Der Herbst hat's schwer

Heuer hat's der Herbst so schwer,
Wo bringt er seine Kühle her,
Wenn überall, landauf, landab
Die Sonne hält ihn schwer auf Trab?

Da blühen kaum noch Feldmelonen,
Wo Schlagschatten täglich wohnen
Und mittags grelle Flimmerhitze
Treibt das Ozon in jede Ritze.

Es gibt Jahre, da kommt er früh,
Vertreibt die starke Hitzebrüh',
Schützt so den Wald und die Viehweide,
Wenn er siegt auf ganzer Breite.

Heuer bleibt – muss das erwähnen! –
Nur das lange Herbstesehnen.
Sind wir noch wettergesegnet,
Wenn es wochenlang nicht regnet?

So sehnen wir Dich, Herbst, herbei,
Damit es frisch wird wie im Mai
Und die ersehnten Regentropfen
Endlich an unsere Fenster klopfen.


©Hans Hartmut Karg
2018

*