1. #1
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    WEITEN UND UNENDLICHKEITEN

    Gebirge und Schluchten
    Meere und Buchten
    Weiten und Unendlichkeiten -
    So endlos weit der Blick zu blicken vermag

    Der Dichter aber, er weilt an anderem Ort
    Eher dort
    Wo das kärglichste Wort
    Sich Schale um Schale
    Als doch tiefschürfend entpellt,
    Wo Doppelbödiges und BonMot
    Durch Gedanken pulsieren,
    Salopp und Gehoben
    Auf gemeinsamer Bühne choreographieren,
    Ja, eben dort
    Wo kärglichstes Wort und kärglichstes Wort
    Zu ungeahnten Sinnen kopulieren ---

    In diesem Kleingeschnitzten
    Hallen für ihn
    Gebirge und Schluchten
    Meere und Buchten
    Weiten und Unendlichkeiten -
    So endlos weit das Denken zu denken vermag ...


    (Jenno Casali)

  2. #2
    Dr. Üppig Guest
    Ein netter Madrigal, wobei ich an einigen Stellen die verwendete Sprache als nicht zeitgemäß empfinde. Die Verbindung von realen Räumen und (ver/ge)dichteten ist allerdings zum einen nicht sonderlich originell, zum anderen lediglich auf ein maritimes und ein gebrigliches (gibts so ein Wort?) Gegensatzpaar beschränkt. Ich persönlich würde mehr Abwechslung in die Geographie bringen und dann jene Geographie metaphorisch mehr ins dichterische Schaffen einbeziehen.

    mfG

  3. #3
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    Hallo Dr. Üppig,

    Ich glaube, das Bild von weiten Gebirgen und unendlichen Meeren einerseits und dichterischen Wortkonstrukten mit all ihrem Tiefsinnigen und all ihren feinen Nüancen usw. andererseits verdeutlicht mehr als genug den extremen Kontrast, den ich hier darstellen wollte - ein Gedankenkontext, zu dem eine evtl nicht „zeitgemäße Sprache“ bestens passen könnte ...
    Trotzdem vielen Dank für deine Zu-Wortmeldung.

    LG
    Jenno C.

  4. #4
    Dr. Üppig Guest
    Zitat Zitat von Jenno Casali
    [...]ein Gedankenkontext, zu dem eine evtl nicht „zeitgemäße Sprache“ bestens passen könnte ...
    Das würde aber ein wenig implizieren, dass man als Dichter nur dann tiefsinnig und nuanciert schreiben kann, wenn man eine antiquierte Sprache verwendet.
    Ich räume aber gerne ein, dass es nur ein Aspekt ist, über den man gerne geteilter Meinung sein darf; schließlich ist es auch eine Geschmacksfrage, die den Stil betrifft. Ich müsste (und werde) mehr von dir lesen, um mich selbst zu überzeugen oder zu überführen, allerdings wollte ich keineswegs andeuten, dass du so schreiben sollst, wie ich es gern hätte.

    mfG

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