Thema: Epilog

  1. #1
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    Epilog


    Epilog, die Letzte

    Du lässt am Hungertuch mich darben, lebst
    in deinem idealgestrickten Kleid,
    das dir zum Schutz und an mir abgenutzt
    in losen Fäden hängen bleibt.

    So schreibe ich die letzten Worte,
    blutrot in unser Tagebuch.
    Ach Liebster, hier ist nichts mehr was mich hält,
    dies Auf und Ab im Nichtumarmen,
    zieht nun die letzte Masche aus der Schlinge.




    Epilog, die Erste


    Du lässt am Hungertuch mich darben
    und lebst in deinem idealgestrickten Kleid,
    dass dir den Rahmen und mir den Schmerz einsäumt.
    Die bunten Fäden sind schon längst gezogen.

    So schreibe ich die letzten Worte
    ins Blutrot deiner Existenz,
    ach Liebster, erkenne es als Konsequenz
    dem Unbegehrten nichtumarmen,
    so bin ich nicht und will ich niemals sein.

    Bewahre mir die Gunst der Stunde,
    den Augenblick und den Moment,
    denn was mich heute nicht mehr kennt,
    hat gestern in der Oberflächlichkeit geliebt,
    bleibt sich selber treu und niemand etwas schuldig.


    Version II

    Epilog


    Du lässt am Hungertuch mich darben,
    lebst in deinem idealgestrickten Kleid,
    das dir den Schutz und mir die Schmerzen säumt.
    Die bunten Fäden sind schon längst gezogen.

    So schreibe ich die letzten Worte,
    Blutrot in deine Existenz.
    Ach Liebster, erkenne sie als Konsequenz,
    im Auf und Ab, im nichtumarmen,
    so bin ich nicht und will ich niemals sein.

    Bewahre mir die Gunst der Stunde,
    den Augenblick und den Moment,
    denn was mich heute nicht mehr kennt,
    dass hat im gestern nicht geliebt,
    bleibt sich selber treu und keinem etwas schuldig.

    Version III

    Epilog


    Du lässt am Hungertuch mich darben, lebst
    in deinem idealgestrickten Kleid,
    das dir Schutz und an mir abgenutzt,
    wie loser Faden, hängen bleibt.

    So schreibe ich die letzten Worte,
    blutrot in deine heile Welt.
    Ach Liebster, hier ist nichts mehr was noch hält,
    dies Auf und Ab, dein Nichtumarmen,
    zieht nun die letzte Masche aus der Schlinge.

    Bewahre mir die Gunst der Stunde,
    den Augenblick und den Moment,
    denn wer mich heute nicht mehr kennt,
    hat auch im gestern nicht geliebt,
    der bleibt sich treu und keinem etwas schuldig.

    Geändert von Behutsalem (25.09.2018 um 20:39 Uhr)
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  2. #2
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    Hallo behutsalem,
    der Text liest sich wie aus einer längst vergangenen romantischen Zeit.
    Mir gefällt besonders die vorbehaltlose Hingabe und zugleich der selbstlose Verzicht dieser verlorenen Liebe.
    Gern hineingespürt und LG
    Perry
    PS: "idealgestrickten"

  3. #3
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    Hallo Behutsalem,

    solche ausgesprochen lyrischen Sachen sind nicht so ganz mein Ding, aber dieses hier könnte m.E. ein schönes Gedicht werden. Was mich massiv stört (aber das ist sicher eine persönliche Überempfindlichkeit), ist die grellrote Farbe. Wenn Du unbedingt die Aussage

    So schreibe ich die letzten Worte
    ins Blutrot deiner Existenz,

    optisch unterstreichen möchtest, würde ich Dir zu einem dunkleren, weniger grellen, ich sag mal zu Venenblutrot raten. Was mir gut gefällt, ist der ungereimte Stil zu dem traurigen Thema. Leider liest sich der Text für mein Empfinden zu holprig, auch wenn die wiedergegebene Stimmung das vielleicht ein Stück weit verlangt. Wie wäre es statt dessen mit Blankversen? Ich hab die erste Strophe nur mal spaßeshalber etwas umgestaltet:


    Du lässt am Hungertuch mich darben, lebst
    in deinem idealgestrickten Kleid,
    das dir den Ruhm und mir den Schmerz einsäumt.
    Die bunten Fäden sind schon längst gezogen.



    "Ruhm" war nur ein Ersatz der ersten Minute, weil ein eingesäumter Rahmen mir wenig sinnvoll erschien. Vielleicht magst Du mal sagen, ob Dir so eine metrische Glättung gefiele.

