1. #1
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    Der gute alte Chef

    Der gute alte Chef

    Nach langen Jahren nie Vergessens
    kam nun der Tag des Schuldvermessens.
    Der alte Boss - nun sehr gebrechlich
    zwang einst zur Lustgabe verbrechlich.

    Im Schambereich die Weißbehaarung
    früh Herbsteschnee kaum Winterpaarung.
    Sie waren Lehrlinge mit Pfiff,
    wenn er nach ihnen täglich griff.

    Als sie dann später Abschied nahmen,
    als tief geschändet junge Damen,
    versprachen sie einander doch:
    Den holn‘ wir uns im Altersjoch!

    Die Ruhe schien ihm gut bekommen,
    doch wirkte er etwas benommen
    als sie um seinen Schreibtisch standen,
    kam Plauderlust ihm schnell abhanden.

    Sein fahler Blick erstaunt und bang
    Gutmeinendes schien nicht entlang.
    Er ahnt die Zeit würd ihm genommen,
    der Akt der Bälde macht benommen.

    Ist der Besuch nun auch bereit,
    dem Ethos abgekehrt zum Leid?
    Es trägt zu ihm die schlechte Kunde
    den Jetztbeginn der letzten Runde.

    Ein Knebel eng aus Leukoplast
    der ihn letztlich nur furzen lasst.
    Die Hose eng, dem Bauch zu knapp:
    mit Scheren schnipp-schnapp fällt sie ab.

    Marie entpackt kalt das Skalpell
    und amputiert sein Glied: zu schnell.
    „Du solltest ihn doch länger quälen!“
    Kann Karin lächelnd nicht verhehlen.

    Das alte Reifejahr durchstechen,
    macht Freude auch als ein Verbrechen.
    Die Hoden sachte nun entschnitten,
    nur stumm kann er nichts mehr erbitten.

    Marie auf Streiche nicht verzichtend
    einst Opfer - nun als Henker richtend:
    Öffnet den Leib sanft schräg nach oben
    und lässt im Abschied ihn verwoben.

    Gedärme fließen butverschwommen
    sein Auge trübt - die Sicht entkommen.
    Und Karin macht sich einen Scherz:
    Entfernt vom Rippenkorb sein Herz.

    Nun sitzen beide tief entzückt
    und wisst ihr was sie nun beglückt?
    Wie damals nach den Zwangsbesuchen:
    Man trinkt Kaffee, isst Apfelkuchen
    Geändert von Mulciber (02.09.2018 um 03:50 Uhr)

  2. #2
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    Zitat Zitat von Mulciber Beitrag anzeigen
    Der gute alte Chef

    Nach langen Jahren nie Vergessens
    kam nun der Tag des Schuldvermessens.
    Der alte Boss - nun sehr gebrechlich
    zwang einst zur Lustgabe verbrechlich.

    Im Schambereich die Weißbehaarung
    früh Herbsteschnee kaum Winterpaarung.
    Sie waren Lehrlinge mit Pfiff,
    wenn er nach ihnen täglich griff.

    Als sie dann später Abschied nahmen,
    als tief geschändet junge Damen,
    versprachen sie einander doch:
    Den holn‘ wir uns im Altersjoch!

    Die Ruhe schien ihm gut bekommen,
    doch wirkte er etwas benommen
    als sie um seinen Schreibtisch standen,
    kam Plauderlust ihm schnell abhanden.

    Sein fahler Blick erstaunt und bang
    Gutmeinendes schien nicht entlang.
    Er ahnt die Zeit würd ihm genommen,
    der Akt der Bälde macht benommen.

    Ist der Besuch nun auch bereit,
    dem Ethos abgekehrt zum Leid?
    Es trägt zu ihm die schlechte Kunde
    den Jetztbeginn der letzten Runde.

    Ein Knebel eng aus Leukoplast
    der ihn letztlich nur furzen lasst.
    Die Hose eng, dem Bauch zu knapp:
    mit Scheren schnipp-schnapp fällt sie ab.

    Marie entpackt kalt das Skalpell
    und amputiert sein Glied: zu schnell.
    „Du solltest ihn doch länger quälen!“
    Kann Karin lächelnd nicht verhehlen.

    Das alte Reifejahr durchstechen,
    macht Freude auch als ein Verbrechen.
    Die Hoden sachte nun entschnitten,
    nur stumm kann er nichts mehr erbitten.

    Marie auf Streiche nicht verzichtend
    einst Opfer - nun als Henker richtend:
    Öffnet den Leib sanft schräg nach oben
    und lässt im Abschied ihn verwoben.

    Gedärme fließen butverschwommen
    sein Auge trübt - die Sicht entkommen.
    Und Karin macht sich einen Scherz:
    Entfernt vom Rippenkorb sein Herz.

    Nun sitzen beide tief entzückt
    und wisst ihr was sie nun beglückt?
    Wie damals nach den Zwangsbesuchen:
    Man trinkt Kaffee, isst Apfelkuchen
    Grüße,

    makaber, metrisch sauber, der Inhalt :"obszöne Liebe" beiderseits.

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