben .

Als sie sich wieder trafen da zählten sie sich ab.
Und voller Graus und Gram und Angst – es sind schon drei im Grab.

Sieben kleine Mägdelein die konnten ein Haus sehen.
Und weil‘s so gut nach Keksen roch, wollten sie auch dorthin gehen.
Sie fanden das Lebkuchenhaus der bösen alten Hex.
Am andern Tag war’n sie zwar satt. aber eben nur noch Sechs.

Wer kennt sie noch die alte Frau mit dem Fisch auf dem Hut?
An der müssen die Sechs vorbei und dazu gehört Mut.
Der Fisch wird ausgetauscht durch diese Kind sagt freudenvoll die Arlmut Kümpf.
Und schnappt sich eines und der Rest der kleinen Schar zählt nur noch fünf.

Fünf kleine Mägdelein die rannten voller Panik pur - nur weg von dieser Gegend nur.
Sie rannten in die große Stadt, wo man sie kommen sehen hat.
Und eine ging zur Seite raus und landete im schlimmen Haus.
Dort wo die Männer gierig steh‘n, da hat man sie zuletzt geseh‘n.

Schnell weg. Oh Gott schnell weg von hier.
Sie liefen und sie waren Vier.

Vier kleine Mägdelein die liefen voll Verdruss durch Wald und Wies und Stadt Land Fluss.
Acht kleine Füßlein die taten sich sehr weh, auf Stock und Stein und Stachelklee.
Aus einer floss das Blut ganz frei und kurz darauf war’n sie noch Drei.

Drei kleine Mägdelein die suchten Speis und Brot in ihrer Angst und Not.
Da kam des Bauers Spross herbei und sagt „Kommt mit ihr alle 3“.
Heut nach dem Mahl wird ich euch proben und wer besteht den werd‘ ich loben.
Die wird ich lieben allezeit, denn diese die wird dann mein Weib.

Am nächsten Morgen dann da gingen nur noch Zwei.
den Weg hinauf und auch hinab und auch einmal vorbei.
Der Bär der aus dem Busch herstieb, den sah man nicht. Auch nicht den Hieb

Am Ende war‘s nur Eine noch.
Die fand den Weg zum Wasserloch.
Die fand den Weg zum Wasserteich wo wartet schon der Prinz vom Reich.
Sie mitnimmt als sei sie sein Fang. Und liebt und ehrt ihr Leben lang.

Und viele Jahre später dann. Als sie blickt auf den Waldesrand.
Sieht sie Zehn kleine Mägdelein, die rennen in den Wald hinein.
Die lachende und spielend‘ Schar, die sind ihr wohl bekannt sogar.
Sie war’s doch die dies Glück gebar. So lange ihr Mann bei ihr war.

Sie ist nun alt und ist halb blind. Und sieht hinaus zum Wald geschwind.
Sie kann doch nicht mehr richtig seh’n, doch immer wenn sie zählt sind‘s Zehn.