    LG Claudi
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  4. #4
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    Hallo Perry,

    danke für dein Feedback; Kann deine Anführungen dazu nur nickend bejahen.

    Danke auch für den kleinen Hinweis zum Schluss!

    mlg. Behutsalem;

    Hallo Claudi;


    Natürlich bin ich für Vorschläge offen, wenn sie dem Werk dienlich sind, immer wieder gerne;

    Die Farbe hab ich aus genau diesem Grund gewählt, den du dargelegt hast;
    Dies kann ich natürlich gerne wieder verändern. Daran soll das Ganze nicht scheitern;

    Mir mag der Ruhm nicht gefallen den du vorgeschlagen hast; So schätze ich das LyD nicht ein;
    Das LyD hat seine Ideale, seine Werte, sein Macken, seine Vorstellungen; daran kann nicht gerüttelt werden, nicht mal Gefühl kommt dem nahe.. deswegen schrieb ich Rahmen.. aber ich kann gerne ein anderes Wort dafür suchen.. hmm das wird schwierig.. aber natürlich will ich es versuchen.

    danke einstweilen,
    mfg. Behutsalem
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  5. #5
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    Hallo Behutsalem,

    irgendwie haben wir aneinander vorbeigeredet. "Ruhm" sollte kein Vorschlag, sondern nur ein vorläufiger Ersatz sein, damit man sich vorstellen kann, wie sich das Thema in Blankversen lesen ließe. Meine Frage war, ob Du Dir eine (eigene) Umarbeitung vorstellen könntest. Konkrete Vorschläge sind für mich schwierig, weil wir stilistisch sehr unterschiedlich schreiben.

    Zur roten Schriftfarbe und der Lesefreundlichkeit können vielleicht andere Leser noch was sagen.

    LG Claudi
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  6. #6
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    Hallo Claudi;

    S2 und S3 sind vom Holpern nicht so arg betroffen, S1 werde ich mir natürlich gerne noch einmal unter die Lupe nehmen; Meist binden sich bei einer Umarbeitung auch die anderen Strophen ins umgestalten ein;
    Ein Außenstehender kann hier so oder so keinen Vorschlag, was jetzt die Aussage betrifft, stellen; aber Vorschläge in und um die Verarbeitung schon;
    Auf deinen " Ersatz" habe ich geantwortet damit du verstehst warum ich "Rahmen" verwendet habe; sorry, dass ich dies als Vorschlag gesehen habe;

    dann werde ich mal; ich klopfe dann per PN an, wenn meine Umarbeitung fertig eingestellt ist;

    mfg. Behutsalem
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  7. #7
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    Hallo Behutsalem,

    zu Deiner Nachbesserung:


    Du lässt am Hungertuch mich darben,
    lebst in deinem idealgestrickten Kleid,
    das dir den Schutz und mir die Schmerzen säumt.
    Die bunten Fäden sind schon längst gezogen.


    Warum Du "lebst" nicht in den ersten Vers ziehst, ist mir ein Rätsel. Wenn Du V2 betont beginnen lassen möchtest, würde ich "deinem" durch "im" ersetzen, weil der Übergang von vierhebig zu sechshebig, noch dazu mit Metrumwechsel, mir etwas krass erscheint. Dass ein Kleid etwas säumt, ist für mich kein stimmiges Bild. Da lässt sich vielleicht noch ein anderer Dreh finden.


    So schreibe ich die letzten Worte,
    Blutrot in deine Existenz.
    Ach Liebster, erkenne sie als Konsequenz,
    im Auf und Ab, im Nichtumarmen,
    so bin ich nicht und will ich niemals sein.


    Jetzt verwendest Du "blutrot" als Adjektiv, d.h. hier müsste es wieder kleingeschrieben werden. Im ist die Zusammenfassung von "in dem", am Artikel erkennt man also, dass Nichtumarmen hier ein Substantiv ist. Ich weiß jetzt nicht, ob solche Erklärungen eine Hilfe für Dich sind. Ich kann es auch ohne Begründung korrigieren, wenn Dir das lieber ist.

    Worte in eine Existenz zu schreiben, kann ich mir nur schwer vorstellen und würde mir hier etwas Anschaulicheres wünschen, in/auf das man schreiben kann. Dafür bräuchtest Du natürlich andere Reime. Ich denke aber, dass sie dem Gedicht guttäten, weil Existenz und Konsequenz wenig bildhaft und eigentlich mehr Prosawörter sind.


