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Thema: saudoof

  1. #1
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    saudoof

    Ein Eber aus Euskirchen-Schweinheim
    Der will nicht mehr länger allein sein
    Er trachtet nach Frauen
    Drum ziehts ihn nach Sauen
    Doch setzt eine Sau da kein Bein rein



    (sorry, falls jemand in Sauen wohnen sollte, aber ist unwahrscheinlich, da dort nur 35 Häuser lt. wiki)

  2. #2
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    Das ist ja echt ene Sauerei!

    Der arme Eber. Gut, er könnte es in Schweinheim versuchen. Ab ob sich da eine Sau für ihn interessiert, weiß man auch nicht...

    Hallo Richy,

    vielleicht bin ich ein Reim-Purist oder Korinthenkacker. Ich finde -trotz der knackigen Pointe - hätte es sauberer gereimt sein können. Ich weiß, dass ich da ziemlich auf einsamem Posten stehe.
    Also: Wenn ich eine weibliche Kadenz habe, so sollte m.M.n. die letzte Silbe identisch sein, also in deinem Fall immer mit "heim" enden.

    Beispiel aus der Konserve:

    Ein Frauenversteher aus Flörsheim
    der sucht nicht nur Damen in Moers heim,
    Als er einen Sohn heim-
    lich zeugte im Monheim
    Da fuhr er trotz regen Verkehrs Heim.


    Frage: Bin ich da zu pingelig?

    VG, Eddiegeh
    "Ich pass' immer auf zu dir"

  3. #3
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    Hi, Eddiegeh,

    da hast du ja nochmal die Sau raus - äh, raufgelassen.

    Ich hörte mal, dass ein Merkmal des Lim unsaubere Reime sind, zumindest, dass diese in einem Lim sein dürfen.
    Oder gilt das nur für die vorletzte Silbe? Wahrscheinlich. Gäbe es ein Euskirchen-Schweinhein oder Euskirchen-Schweinhain, ich hätte es auf jeden Fall vorgezogen.

    Dein Beispielgedicht finde ich ziemlich gut - bis auf V5. Dort fehlt mir die Pointe (oder seh ich sie nicht?) und nach Flörs- und Mörs- erwarte ich bitteschön Verköhrs!

    Zudem sind bei V1 un V2 die letzten Silben unbetont, aber bei V5 liegt auf der letzten eine Betonung. Geht m. E. nicht.

    Ein Limerick-Dichter aus Schlich
    vertut sich beim Limerick-Dich-
    ten mit dem Betonen
    es dürfte sich lohnen
    zu feilen am Vers. Oder nich´.

    Sonnige Sonntagmorgengrüße

    Richy
    Geändert von Richmodis (16.09.2018 um 11:03 Uhr)

  4. #4
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    Liebe Richy,

    du musst mit Eddigeh nachsichtig sein - bei Schweinen ist er besonders pingelig und lässt keine Unreinheit durchgehen.

    Aber Euskirchen auf der ersten Silbe zu betonen, geht gar nicht! Da hilft nur ein Umzug nach Bayern: Es wollt in Aschaffenburg-Schweinheim ein Eber...
    Spaß beiseite - bei Limericks finde ich kreative Reime mit Schönheitsfehlern völlig ok.

    Liebe Grüße,
    Stefan
    Komische Lyrik ist der Hofnarr der Poesie

  5. #5
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    Hallo Richmodis,

    wenn wir schon Euskirchen auf der falschen Silbe betonen sollen, ist auch ein Reim mit "eim" und "ein" limerickfähig.

    So könnte ich mir den Lim auch vorstellen:

    Ein Eber aus Euskirchen-Schweinheim
    Der wollte nicht länger allein sein
    Er suchte nach Frauen
    Drum zog‘s ihn nach Sauen
    Doch setzt keine Sau dort ein Bein rein

    LG Sidgrani
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  6. #6
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    "Mooooment" "Mooooment",
    würde Loriot sagen, lieber Stefan und lieber Sid.

    Isch wohn quasi an Euskirchen dran und wir hier sagen immer immer immer alle Euskirchen (Xxx). Wie dass außerhalb einem Umkreis von 50 km meiner Stadt ausgeprochen wird, weiß ich nicht, ich bin noch nicht weiter als 50 km rausgekommen.

    Ich gebe aber zu: Wenn ich gewusst hätte, dass es auch ein Aschaffenburg-Schweinheim gibt, hätte es den Zuschlag bekommen.

    Präterium, lieber Sid, geht tatsächlich auch. Ich hatte es in Präsens geschrieben, weil ich dachte, dann passts besser zum letzten Vers. Stimmt aber gar nicht, geht beides. Deinen Vorschlag find ich sogar besser. Allerdings hatte ich "eine Sau- kein Bein" der "keine Sau-ein Bein" vorgezogen, von wegen der Betonung. Ich bilde mir ein, dass "keine" bei deiner Version etwas stärker betont wird als "kein" bei meiner. Und dann wären es 4 Hebungen, was beim Lim nicht geht. Kann mich aber auch irren, nach wie vor habe ich mit Betonungen so mein Problem (Euskirchen ausgenommen!!)

