1. #1
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    Nestbeschmutzer

    Wer wirft den Dreck in unser Haus?
    Von uns sollte es keiner sein!
    Geht er hier weiter ein und aus,
    bringt er nur noch mehr Dreck herein.

    Den Nestbeschmutzer, werft ihn raus.
    Er macht uns sonst noch zu viel Dreck:
    Wenn er den Dreck will hier im Haus,
    wird er für uns zum Menschenschreck.

    Die Nestbeschmutzer mag ich nicht,
    weil sie sich selbst im Wege sind.
    Sie sehen uns im schlechten Licht
    und sind auf einer Seite blind.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Hallo Hans,
    nun tu mal Butter bei die Fische! Wer sind denn nun die Nestbeschmutzer?
    Dein Aufschrei - an wen richtet er sich?
    Festival

  3. #3
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    Hallo Hans, hallo Festival,

    Dein Aufschrei - an wen richtet er sich?
    Ich denke, hier spricht ein LI über einen LDreck in einem LHaus. Wir dürfen nicht den Fehler machen, das LI mit dem Autor gleichzusetzen, was in letzter Zeit wieder häufiger passiert als früher mal. Wir sollten Gedichte selbst interpretieren und nicht gleich nach der Absicht des Autors fragen.

    Ich sehe hier z. B. einen kritischen (weil satirischen) Blick auf die Tendenz in z. B. Unternehmen (aber auch Vereinen oder Familien), Mitarbeiter, Kollegen, Mitgliedern, die kritisch mit der betreffenden Institution umgehen (weil sie sich nur dadurch verbessern kann), als Nestbeschmutzer zu beschimpfen und (im Extremfall) ausgliedern zu wollen (entlassen, ausschließen, verstoßen, was auch immer). Hans versucht anzureißen (ganz deutlich wird es vielleicht nicht gleich), dass ein solches Vorgehen allerdings keine Weiterentwicklung der Institution fördert, sondern Probleme kleingeschwiegen werden bis sie völlig aus dem Ruder laufen. Vielleicht wäre da noch eine vierte Strophe nötig. Manche brauchen sie vielleicht, manche nicht. Geschmackssache.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  4. #4
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    Ein tolles Gedicht, das zum Nachdenken anregt.
    Ich finde man kann das Gedicht auf alle Bereiche eines Lebens anwenden. Seis zuhause oder in einem Unternehmen, es kommt darauf an aus welcher Sicht man es sehen mag und was es einem erzählen möchte. Deswegen finde ich es ja so gelungen, es lässt so viel Interpretation zu und einjeder kann entscheiden was es einem sagen möchte. Es lädt ja gerade dazu ein, dass man schreiben kann was es mit einem macht und jemand anderem noch eine andere Sicht auf das Gedicht zeigen.
    Meine erste Intuition war es, aus der Sicht der Eltern zusehen, wie die eigenen Kinder die Familie kritisieren und selbst noch voller Fehler sind.
    In einer zweiten Intuition sagt mir das Gedicht, dass oft irgendwelche Menschen zu einem kommen und nur meckern, kritisieren und mit dem Finger auf andere zeigen können.
    Solche Menschen sollte man sich erst gar nicht ins "Haus" holen.
    Den sie selbst sind nix besser, oftmals sogar eher schlimmer. Den diese Menschen sehen nicht mal ihre eigenen Fehler und ändern sich auch nicht, vielleicht weil sie sich selbst für perfekt halten.

    Wie man sieht kann man mit dem Gedicht echt viel anstellen. und ich denke da gibt es noch viel mehr.
    Mich würde es freuen noch mehr andere Ideen zulesen!
    das musizieren liegt mir nicht
    das malerische auch nicht
    doch bin ich vielleicht
    mit worten
    ganz künstlerisch

  5. #5
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    Hallo Festival, Verbalcarpaccio, Aliqua,

    Nestbeschmutzer können in unterschiedlichen Bereichen tätig sein. Der Leser kann es auf einen bestimmten Tätigkeitsbereich beziehen, worauf das Gedicht jedoch nicht hinweist. Der umfassenderen Bedeutung stimme ich zu und denke dass dies das Gedicht auch aufwertet.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  6. #6
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    Hallo Hans,

    "Nestbeschmutzer" sollte vorderst wertefrei bleiben; denn was sind deiner Meinung nach Whistleblower?

    VG Uwe
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  7. #7
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    Hallo Arkadier,

    auch bei Nestbeschmutzung gibt es Gewinner und Verlierer. Wenn es um die Aufdeckung von Geheimnissen und Verbrechen zum Wohle der Allgemeinheit geht, so wie es bei Whistleblowern meist der Fall ist, wird die Allgemeinheit dies auch als gut befinden. Bei allem versuche ich es sachlich und meinungsfrei zu betrachten.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

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