    Bewahre mir die Gunst der Stunde,
    den Augenblick und den Moment,
    denn was mich heute nicht mehr kennt,
    das hat im gestern nicht geliebt,
    bleibt sich selber treu und keinem etwas schuldig.


    "Was" würde ich durch "wer" ersetzen, denn es geht doch um eine Person? Evtl. könnte man hier etwas umstellen und den Übergang gescheidiger machen:


    denn wer mich heute nicht mehr kennt,
    hat auch im gestern nicht geliebt,
    der bleibt sich treu und keinem etwas schuldig.


    Tut mir leid, dass ich zu Deinem Kommasonett immer noch nicht zurückgekommen bin. Vielleicht schaffe ich es noch, will aber nicht wieder leere Versprechungen machen.

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  8. #8
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    Hallo Claudi!

    Und wieder ein Versuch das Anfgangswerk in Form zu bringen;
    Ich hoffe du verzweifelst nicht an mir

    Existenz - Sein.. in dein Sein wollte ich nicht schreiben, weil es zu alltäglich ist, deswegen habe ich anfänglich "Existenz" gewählt;
    Nun hab ich es ganz einfach mal weggelassen ;
    Es kommt dem Urwerk nur mehr in der 3S näher, aber ich muss sagen, die Version heute gefällt mir gut;

    Ich weiß jetzt nicht, ob solche Erklärungen eine Hilfe für Dich sind. Ich kann es auch ohne Begründung korrigieren, wenn Dir das lieber ist.
    Sind sie und bitte ja, so kann ich auch leichter von der Leitung treten

    Mir bleibt nur noch zu sagen; Vielen lieben Dank für deine Hartnäckigkeit,
    für deine Mühe die du dir mit mir machst:

    Liebe Grüße,
    Behutsalem
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  9. #9
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    Hallo Behutsalem,

    die dritte Version gefällt mir bis jetzt am besten, wobei ich auch hier noch einiges zu mäkeln hätte. Schade, dass sich außer Perry niemand dazu gemeldet hat. Ich sagte ja, dass dieses Genre eigentlich nicht mein Ding ist, und ich glaube nicht, dass ich Dir mit meinen verkopften Anmerkungen wirklich weiterhelfe. Nimm meine Krittelei also bitte nicht zu ernst.

    Ich versuch mal das, was mir noch am leichtesten fällt, und zeige Dir, wie ich den Text formatieren und was ich ändern würde, ohne genaue Vorstellung wie Du das sagen würdest:



    Du lässt am Hungertuch mich darben, lebst
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    in losen Fäden hängen bleibt.

    So schreibe ich die letzten Worte,
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    Die Schrift ist mir eigentlich zu groß. Da habe ich mich an Deine Vorgabe gehalten. Am allerwenigsten kann ich Dir zur letzten Strophe sagen, das ist für mich ein anderes Zeitalter. Ich würde mit S2 aufhören, oder aber zum Schluss noch etwas Konkretes sagen, so etwa in dem Sinn: Lass uns die letzte Nacht noch genießen, morgen bin ich weg. Schade, dass Mona zur Zeit nicht ins Forum kommt. Sie wäre hier sicher die bessere Beraterin. Aber vielleicht fühlt sich ja doch noch jemand herausgefordert.

    LG Claudi
    Geändert von Claudi. (17.09.2018 um 01:49 Uhr)
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  10. #10
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    Hallo Zusammen,
    ich habe selbst als freier Schreiberling die Arbeit am Text mit großem Interesse verfolgt und muss sagen Chapeau, das hat sich gelohnt.
    Womit ich noch etwas hadere, ist der Schwenk am Schluss weg vom persönlichen Dialog ins Allgemene (wer, der etc.), denn der Text beschreibt diese eine Beziehung und sollte nicht als "Lebensweisheit" enden.
    LG
    Perry

  11. #11
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    Hallo Claudi,

    Auch wenn mir die Gedanken so überhaupt nicht mehr zusagen, keine Ahnung, liegt wahrscheinlich am Gemütszustand,
    so belasse ich sie jetzt so wie sie da stehen; Deine Änderungen hab ich aber übernommen;
    Danke für dein Zutun, für die Zeit und den Aufwand den du dir mit meinem Epilog gemacht hast;
    Ist nicht selbstverständlich;

    Danke,
    mit lieben Grüßen,
    Behutsalem

    @Perry

    auch dir noch einmal danke für deine Zeilen und Gedanken zu diesem Thema.
    wie schon oben an Claudi geschrieben, ich werde daran jetzt nichts mehr ändern;
    Danke dir für dein Interesse,
    liebe Grüße, Behutsalem
    Mein NeuestesVom Himmel
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