    Liebe Grüße
    Richy

  7. #7
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    Zitat Zitat von Richy
    nach wie vor habe ich mit Betonungen so mein Problem
    Das geht mir hier ganz genau so!

    LG Sid
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  8. #8
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    Leider ist mir gestern ganz kurzfristig was dazwischen gekommen. Meine Anwort war schon fertig, (genau wie ich) Ich hätte nur noch auf "Senden" drücken müssen. Ich möchte dir meine gestrige Wut aber nicht vorenthalten. (Auch wenn sie heute schon ein wenig verflogen ist) Schade, dass mir einige dazwischen gekommen sind, wie z.B. dieser
    Zitat Zitat von Schleimsch...
    Spaß beiseite - bei Limericks finde ich kreative Reime mit Schönheitsfehlern völlig ok.
    So, jetzt aber ungekürzt von gestern:

    Och jaaa, toll jetzt,

    nur weil ich mal höflich meine Meinung gesagt habe, wird gleich an meinem Muster ohne Wert rumgenölt!
    Hallooo? Es war nur ein Beispiel wg. Verdeutlichung des Umgangs mit der letzten Silbe. Sag doch gleich: "Ich sch...drauf!"

    Ich muss ja nicht, aber gern erklär ich dir die Pointe: Reger Verkehr. Es gibt nicht nur Autoverkehr. Der Frauenversteher liieebt regen Verkehr. Doch nun wird es ihm zu brenzlig. Nein, muss Frau nicht lustig finden. OK!
    Ja guut, und wenn man eine Erbsenzählerin ist wie du, dann kann man Heim im letzten Vers auch betonen. Muss Frau aber nicht. Wenn sie einmal im Fluss ist, dann kann sie, mit ein wenig gutem Willen auch "ehrs" betonen. Aber guter Wille scheint - trotz sonntäglichem Friedensgebot - nicht vorhanden zu sein.
    Und dann noch der Vorwurf des unreinen Reimes! In vielen reimwissenschaftlichen Abhandlungen und Rechtsgutachten wurde die Endungen mit e-ö eine uneingeschränkte Reimtauglichkeit bestätigt.

    Aber man kennt ja mittlerweile das Niveau in diesem Forum:


    Ignacy frug erst einmal Sie, wo
    sie sind, diese Singels mit Niwoh.
    Sie sagte ihm: „Da, wo
    ich nicht bin. „Na bravo,“
    so stöhnt er, „dann sauf ich halt Piwo!“


    Was weiß ich, was Niwoh ist. Vielleicht eine ansteckende Krankheit? Und komm mir jetzt nicht wieder mit falscher Betonung. Man weiß nie, wo man sich wieder trifft!


    Erzürnt

    Eddigeh


    P.S.: Nach kurzer Phase demütigem, sonntäglichem Inmichgehens: War eines meiner älteren Werke, der Frauenversteher. Einen Orgasmus wird Frau beim Lesen verständlicherweise nicht bekommen. Verzeih. . Trotzdem finde ich, es klingt sauberer, wenn die letzten Silben identisch sind.
    "Ich pass' immer auf zu dir"

  9. #9
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    Zitat Zitat von beleidigter Leberwurst Beitrag anzeigen

    nur weil ich mal höflich meine Meinung gesagt habe, wird gleich an meinem Muster ohne Wert rumgenölt!
    Na also, geht noch mit dem "ö". Ich dachte schon, dir sei im letzten Vers deines "Musters ohne Wert" die Tastatur verreckt.

    Es gibt also mehrere Verkehre, wa? Nun gut, ich gebe zu, dass ich darauf nicht gekommen bin. Ich hab aber mal irgendwo gehört, dass andere das machen. Also Verkehr ohne Straßen und Fortbewegungsmittel ( muss ich mir in meinem Alter das noch lang, breit und hoch erklären lassen?)

    Wenn ich ein Gedicht lese, und erst recht bei einem Lim, kann ich gefälligst einen Orgasmus nach dem letzten Vers erwarten. Schließlich schaue ich nur aus diesem Grund - und zwar mehrmals täglich - bei Gedichte.com rein.
    Insofern hast du mich wirklich enttäuscht.

    Und auch, wenn ich kein Betonungs-Genie bin: ich habe SEHR WOHL "KEHR" BETONT! Aber Heim eben auch auch. Da kenn ich nix.

    So.

    P.S.: Nach extrem kurzem montäglichen Inmichgehens nehm ich nix zurück von dem, was ich soeben schrieb.


    reuelos

    Richmodis

  10. #10
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    Zitat Zitat von Zicke
    P.S.: Nach extrem kurzem montäglichen Inmichgehens nehm ich nix zurück von dem, was ich soeben schrieb.
    War mir klar, dass dein Indichgehen misslingt. Aber es muss gehen!

    Und auch ich habe unter diesen Umständen kein Verlangen mehr an ein Indichgehen!

    Tsche mit e, Öddigöh
    Geändert von eddigeh (18.09.2018 um 03:24 Uhr)
    "Ich pass' immer auf zu dir"

  11. #11
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    Hi Richy,

    ich denke, Du hast ein ganz gutes Gefühl für Betonungen und siehst es schon richtig, dass rein vom Metrum her betrachtet Deine Version

    Doch setzt eine Sau da kein Bein rein

    die bessere gegenüber Sids Vorschlag ist. Ich erkläre mal kurz, warum: Die Silbe "kei-" ist aufgrund des zusätzlichen Konsonanten etwas schwerer als "ei-". Zweisilber sind wegen des Wortakzents in Doppelsenkungen immer ungünstig, deshalb wäre es aus metrischen Erwägungen hier klug, den Zweisilber mit der leichteren Akzentsilbe zu wählen. Der Unterschied ist aber nicht gravierend, und der Limerick wegen seines zuverlässigen Gewohnheitsmetrums robust genug gegenüber solchen kleinen Störungen. Von der Rhetorik her, und die ist mir im Limerick wichtiger, würde ich mich aber klar für Sids Variante entscheiden.

    Das waren die Peanuts. Die eigentliche Schwachstelle sehe ich im Mittelteil:


    Er trachtet nach Frauen
    Drum ziehts ihn nach Sauen


    Der Frauen-Sauen-Reim nimmt die Sau aus V5 schon vorweg, und der Frauenvers steht nur da, um den Reim zu bedienen. Ich hätte einen anderen Vorschlag, will aber damit noch warten, weil Du sicher selbst was Besseres finden möchtest.


    LG Claudi
    com zeit - com .com

  12. #12
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    Zitat Zitat von Frohnatur Beitrag anzeigen
    wir hier sagen immer immer immer alle Euskirchen (Xxx).
    So so, Euskirchen also - fehlt bloß noch, dass die gemeine Rheinländerin auch Eschweiler sagt...

    Betont liebe Grüße,
    Stefan
    Komische Lyrik ist der Hofnarr der Poesie

  13. #13
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    Hi, Claudi,

    danke für die Erklärung. Und ja, ich sehe es genauso: aus sprachlicher Sicht gefällt mir Sids Variante auch besser. So wie meine Variante da steht, spricht für gewöhnlich kein Schwein.

    Auch, was die Schwachstelle im Mittelteil angeht, bin ich sehr einsichtig. Ich hätte da eine Lösung (Stefans Vorschlag mit Aschaffenburg direkt mit eingebaut):

    Es wollt in Aschaffenburg-Schweinheim
    ein Eber nicht länger allein sein.
    Er suchte nach Frauen
    und zog über Plauen
    nach Sauen (da möchte kein Schwein sein).

    Ich hab jetzt nicht geprüft, ob das geografisch korrekt ist. Aber dann hätte er sich halt zunächst bisschen verlaufen.

    Ich würde aber gern deinen Vorschlag lesen (*freu*). Immer her damit.



    So, jetzt zu dir, lieber Stefan,

    du wirst es nicht glauben, aber meine Ursprungsfamilie kommt aus Eschweiler. Ich kenn Eschweiler auswendig. Ich hab früher in Eschweiler dermaßen oft meine Großeltern besucht ... das kannst du dir nicht vorstellen. Weil Eschweiler liegt nämlich nur 20 km von meinem Geburtsort weg. Und Euskiierchen sacht man allenfalls im Ruhrgebiet, woll?

    Liebe Grüße
    Richy

  14. #14
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    Wie? Jetzt auch noch Eschweiler?? Da könnte man ja gleich Rheinländer sagen...

    Ich würde nie einem Aboroginie widersprechen und ziehe hiermit hochoffiziell meinen Einwand zu Euskirchen zurück...

    Liebe Grüße,
    Stefan
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  15. #15
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    Hallöchen nochmal,

    ich ziehe dann auch mal nach Aschaffenburg-Schweinheim um, frage mich aber gerade, ob es nicht auch ein einfaches Schweinheim täte. Der Ortsname muss ja bis V5 beim Leser hängenbleiben. Meine Ideen wären:


    Es will in Aschaffenburg-Schweinheim
    ein Eber nicht länger allein sein
    und sehnt sich nach vielen
    recht schweinischen Spielen,
    doch setzt keine Sau da ein Bein rein.


    Ein stattlicher Eber aus Schweinheim
    will endlich nicht länger allein sein,
    versucht sich seit Jahren
    vergeblich zu paaren,
    doch setzt keine Sau da ein Bein rein.


    Mal eine Frage etwas OT: Hast Du Dr. Karg per PN auf Deinen offenen Brief hingewiesen? Ich fürchte nämlich fast, er liest nur seine eigenen Fäden, fände es aber schade, wenn Deine Botschaft unbeachtet bleibt. Du hast Dir ja wirklich Mühe gegeben.

    LG Claudi
    com zeit - com .com

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